Manche Leuten sagt man nach, dass sie ihre Autos lieben und jeden Schaden an ihnen deutlich schlechter aufnehmen als zum Beispiel Blessuren angeblich geliebter Menschen. Es gibt sie, ich habe jahrelang neben so jemandem gelebt. Dabei hatte er nicht einmal einen Führerschein.
Ich bin nicht so.
Man sollte eher glauben, dass mein Auto mich dafür ein wenig hasst, auf die beiläufige aber nicht minder boshafte Weise eines verschmähten PKW. Es äußert sich zum Beispiel in keineswegs zufälligem Zufrieren von Türen: Ich parke regelmäßig in einer extremen Hanglage und es ist nicht wenig unangenehm, über die linke Hintertür, vorsichtig quer über die zickige angezogene Handbremse ganz vorsichtig hinauf auf den Fahrersitz zu klettern.
Oder, wenn man angekommen ist, auf genau umgekehrte Weise an einer schlimmeren Schräge wieder auszusteigen. Die Handbremse quietscht dabei immer bedrohlich. Das ist wieder etwas unangenehm. Unangenehmer ist es, wenn einem Passanten dabei zusehen.
Vor einer Weile habe ich mich im Dunkeln aus dem Wagen geschlängelt und als ich heroisch die Tür aufstieß – inzwischen war die Innenbeleuchtung ausgegangen – schlug ich einen jungen Mann im weißen Trainingsanzug in die Flucht. Er rannte nicht, er ging sehr schnell und schneller vorwärts und schaute sich nicht um. Aber das war Angst in seinem Getrippel. Vielleicht, weil ich hinter ihm fluchend und ächzend aus dem Auto gestolpert war, mit einer Flache billigem Wodka in der Hand. Ich verspürte den Drang, mich zu entschuldigen. Aber das war mir zu peinlich. Und er war wirklich ganz schön schnell.
Das sind Probleme, die man mit etwas Vaseline auf den Türdichtungen lösen kann. Übergroße Autoliebe hingegen ist nur schwer zu kurieren und natürlich nicht das allerschlimmste, oh, da würde mir so vieles einfallen – ich denke also, ich sollte mich nicht beklagen.
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