herbst

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Herbst…

… wird es, wenn man am Sonntag von lautstark diskutierenden Gänsegeschwadern geweckt wird, die hoch über den Dächern die Reise in den Urlaub antreten. Gleichzeitig kehren die fürchterlichsten Teile der männlichen Nachtgarderobe wieder aus ihren Sommerquartieren zurück. Einige Tapfere verweigern sich erneut dem Fluch des Pyjamas (Ungekürzte Langfassung). Dennoch: Wieder werden seine Opfer Legion sein.

Andererseits bedeutet der Herbst auch weniger Leggings und Jogginghosen zur Unzeit. Der modebewusste Blogger fühlt sich schon viel besser und freut sich ob seines überlegenen Geschmacks.

Aber da gibt es ja noch viel mehr Erfreuliches: Die Grog-Saison beginnt. All meine Freunde sind aus dem Urlaub zurück und vielleicht sieht man sich wieder öfter: Herbst ist Wiedersehen und Besuchen und miteinander kochen, lange im warmen Bett bleiben, sich die kalten Füße anzukuscheln und willkommene Ausrede, sich draußen gegenseitig die Hände zu wärmen.

Herbst ist: Sowohl reichlich als auch mächtig Essen. Herbst ist noch ein Schnaps mehr zum einheizen und eine gute Begründung dafür, ausnahmsweise nicht joggen zu gehen.

Alles in allem findet dieser Blogger den Herbst plötzlich gar nicht mehr so schlimm. Und ihr?

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Wolken

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Ich knipse ein Bild vom Himmel und denke daran, wie ich am liebsten mit dem Hund spazieren gehen würde. Die Sonne scheint mir ins Gesicht und blendet, aber das ist mir ganz egal.

Ich habe gar keinen Hund, aber ich kenne jemanden mit charmantem Hund und ähnlichem Wesen, wenngleich natürlich unvergleichlich, schließlich handelt es sich um eine Dame.

Wenn ich es recht bedenke, dann sollte die auch dabei sein. Dafür gibt es eine ganze Reihe von Argumenten. Erstens:

Dann scheint die Sonne noch wärmer. Denke ich und blinzle noch ein wenig – vielleicht hilft das beim herbei wünschen

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In den letzten Tagen war es am Nachmittag immer noch ein paar Stunden schön; ich bin meistens draußen unterwegs gewesen und habe in die Sonne geblinzelt – schließlich hatte ich Urlaub und genau dafür ist Urlaub da, finde ich.

Heute hat sich das Wetter gar nicht erst die Mühe gemacht: Es begann grau und wurde grauer. Erst ohne, später mit Regen. Und kalt.

So ein Wetter, bei dem alles zurück kommt: All die Finanzen, all die Techniker die all die Sachen die nicht funktionieren wollen reparieren soll, all die Leute, die man eigentlich sehen wollte, ein Gespräch am Anfang der Woche, das ich gar nicht richtig führen konnte und mir ein ganz mieses Gefühl gibt – letzteres vor allem: Wetterliche Tiefdruckphase und dazu noch diese Last auf der Seele – das drückt dich ganz tief in das viel zu weiche Sofa, das dir schon seit Jahren auf die Nerven geht. So ein ganzer Kartoffelsack, den jemand auf deinem Bauch oder doch eher deiner Brust oder doch eher dem Herzen vergessen hat; dieser jemand der seinen blöden ollen Sack einfach nicht wieder abholen mag.

Irgendwie magst du nicht mehr und grübelst und grübelst. Dann magst du nicht mehr grübeln. Und grübelst weiter.

Du schaltest aus purer Verzweiflung den Fernseher ein, der nach ewigen blogwürdigen Streitereien mit verschiedenen Parteien endlich etwas empfängt und was gibt es… “Die Prominenten Jodelschule” oder so.

Oh, du meine Güte. Es ist wohl Herbst.

Scheißherbst.

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Der Herr I.

IgelIn mir drin, so ungefähr rund ums Herz, ist es gerade besonders kuschelig warm. Das kommt von Hoffnung auf bessere, strahlende Zeiten und auch auf Gerechtigkeit und Freiheit und bedeutend bessere gemeinsame Verabredungen zum Essen – woher kommt die? Nun, ich weiss es1. Aber auch sonst hätte ich wohl etwas getan – der Herr I. saß mitten auf der Straße und war dort emsig beschäftigt, wohl mit der Suche nach seinem Lebensunterhalt. Da musste ich dann doch los, mit Arbeitshandschuhen, weil der Herr I. stachlig ist und – das bleibt besser unter uns, geneigte Leserschaft – wahrscheinlich verlaust. Um ihn in Sicherheit tragen und so. Ich hatte noch etwas Igelfutter vom letzten Jahr und außerdem einen gut vorbereiteten Laubhaufen mit Dach für den Winter. Man erwartet ja jedes Jahr den Herrn I. und schätzt seine Anwesenheit, da ist es man gut vorbereitet. Nach einem kurzen Fototermin stapften wir zur Wohnung. Es wird besichtigt (Herr I. rollte sich zu einem abweisenden Ball zusammen, er schien wenig angetan. Aber bald entspannte er sich wieder).

Direkt daneben, unter dem uralten und niemals benutzen Bootskadaver, da im trockenen, da  gab es die Schale mit dem Futter für ihn. Man kann ja mal ein Zimmer zur Untermiete nahelegen, vielleicht ist es dem etwas schreckhaften Kollegen ja genehm. Tatsächlich kenne ich den Herrn I. schon eine Weile, man weiß halt wie der aussieht – ganz anders als die restlichen Mitglieder seiner großen Familie. Ich frage mich wirklich, warum er sich bei diesem üblen Wetter noch draußen herumtreibt und noch nicht schläft, so wie es sich gehört.

Vielleicht hatte er einfach nur Hunger. Vielleicht kann er auch nicht schlafen. Oder er hatte wie ich das erste Mal seit langem wieder gut geträumt und ist nun rastlos, voller Gedanken und tief in sich sich so sicher und warm und ruhig wie ich.

  1. Und Du Muschelfreundin auch, oder? []

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Dachsbau

Dachswohnungen haben keine Klingeln.

Tagsüber, ja, da ist es noch schön warm, da kann man in der Sonne liege und sich die spärliche Wärme auf den Pelz brennen lassen. Nase in den Rasen und Augen zu.

Aber sobald die Sonne untergeht, spürt man den Winter nahen, die Kälte in die Knochen kriechen. Sogar tief drunten im Bau zieht es manchmal und man muss sich tief ins Nest verkriechen, damit man vom Sommer träumen kann, ohne dann und wann während der besten Momente zu schlottern und zu frösteln.

Winterschlaf. Das wäre eine Idee; aber noch ist ihre Zeit nicht gekommen. Die Sonne ist ja noch da, ein paar Stunden am Tag, eine blasser und durchscheinender werdende Erinnerung an Sommer.

Tief drunten im Bau, da braucht man andere Maßnahmen. Einen Kamin zum Beispiel, davor einen pusseligen Teppich, auf dem sich die Pfoten gut anfühlen, einen Grog in der Hand oder auf dem Ofen warmgehalten, in dem ein Feuerchen prasselt.

Und Geschichten mit noch mehr Sommer darin, genug für die lange Dunkelheit vor uns.

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Das Bier meiner Heimat. Dahinter. Jemand.

Vorn paar Stunden, da war mir noch richtig kalt. Da hab ich mir aber sowas von meine acht Kilometer Fitnessfolterlaufen gespart, das glaubste nich. Echt!

Nach dem Essen war mir immer noch kalt und gehustet habe ich auch. Da war sie, die Bronchitis: Klopfte noch nicht an die Tür, war noch nicht da, aber sie hat schonmal ne Ansichtskarte geschrieben: “Bald bin ich da, frohlocke lieber Denis, deine Bronchitis. Schönen Gruß. P.S.: Hast du mich vermisst?” Da hab ich einen Gammeldansk getrunken, der war aber sowas von bitter für einen Bitter. Da musste ein Cherry hinterher.

Mir war immer noch kalt, da hab ich einen Grog getrunken, solidarisch wie versprochen, noch für Jemand Spezielles ein Fingerbreit Grog mehr. Da war mir warm. Sowas von übermäßig warm.

Und nun trink ich ein Barre, mein Heimatbier, das nur ein paar Minuten von meinem Elternhaus entfernt gebraut wird. Damit ich wieder etwas abkühle.

Prost. Ich glaube, das ist nun wohl wirklich der Winter, nach zwei ganzen Tagen goldenem Herbst.

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