Mein Vater bat mich vor kurzem, seinen Lebenslauf mal ins Reine zu schreiben; weil er den für irgendetwas braucht – ich könne das viel sauberer und schneller als er selbst. Damit wäre bewiesen, dass Eltern ihre Kinder auch nach vielen Jahren lange nicht so gut kennen wie sie sich einbilden – ich habe es natürlich trotzdem gemacht.
Mein Vater hat 1965 einen Wochenendlehrgang namens “Programmierer elektronischer Datenverarbeitungssysteme” besucht, ohne wirklich wissen zu können, was ihn da erwartet. (Programmierer?) Später hat er an einem der flottesten Großrechner der damaligen Zeit gearbeitet, einem Monstrum von IBM mit satten 4 KB Speicher. Gespeichert wurde auf Lochkarten, welche am ehesten den Songspeichern einer Drehorgel ähnelten und im Gegensatz zu den “Blu-Ray” und Co. heutiger Zeiten genau das waren, was der Name vermuten ließ: Kleine Karten mit hineingestanzten Löchern.
Damals konnte man kaputte Datenspeicher noch mit Tesafilm reparieren. Mit denen die man nicht mehr reparieren konnte, habe ich als kleines Kind gespielt. Ich habe Bilder mit Wachsmalstiften auf COBOL-Programme gemalt.
Ich frage mich oft, wann genau mein Vater plötzlich aufhörte ein Nerd zu sein.



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