Fussball

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Auf dem Siegfriedplatz ist immer Public Viewing. Allerdings ist das Bielefeld und die “Leinwand” ein wenig kleiner als vielleicht anderswo üblich. Dafür gibt es exotische Biersorten und ein lautes und gemischtes Publikum. Eben haben wir Deutschland gegen Frankreich angeschaut und ich habe die Wette auf den Ausgang gewonnen – das bedeutete ein weiteres Becks für mich und unsterblicher Ruhm bis zum nächsten Spiel am Samtag.

Fragt mich nicht warum, aber die Spiele der Frauen machen mir eigentlich eher mehr Spaß als die anderen Nationalspiele – vielleicht deswegen, weil das Spiel mehr im Vordergrund steht.

 

Toll. Hoffentlich machen wir das Samstag wieder – gegen Japan.

 

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Das Team hat gewonnen, die Nachspielzeit ist vorbei und ich höre schon seit Minuten, wie sie draußen hupen und tröten und singen. Es wird lauter und lauter und meine Freude verwandelt sich eine leise vor sich hin köchelnde miese Laune.

Also setze ich mich vor den Computer und überlege, was ich schreiben soll, aber dafür bin ich zu stinkig und weiß nicht einmal warum. Die Blökerei vor meinem Wohnzimmerfenster macht es jedenfalls nicht besser.

Der Hund nebenan beginnt jämmerlich zu weinen und läßt sich gar nicht mehr beruhigen. Ich empfinde eine jähe Seelenverwandtschaft mit ihm und muss gleich noch einmal das Bild mit einer Frau und ihrem Hut anschauen, das ich immer noch im Browser geöffnet habe.

Dann kommt das Gewitter doch noch und wäscht den die Hitze, den Lärm und die Flaggen von den Straßen. Mein neuer Bruder im Geiste winselt ganz laut, dann höre ich ihn nicht mehr. Alles ist nur noch Donner und Wolkenbruch und Rauschen und kühl.

Ich bleibe an diesem Abend trotzdem lieber und lass mich von meinem überforderten Kreislauf ins Sofa drücken.

Das gibt sicher einen Abdruck. Eine Kreislaufkuhle.

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Ich mag Fussball. Allerdings bin ich nicht in einer Stadt mit einer eigenen Ligamannschaft aufgewachsen – ich bin nämlich kein gebürtiger Bielefelder, sondern stamme aus einer Handballhochburg. Als Kind muss man natürlich einen Verein gut finden und das war bei mir dann erstmal Werder Bremen, weil die erstens nicht Bayern München und zweitens nicht der VFL Osnabrück waren und weil sie drittens ungefähr aus der selben Ecke kamen. Außerdem haben sie damals unter Feldherr Rehagel andauernd gewonnen.

Aber sonst… Fan eines Fussballvereins zu sein sieht ein wenig deprimierend für einen Außenstehenden aus, wenn man so nahe bei Arminia lebt. Natürlich steht man loyal zu Arminia, wenn da jemand lästert der nichtmal aus Bielefeld kommt. Das darf man nur, wenn man hier auch wohnt oder aber besonders attraktiv sowie sympathisch ist.

Das erste Spiel habe ich verpasst, weil ich arbeiten musste; die meiste Zeit war ich im Auto – aber ich habe das Radio angehabt, immerhin.

Das zweite Spiel wollte ich eigentlich anschauen, aber dann… bei so schönem Wetter… da geht man dann doch lieber woanders hin, nämlich ins Kino und schaut “Die Bielefeldverschwörung“, richtig?

Genau.

Ich habe mich überreden lassen und war nach wenigen Minuten froh, die nächsten zwei Stunden nicht allein verbringen zu müssen. Weniger froh war ich, überhaupt das Kino betreten zu haben – wie unterhaltsam und angenehm klang da doch im Nachhinein ein schwaches 0:0 Frankreichs gegen Uruguay! Ein ordentlicher schlechter Film ist eben doch nicht so leicht gemacht. Ich schlief nicht ein – die unterdrückten, peinvollen Laute der schuldbeladenen Kino-Überreder und vielleicht Freunde neben mir erfüllten mich mit großem Mitleid – jedes Haar stellte sich auf, ergriffen von uraltem Grauen, um sich gleich danach wieder von bleierner Langeweile erbarmungslos niederdrücken zu lassen. Dieser Film war nicht schlecht, er war vielmehr antigut – er saugte jeden Glauben an gut gemachten Film aus seiner näheren Umgebung.

Ihr versteht sicher, dass man danach einige Biere trinken musste – und heute schau ich Argentinien gegen Nigeria. Wenn nichts dazwischenkommt.

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2010-02-13 20.41.05

Keine Brötchen mehr, hatte Hunger.

Hin und wieder kaufe ich “Arminiabrötchen”, weil die gut schmecken und ausgesprochen attraktiv sind und es sie beim Bäcker im die Ecke gibt.

Aber scheinbar erlebt man viele Abenteuer mit ihnen, wenn man sie verkaufen will. Sagt jedenfalls die Bäckereifachverkäuferin meines Vertrauens. Nicht, dass die Dinger nicht beliebt wären.

Im Gegenteil. Es gibt lediglich Sonderwünsche, wie zum Beispiel diese hier:

Manche wollen eine andere Papiertüte als die blauweiße Tüte mit dem Vereinslogo.

Manche wollen dieselben Brötchen, aber die sollen nichtmal unter dem Namen “Arminia-Brötchen” gebacken werden.

Manche wollen die Brötchen zwar unbedingt kaufen, aber dafür muss die Bächereifachverkäuferin erst einen neuen Namen ausdenken, weil ein Arminenbrötchen undenkbar für diese Käuferschicht ist.

Bäckereifachverkäuferin ist ein verdammt harter Job, wenn man in Bielefeld Bäckereifachverkäuferin ist; ich jedenfalls bin immer wieder verwundert, wie seltsam Fussballfans sind. Warum kaufen die nicht einfach ganz andere Brötchen? Gut, dass die meistens von ihnen nicht in die Politik gegangen sind.

Immerhin bringen sie mich zum Lachen.

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… hätte ich an seiner Stelle auch so gemacht. Immerhin wohnt er nicht in Deutschland (das hat wohl inzwischen jeder mitbekommen…) und die dauernde Fliegerei ist kein Spass. Er hat gesagt, dass er das Thema mit seiner Familie besprechen würde – und damit war für mich eigentlich schon länger klar, dass der Vertrag nicht verlängert wird. Davon abgesehen macht es wirklich eine Menge Sinn, auf dem Gipfel des Erfolges abzutreten.

Ich glaube übrigens nicht, das ich in nächster Zeit grossartig über Sport posten werde. Genug ist genug. Ausnahmezustand zuende. Wenn ich freitag nicht auf eigener Achse ins AJZ fahren muss, kann ich wieder über fußballfreie Trinkgelage berichten. Oder auch nicht. Ich werde zu fett. Ich muss ja eh immer fahren. Weh mir!

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Ach, das war doch schön. Glückwunsch!

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