Igel

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Heute Abend muss ich mit meinem Noch-Kolleginnen zum Essen gehen, Weihnachtsfeier ist geplant, beim Griechen: Ich liebe es, ins Restaurant zu gehen, aber Weihnachtsfeiern verabscheue ich leidenschaftlich. Dieses Mal wird gewichtelt. Und zwar wild durcheinander. Gut, dass sie nicht nach Namen gefragt haben, die kann ich mir nämlich immer noch nicht merken und so habe ich ein kleines Päckchen Entspannungsbad1 genommen. Das können die in jedem Fall gut brauchen.

Und ich wohl auch. Ich fahre absichtlich selbst, damit ich mich nach dem ersten Glas verdrücken kann. Die reden alle vom wilden letzten Mal und ich habe nun -erst recht als einziger Mann- … wohlbegründete Sorgen um mein Wohlergehen und Seelenheil.

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Ich denke, ich werde dieser Tage mal wieder etwas über Technik schreiben, genauer gesagt über ein Stück Software. Ich nehme sogar an, dass dieses Exemplar Code auch für die nicht-Techies interessant sein könnte, vor allem die unter euch, deren Taschen von Übertrieben Ausgestatteten Mobiltelefonen ausgebeult werden.

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Ich bin schockiert, wie schnell manche Leute andere abschreiben, die sie noch wenige Tage vor einer Meinungsverschiedenheit als Freund/Freundin/Sweetheart beschrieben hätten, nur weil man sich mal zankt. Das schließt mich ein, manchmal stehe ich richtig neben mir und ich kann mir Sekunden später nicht mehr erklären, warum ich eigentlich so hart agiere. Nun – in einigen Fällen kann ich es mir schon erklären und ich bereue da auch gar nichts. Aber sonst … ich bin wohl so eine Art überdurchschnittlich anhänglicher Mutant. Was ich nicht bereue, nie bereut habe. Wenigstens kann man sich auf mich verlassen, sogar wenn man von mir verlangt, früh aufzustehen. Dann etwas weniger, aber es geht… einigermaßen. Nobody’s perfect.

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Morrissey geht nächstes Jahr auf Tour und ich erwäge ernsthaft, enorme Eintritts- und Reisekosten auf mich zu nehmen und hinzugehen. Einmal im Leben und so; ihr versteht schon.

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Ich habe schon ein paarmal vom Igel geschrieben, der am Haus meinen Eltern wohnt. Mein Vater hat ihm in spontaner, nicht selten in heftiger Form auftretender Bastelwut eine Art Haus gebaut, neben seiner inzwischen angenommenen Futterstelle. Der Herr I. hat das Angebot auch angenommen und hat direkt neben dem etwas unansehnlichen (aber soliden!) Holzkasten seinen gewohnten Laufhaufen aufgeschichtet. Eine nicht ganz befriedigende Lösung für den (menschlichen) Bauherrn.

  1. Ein Günstiges, nichts von dem guten Zeug für meine Freunde und mich selbst []

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Der Herr I.

IgelIn mir drin, so ungefähr rund ums Herz, ist es gerade besonders kuschelig warm. Das kommt von Hoffnung auf bessere, strahlende Zeiten und auch auf Gerechtigkeit und Freiheit und bedeutend bessere gemeinsame Verabredungen zum Essen – woher kommt die? Nun, ich weiss es1. Aber auch sonst hätte ich wohl etwas getan – der Herr I. saß mitten auf der Straße und war dort emsig beschäftigt, wohl mit der Suche nach seinem Lebensunterhalt. Da musste ich dann doch los, mit Arbeitshandschuhen, weil der Herr I. stachlig ist und – das bleibt besser unter uns, geneigte Leserschaft – wahrscheinlich verlaust. Um ihn in Sicherheit tragen und so. Ich hatte noch etwas Igelfutter vom letzten Jahr und außerdem einen gut vorbereiteten Laubhaufen mit Dach für den Winter. Man erwartet ja jedes Jahr den Herrn I. und schätzt seine Anwesenheit, da ist es man gut vorbereitet. Nach einem kurzen Fototermin stapften wir zur Wohnung. Es wird besichtigt (Herr I. rollte sich zu einem abweisenden Ball zusammen, er schien wenig angetan. Aber bald entspannte er sich wieder).

Direkt daneben, unter dem uralten und niemals benutzen Bootskadaver, da im trockenen, da  gab es die Schale mit dem Futter für ihn. Man kann ja mal ein Zimmer zur Untermiete nahelegen, vielleicht ist es dem etwas schreckhaften Kollegen ja genehm. Tatsächlich kenne ich den Herrn I. schon eine Weile, man weiß halt wie der aussieht – ganz anders als die restlichen Mitglieder seiner großen Familie. Ich frage mich wirklich, warum er sich bei diesem üblen Wetter noch draußen herumtreibt und noch nicht schläft, so wie es sich gehört.

Vielleicht hatte er einfach nur Hunger. Vielleicht kann er auch nicht schlafen. Oder er hatte wie ich das erste Mal seit langem wieder gut geträumt und ist nun rastlos, voller Gedanken und tief in sich sich so sicher und warm und ruhig wie ich.

  1. Und Du Muschelfreundin auch, oder? []

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Siesta

Igel auf Urlaub

Offenbar schlägt das wechselhafte Wetter nicht nur mir auf den Kreislauf. Auch andere verspüren den Drang, sich zwischen den Schauern einfach mal auf die warme Straße zu legen und ein Nickerchen zu halten1

Ich habe natürlich vollstes Verständnis.

Aber ich quieke nicht leise, wenn Fliegen sich auf meine Nase setzen wollen.

Hoffentlich.

Obwohl, ist das vielleicht süß? Dann sollte ich wohl damit anfangen…

  1. Ja, ich weiss: Der sieht nicht so gesund aus, der Igel. Lasst mir einfach mal die Illusionen von faulen Tieren. Ich schaue ihn mir gleich noch einmal an, wenn er dann noch da ist. []

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