Noch eine Woche, dann bin ich raus. Raus aus der Offenen Ganztagsbetreuung, in der ich nie arbeiten wollte. Das hat sich nicht geändert; ich werde den Job nicht vermissen und die Kollegen auch nicht. Ein paar von ihnen verwechsele ich immer noch.
Ein paar von den Kindern werde ich hingegen nicht vergessen. Ich kann genauso wenig sagen, das ich Kinder mag, genauso wenig wie ich behaupten könnte, Erwachsene zu mögen. Für mich sind Kinder eben auch nur Menschen.
Alle Kolleginnen haben selbst Kinder. Oft habe ich den Eindruck, sie sehen vor dem berühmten inneren Auge immer ihren eigenen Nachwuchs vor sich. Stell dir mal vor, dein Kind macht sowas, Denis! Stell dir mal vor, dein Kind sagt so etwas! Dann würdest du auch laut!
Denis hat aber kein Kind, am das ihn die nervigeren Kunden auf der Arbeit erinnern könnten.
Also komme ich auch auch ganz gut mit dem kleinen rundlichen Mädchen klar, das je nach Essensplan Muslimin oder “Deutsche” ist und entweder mein ‘tolles Haar, Herr Gorgmorg’ lobt oder versucht, irgendwen grob zu beleidigen1 oder zu treten.
Ich erinnere mich, wie ich mal mit ihr Basketball spielte und sie einfach nicht hoch genug werfen konnte, was kein Wunder mit ihren sieben Jahren ist. Sie war frustriert, aufgeben kam jedoch nicht in Frage. Nicht dass sie sich helfen ließ; sie machte einfach weiter und wurde immer wütender.
“Mann! Herr Gorgmorg! Der will nicht!!!”
“Der soll aberrr! Mann!”
“Fick dich! Fick dich … BALL! Ich hasse dich!”
Die wird mir mehr fehlen als die meisten anderen.
- Ich weiß, die Fragen werden kommen: Nein, das dürfen sie nicht und das wird auch korrigiert [↩]



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