Heimat

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“Du kannst doch nicht wieder von hier wegziehen!”, sagt meine Mutter, “schau dir doch mal das Wetter an, das ist nirgendwo so schön wie hier. Ostwestfalen, Tecklenburger Land… woanders ist es überall kalt und die Sonne scheint auch nicht.” Ostwestfalen, das gelobte Land.

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Ich glaube nicht, dass man seinen Frieden finden kann. Der ist zwar unterwegs, aber wenn man niemals stehenbleibt, dann holt der einen nie ein. Frieden ist keine hektische Sache, daher ist das so. Man muss sich nur hinsetzen, einen Tee trinken, in die Sonne blinzeln und an so rein gar nichts denken. Außer möglicherweise: “Hey, das in dem Fenster da ist mal ein schönes Foto.” Und vielleicht erwischt es dich dann. Oder du bemerkst, dass es dich vor 20 Minuten eingeholt hat.
Ich bin aber nicht sicher, ob ich nicht lieber immer weiter in Bewegung bleiben will.

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Ich warte darauf, dass meine verschollenen Freunde wieder mehr Zeit haben. Ich habe beschlossen, mir keine Sorgen zu machen und freue mich einfach auf sie.

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Ich habe viel Mitgefühl für Freunde, die ihre alten Helden treffen und feststellen, einen aufgeblasenen Popanz für jemand Besseres gehalten zu haben. Mir ist das nicht passiert. Außer mit Bruce Springsteen, der ist einfach irgendwie von meiner Bühne abgegangen.

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Es war großartig, Art Brut wieder einmal live zu sehen, auch wenn Sänger Eddie Argos sichtlich mit üblen Rückenschmerzen haderte und von Schmerzmitteln an explosiven Showeinlagen gehindert wurde. Am Ende musste er auf den Soundmann gestützt von der Bühne abgehen. Humpelnd. Aber bei ihm ist das okay.
Erst recht, wenn man angeblich seinen Rücken beim Bilderbedingten Kniefall im Van Gogh Museum ruiniert hat. Das ist eine gute Entschuldigung, erst recht wenn man die Geschichte in einem Song erzählen kann – auch wenn das zu 99% gelogen ist.

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Bald schreibe ich mal wieder etwas Richtiges.

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An diesem Wochenende war ich wieder einmal1 zu Besuch in meinem Elternhaus; warum auch nicht, mein Oberhausener Privatleben liegt eh völlig brach und ich kann mich ja auch hier nützlich machen und vielleicht sogar etwas vergnügen. Ich gewöhne mich zwar an das Alleinsein, aber ich freue mich trotzdem, meine nicht ganz so alten Freunde zu sehen.

Auch wenn ich ganz gut anpacken muss. Ich habe an diesem Wochenende insgesamt sieben Computer und zwei Netzwerke versucht zur Mitarbeit zu überreden sowie für zwei Leute Hausrat zwecks Umzugs geschleppt. Warum wohnt ihr eigentlich immer im Dachgeschoss? Ist das Bosheit oder Zufall? Ich nehme einfach mal letzteres an. Das hat alles Spass gemacht, aber nun bin ich noch viel geschaffter als Freitagabend.

Auf der PLUS Seite ist zu verbuchen, dass mein Auto wieder fährt und mit mir zurückkehren wird, ich habe außerdem ein neues preisgünstiges Navigationssystem und eine hoffentlich praktizierbare Idee, einen stabilen Internetzugang für meine Wohnung zu organisieren. Ach ja, ich bekomme gut zwei Tausender von diversen Auftraggebern und Ämtern überwiesen, nachdem ich auf eine arge Lücke in meinem Konto aufmerksam gemacht habe. Meine finanzielle Situation wandelt sich damit von “tragbar” zu “entspannt”.

Nun muss ich nur noch die eine oder anderen Methode entdecken, wie ich meine Freunde rund um meinen Wohnort auf irgend eine Weise entlasten kann, zum Beispiel: “Chef bestechen”, “Wüste Drohungen in Richtung Dekanat” “Rückenmassage”, “Fröhliches durch Denis bekochen lassen, der auch gern staubsaugt”, damit sie mal etwas Zeit für mich haben. Sonst muss ich leider wahnsinnig werden.

  1. ich bin in diesem Moment immer noch dort []

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