Wenn ich nachts nicht schlafen kann, dann kommen mir weit hergeholte Ideen. Die meisten sind traurig und deswegen total langweilig um darüber zu schreiben. Aber hin und wieder gibt es bessere Kopfblitze. Vor nicht langer Zeit kam mir die Idee, meine allzu kahlen Wände standesgemäß zu dekorieren. Das bedeutete in diesem Fall, dass gekreuzte Schwerter oder vielleicht auch Streitäxte die Wände eines Wohnzimmers erst so richtig kuschelig machen und so Wunder für die Atmo wirken könnten. Aber dann erinnerte ich mich an meine charmante Schussligkeit und die Gefahr eines vorzeitigen Ablebens meiner Person durch allzu engen Kontakt mit scharfkantigen Gegenständen – Ableben, nein, davon wollte ich doch lieber absehen.
Also, eine Muskete über dem Kamin. Wäre das nichts? Sie wäre natürlich nicht geladen… oder vielleicht doch? Dieses gewisse Kribbeln der Ungewissheit wäre sicher ein guter Grund für belebenden Smalltalk. Meine Pro-Musketen Entscheidung erfüllte mich mit dem warmen Gefühl einer rechtschaffenen, ja: Einer weisen Entscheidung. Ich würde mir eine Muskete wünschen, nicht etwa eine billige Imitation. Eine mit Steinschloss.
Vorher aber brauche ich einen Kamin. Ob sich mein Vermieter davon wohl überzeugen lässt?



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