Gewitter

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Ich habe es gar nicht donnern hören, aber die luft ist aufgeladen und man riecht die Blitzelektrizität. Ich fahre sogar gern Auto, was mir sonst vollkommen egal ist, die Scheiben sind etwas heruntergekurbelt. Dann steige ich aus, um meine späten Erledigungen hinter mich zu bringen, wegen denen ich erst gar nicht aus dem Haus wollte.

Ich habe kein Problem damit, dass die warmen Regentropfen meine Sachen durchnässen – nein, es ist sehr angenehm. Niemand ist noch außer mir unterwegs.

Alles sieht klarer aus und obwohl ich sehr, sehr müde sein sollte, bin ich voller Energie und Tatendrang. Die Synapsen machen eine Nachtschicht und feuern wilde Phantasien durchs Hirn.

Erinnerungen kommen hoch.

Keine Nacht, in der man allein sein sollte.

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Gewitter

Das Gewitter hatte uns auf dem Siegfriedplatz eingekesselt. Erst hatte es uns vom Westen her ausgespäht, dann vom Süden angeblitzt und dann einen Frontalangriff von allen Seiten ziemlich genau zur elften Stunde zu starten. Wir packten die Decken ein und stellten die leeren Bierflaschen an die besonderen Stellen, an denen die Leergutfeen sie finden würden.

Die Blitze erhellen die Nacht als wie ein blaustichiger Mittag und knallen nicht einfach nur senkrecht in die Erde; ich sehe sie sich genauso oft parallel zum Boden mitten in der Luft entladen. Falls es das nicht gibt, dann spinne ich vielleicht. Aber ich habe es gesehen.

Er schlägt einmal direkt neben der Straße ein, auf der ich fahre. Ich sehe es hell in den Boden strahlen und schnell ist es wieder pechschwarze Nacht, bis zum nächsten Blitz.

Die Luft riecht nach Fotokopierer, so wie eine Batterie an der Zungenspitze kribbelt meine Haut. Warum denke ich an Sex? Ich fahre schnell, manchmal kurbele ich trotzdem die Scheibe herunter und halte den Kopf ein Stück heraus, so dass die dicken Tropfen in mein verschwitztes Haar klatschen. Sie sind schwer und warm, sie duften nach Volt und Ampere.

Der Donner entfernt sich erst später, Krachen nach Krachen, nachdem ich den Wagen geparkt und doch noch durchnässt im Haus angekommen bin.

Eigentlich will ich wieder raus.

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Ich glaube, ich befinde mich zwischen zwei Gewittern. Das war vor ein paar Stunden war gewaltig, aber es brauchte zu lange um in Fahrt zu kommen und dann war es doch … zu kurz.

Ich fand das unbefriedigend und warte auf eine neue Runde in meinem überhitzten Zimmer unter der Dachschräge. Komm schon, Wetter. Das schaffst du doch noch!

Mein Rücken knirscht und knackt bei jeder Bewegung; die letzte Nacht war ein wenig viel; nicht dass ich etwas bereue. Ich träume gute Gesellschaft herbei, der ich (zwischendurch) dringend Massage beibringen muss. Eine wirklich angenehme Vorstellung.

In der Ferne donnert es leise; zu leise, denn ich muss bald schlafen – meine Dienste als Fahrer werden wieder einmal viel zu zu früh gebraucht und wenn das Gewitter kommen sollte, dann wird es mich wohl wecken …

Wenn ich einschlafen könnte. Grrrr.

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