kamin

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Wenn ich nachts nicht schlafen kann, dann kommen mir weit hergeholte Ideen. Die meisten sind traurig und deswegen total langweilig um darüber zu schreiben. Aber hin und wieder gibt es bessere Kopfblitze. Vor nicht langer Zeit kam mir die Idee, meine allzu kahlen Wände standesgemäß zu dekorieren. Das bedeutete in diesem Fall, dass gekreuzte Schwerter oder vielleicht auch Streitäxte die Wände eines Wohnzimmers erst so richtig kuschelig machen und so Wunder für die Atmo wirken könnten. Aber dann erinnerte ich mich an meine charmante Schussligkeit und die Gefahr eines vorzeitigen Ablebens meiner Person durch allzu engen Kontakt mit scharfkantigen Gegenständen – Ableben, nein, davon wollte ich doch lieber absehen.

Also, eine Muskete über dem Kamin. Wäre das nichts? Sie wäre natürlich nicht geladen… oder vielleicht doch? Dieses gewisse Kribbeln der Ungewissheit wäre sicher ein guter Grund für belebenden Smalltalk. Meine Pro-Musketen Entscheidung erfüllte mich mit dem warmen Gefühl einer rechtschaffenen, ja: Einer weisen Entscheidung. Ich würde mir eine Muskete wünschen, nicht etwa eine billige Imitation. Eine mit Steinschloss.

Vorher aber brauche ich einen Kamin. Ob sich mein Vermieter davon wohl überzeugen lässt?

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Derzeit hüte ich gern mal das Haus meiner Eltern, wenn ich die Gelegenheit dazu bekomme. Katze füttern und solcherlei Dinge. Aber bei diesem Wetter bleibe ich gern länger, viel länger, was unter Umständen direkt mit dem Kaminofen zu tun haben könnte. Und dem Sofa. Und einer warmen Decke.  Und was zum schreiben und lesen.

Oder mit der besten Gesellschaft, ich wüsste da schon …

Verspannungen von Körper und Geist sollten sich da um so besser behandeln lassen, jaja.

Nun wäre ich beinahe rot geworden, geneigte Leserschaft, aber ich konnte mich noch einmal bezwingen. Jedenfalls wünsche ich euch auch einen Kamin. Und eine ziemlich gute Gesellschaft auch, aber die Beste1 ist in meiner glühenden Phantasie und hoffentlich nicht nur dort; die hat Klasse, da kommt ihr eh nicht mit. Nun gut. Ihr könnt es natürlich gern probieren.

(Nun seht ihr auch, warum ich so wenig verblogge, in letzter Zeit: Zusammenhangloses Gefasel.)

  1. deren Mailbox scheinbar voll ist und nichts neues annimmt – unerhört! []

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Ja, nun ist es wohl wirklich soweit, auch wenn es wieder etwas wärmer werden soll: Der Winter hat sich angekündigt und schonmal einen kleinen Vorgeschmack auf das frostige Programm der nächsten Monate erlaubt. Ich bin kein besonderer Freund des Winters, aber ich weiss zu schätzen, was er nach sich ziehen kann. Ich habe ja schon gesagt, dass Glühwein so ein typisches Winder-Getränk ist, das ich für sich betrachtet eher für einen bedauerlichen Fehler halte1, in der richtigen Gesellschaft aber wundervoll sein kann. Eine Handvoll Freunde oder noch besser SIE, die sich bis auf die Knochen durchgebibbert die Hände am Glühweinbehälter wärmen… das hat etwas sehr Behagliches, oder?  Da kann die übersüßte Brühe noch so klebrig sein, es macht glücklich.

Ein anderer winterlicher Effekt ist kalter Wind: Ich überlege fast ernsthaft, mir eine Tweedmütze zuzulegen, um meine zarten Ohren zu schützen. Jemand sollte mich aufhalten. Schnell.

Noch einer: Ich habe gestern das Vergnügen gehabt, in einem Wohnzimmer mit Kamin der Lektüre meiner Wahl nachgehen zu können. Ich glaube, ich brauche so etwas auch2. Ich bemerke: Winterwünsche regen die Konsumzentren in meinem Gehirn an. Die Geldausgebedrüse sondert das Shoppinghormon ab. Ich kann es spüren.

Vor allem aber ist es eine Sache: Ich will die Menschen um mich haben, die ich gern habe und mit ihnen an einem sicheren Ort Grog trinken. Je kälter es wird, desto mehr vermisse ich sie.

  1. Abgesehen von einigen fantastischen Glühweinen, die mich etwas milder stimmten – trotzdem, die übliche unheilige Fertigmischung aus dem Supermakt ist nicht ganz mein Ding. Aaaaaber… weiter im Text []
  2. Das, und die Frau für das Sofa – mit der kann man sich über die warme Decke hinweg zusätzlich wärmende Blicke zuwerfen. Über den Buchdeckel weg. Großartig, oder? []

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