Godzilla

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Als ich klein war, habe ich natürlich keinen Alkohol bekommen. Meine Eltern und meine Großeltern waren sehr verantwortungsbewusst. Allerdings war man sich damals in einem Punkt uneins: Mein Opa war sich im Gegensatz zu meinen Eltern sicher, dass die Schaumkrone auf dem guten Herforder/Barre Pilsener völlig alkoholfrei war und bot es mir zum “‘runtertrinken” an. Ich persönlich fand das eklig, aber ein paar Male war ich doch neugierig. Schmeckte ziemlich bitter, aber den Schaum fand ich lustig. Einmal habe ich kurz Kontakt mit Bier bekommen, das reichte dann aus, um mich bis ungefähr in die fünfte oder sechste Klasse hinein zum Abstinenzler zu machen. War das widerlich! Ich bin gleich ins Bad gestürmt. Den Mund ausspülen.

Ich war damals schon ein fürchterliches Weichei, nur hatte ich zu dem Zeitpunkt noch engelshaft hellblonde Locken, derer ich mich bald aus gutem Grund entledigen würde. Aber das ist eine andere Geschichte.

Dann kam ich auf das Gymnasium und wenn man auch ohne engelsgleiche Locken uncool ist, dann wird man auch nicht beeindruckender, wenn man nicht raucht oder trinkt, dafür aber eine beunruhigende Vorliebe für Fantasy hat. Raucher fand ich bescheuert. Dieses Posieren mit ihren ach-so-verbotenen Glimmstengeln! Das waren übrigens genau dieselben Leute, die später ihre bereits erstaunliche Lächerlichkeit mit ihren ach-so-verbotenen Joints perfektionierten.

Ich wohnte auf dem Dorf und das bedeutet, dass ab einem bestimmten Alter 99% aller Freizeitaktivitäten mit dem Suff zu tun hatten. Ich wollte irgendwann auch Freizeitaktivitäten haben.

Eines Tages hatte ich so richtig Durst. Und ich wagte es. Ich ging zu meinen Eltern und sagte die legendären Worte, Worte, die meine Zukunft für immer in schicksalhafte, dunkle Wege leiteten: “Ich hätte lieber ein Bier, bitte.”

Und es war gut.

Dummerweise machen Menschen Fehler. Der Fehler einiger Leute aus meiner Klasse war, mich kurz darauf tatsächlich auf eine Party einzuladen. Mich, den ambitionierten Amateur. Sie hatten Alkohol. Und waren bereit, ich abzufüllen. Rechneten nicht mit meinem wenig trainierten Magen. Ich war vielleicht ein wenig ungelenk und musste etwas … spucken. Todesstrahlen1. In etwa dürfen geneigte Leser sich das so vorstellen:

Meine ersten Opfer waren zwei Überlebende aus den 70ern. Ein grün-geringelter Teppich und eine unglücklich in der Gefahrenzone platzierte Mix-Kassette mit Songs von Jimi Hendrix. Das Geburstagskind hatte diese Kassette geliebt und begann – ganz allmählich – grundlegend neue und andere Empfindungen für meine Wenigkeit zu entwickeln.

Aber es kam schlimmer. Viel schlimmer. Ich trink nun erstmal ein kleines Detmolder Landbier und mag nicht mehr schreiben. Schaltet morgen wieder ein, wenn ich mehr berichte. Wenn ihr euch traut.

  1. Ich habe ja mal versprochen, nichts zu ekliges zu berichten []

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