kino

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Ich mag Fussball. Allerdings bin ich nicht in einer Stadt mit einer eigenen Ligamannschaft aufgewachsen – ich bin nämlich kein gebürtiger Bielefelder, sondern stamme aus einer Handballhochburg. Als Kind muss man natürlich einen Verein gut finden und das war bei mir dann erstmal Werder Bremen, weil die erstens nicht Bayern München und zweitens nicht der VFL Osnabrück waren und weil sie drittens ungefähr aus der selben Ecke kamen. Außerdem haben sie damals unter Feldherr Rehagel andauernd gewonnen.

Aber sonst… Fan eines Fussballvereins zu sein sieht ein wenig deprimierend für einen Außenstehenden aus, wenn man so nahe bei Arminia lebt. Natürlich steht man loyal zu Arminia, wenn da jemand lästert der nichtmal aus Bielefeld kommt. Das darf man nur, wenn man hier auch wohnt oder aber besonders attraktiv sowie sympathisch ist.

Das erste Spiel habe ich verpasst, weil ich arbeiten musste; die meiste Zeit war ich im Auto – aber ich habe das Radio angehabt, immerhin.

Das zweite Spiel wollte ich eigentlich anschauen, aber dann… bei so schönem Wetter… da geht man dann doch lieber woanders hin, nämlich ins Kino und schaut “Die Bielefeldverschwörung“, richtig?

Genau.

Ich habe mich überreden lassen und war nach wenigen Minuten froh, die nächsten zwei Stunden nicht allein verbringen zu müssen. Weniger froh war ich, überhaupt das Kino betreten zu haben – wie unterhaltsam und angenehm klang da doch im Nachhinein ein schwaches 0:0 Frankreichs gegen Uruguay! Ein ordentlicher schlechter Film ist eben doch nicht so leicht gemacht. Ich schlief nicht ein – die unterdrückten, peinvollen Laute der schuldbeladenen Kino-Überreder und vielleicht Freunde neben mir erfüllten mich mit großem Mitleid – jedes Haar stellte sich auf, ergriffen von uraltem Grauen, um sich gleich danach wieder von bleierner Langeweile erbarmungslos niederdrücken zu lassen. Dieser Film war nicht schlecht, er war vielmehr antigut – er saugte jeden Glauben an gut gemachten Film aus seiner näheren Umgebung.

Ihr versteht sicher, dass man danach einige Biere trinken musste – und heute schau ich Argentinien gegen Nigeria. Wenn nichts dazwischenkommt.

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Ich sehe, wenn sich niemand Wichtigeres meldet, schon mal hin und wieder fern. Das macht den Kopf schön leer. Weil ich aber nicht sonderlich oft fernsehe, verstehe ich nicht alles. Vielleicht helft ihr mir ja bei meinen Fragen?

  1. Warum ist Two and a half Men so unbändig erfolgreich? Das ist doch eigentlich eine ziemlich müde Sitcom von der Stange, hat dabei nicht mal ansatzweise schwungvolle Scripts und ich bremse mich hier besser. Na gut, Charlie Sheen ist drin und schaut durchgängig wie ein … nun, wie Mitglied einer bestimmten Hunderasse, deren Name mir nicht einfallen will. Das ist alles. Der bekommt 24 Millionen pro Staffel? Ich kanns echt nicht fassen.
  2. Warum spielt Nicholas Cage in so schauerlichen Filmen mit? Eigentlich kann der Mann doch was und um die Knete allein kann es dem doch wohl auch nicht gehen. In jedem dieser fiesen Machwerke – ich denk da sogar auch an Next mit seiner netten Grundidee und total verhunztem Drehbuch und fürchterlicher Regie – blitzt zwischendurch mal sein Charisma durch – das konnte der mal einen ganzen Film lang. Aber das waren eben auch Filme, die es wert waren.
  3. Ich weiß gar nicht so genau, warum Doctor Who so süchtig macht, ich muss jede Folge sehen, sobald sie in der BBC ausgestrahlt wurde – auf DVDs zu warten ist qualvoll für mich. Und die fiesen Cliffhanger! Warum falle ich immer darauf hinein? Bei jeder anderen Serie nerven sie mich und irgendwann bin ich es satt. Bei Doctor Who nerven sie mich, ich schimpfe… und fiebere bis zu Erlösung mit.
  4. Ich will wieder ins Kino, aber irgendwie klappt es nicht mit der Begleitung oder mit mir. Das hat jetzt nichts mit Fernsehen zu tun, aber das hier ist mein Blog und ich darf zwischendurch mal meinem Unmut Luft machen: Zisch.
  5. Ich glaube, ich mag Monk nicht mehr. Warum?

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Am Ende des neuesten Tarantino Machwerks ist Hitler tot und der Krieg vorbei und … das Publikum applaudierte, obwohl es gar keine Premierennacht war. Ich bin nicht sicher, ob es ein guter Film ist, aber ich will sagen, dass die zweieinhalb Stunden in Rekordzeit herum waren und dass ich in Begleitung zweier Leute im Kino war, deren Eltern nicht in Deutschland geboren sind. Die haben sich sehr über den Applaus gefreut.

Ich habe selber auch geklatscht (aber nicht so laut).

Aber wenn die beiden sich so freuen – ich glaube, das hatte nur halb etwas mit dem Film selbst zu tun, sondern mehr mit dem Publikum – dann war es für mich auch ein ganz gelungener Abend.

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Nach einem gar nicht mal so schlechten Tag auf der Arbeit quasi im Gehen während der Beladung des Gorgmobils mit meinen Mitfahrern schnell etwas futtern und dann direkt ins Kino – für gut drei Stunden – nach 2 Stunden Schlaf in der Nacht davor – geht das gut?

Komischerweise ja. Man kann Watchmen: Die Wächter auf jeden Fall das Kompliment machen, mich wachgehalten zu haben und unterhaltsam zu sein, stellenweise auch mehr: Ich kann bestätigen, dass meine Begleiter schwer beeindruckt waren.

Aber die kennen auch den Comic nicht. Der Film schnippelt rechts und links, oben und unten alles weg, was man nur weglassen kann und versucht, sich auf die Geschichte der Helden auf dem mehr oder weniger unfreiwilligen Altenteil zu konzentrieren. Das ist immer noch eine verdammt gute, facettenreiche, epische Geschichte. Die Vorlage war viel mehr als das und es zeigt sich in Zack Synders Verfilmung anschaulich, dass die Vorlage tatsächlich so umfangreiches, geschickt verwobenes Garn ist, in ganzen wohl wirklich unverfilmbar: Es war als Comic gedacht und kann nur (!) seine volle Wirkung entfalten.

Aber das ist alles Fangeschwafel. Comicfan Snyder hat einen richtig guten Watchmen-Film gemacht. Man könnte ihm die nicht immer überzeugenden Spezialeffekte vorwerfen. Man könnte ihn fragen, warum wirklich jede Einstellung übertrieben künstlich verdreckt aussehen musste – vermutlich, um die düstere Grundstimmung kurz vor dem Atomkrieg auszudrücken. Nixons Nase. Warum Dr. Manhattans enormer blauer Schwanz1 viel größer ist als im Comic.

Der Film ist schon in Ordnung. Das Ende nicht ganz dasselbe, aber die große Frage ist noch da.

  1. Es ist nur ein Computereffekt, Ladies! []

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07112008207.jpgNormalerweise schreibe ich selten über die traurigen Überreste von Obst, die achtlos in Parkhäuser weggeworfen werden. Diese hier jedoch sind verdächtig. Bestimmt hat ein fieser Beobachter links neben dem Gorgmobil nicht etwa nur ein Beispiel seiner Unverfrorenheit hinterlassen; nein – das hier ist eine deutliche Drohung. Jemand wollte uns Angst haben. Dieser jemand trägt bestimmt einen Hut und einen Trenchcoat mit hochgeschlagenem Kragen.

Das hatte sicher nichts damit zu tun, dass wir vorher den letzten Film mit Commander Bond angeschaut hatten. Leider gab es keine aufregende Verfolgungsjagd beim Verlassen des Parkhauses; so etwas gab es vor dem Film bei der Suche nach dem letzten Parkplatz.

Dafür hatte ich für 20 Sekunden Angst, mein Parkticket verloren zu haben. Immerhin etwas Dramatik.

Ach ja, der Film. Trotz einiger hektischer Actionszenen per Shakycam fand ich den ziemlich gut; ihr solltet aber auf Nummer sichergehen und einen guten Platz hinten im Kino ergattern, sonst kommt man vielleicht nicht ganz in den flotteren Sequenzen mit. Gut gespielt, toll gefilmt, etwas zweifelhafter Schnitt. Außerdem ziemlich kurz, aber das hat mich nicht weiter gestört.
Ladies: Es gibt nur einmal Daniel Craigs unbekleideten Oberkörper, sonst trägt er eine Menge schmutziger Hemden – oder besser gesagt: Betrüblicherweise wohl meistens dasselbe schmutzige Hemd. Keine Badehoses dieses Mal. Nicht, dass mir dieser Kritikpunkt besonders aufgefallen wäre, aber nach Klagen einiger weiblicher Bekannter wollte ich ihn nicht einfach übergehen.

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Na gut: Es sind vier, die ich euch hier weitergeben möchte:

  1. The Dark Knight, der neue Batman Film, ist ein guter. Er ist allerdings eine gute Stunde zu lang, hat seine dramaturgischen Hänger und ein ziemlich mäßiges Ende. Dafür gibt es teils beeindruckende Schauwerte, wirklich ordentliche schauspielerische Leistungen und etwas mehr Humor als in Batman Begins. Es ist wieder voller “Das Darf Man In Solchen Filmen Nicht Machen, Aber Sie Haben Es Trotzdem Getan, Meine Güte.”-Momente -der Streifen ist ganz schön brutal. Übrigens fand ich den Joker nicht komisch, genau wie es eigentlich sein sollte. Guter Film, aber lange nicht so gut wie ihn die Kritiker machen, geneigte Leser. Könnt ihr mir glauben und dann trotzdem ins Kino gehen; Filme mit Krawumm müssen im Kino gesehen werden. Nehmt die Originalfassung.
  2. Rechtzeitig gute Plätze zu reservieren macht Sinn, wenn man sonst weit vorn und an der Seite vor einer der gewaltigen Multiplex-Leinwände sitzt. Das macht Kopfschmerzen und tut in den Augen weh.
  3. Ich musste feststellen, dass die reale geschminkte Gefahr nicht Heath Ledger als Joker ist, sondern die sich vor der lokalen Schicki-Proll Disco Elephant Club sammelnden Gestalten. Bleib da länger als ein paar Minuten stehen und du wirst unruhig. Man entwickelt eine sanfte Paranoia und nur schwer unterdrückende Fluchttendenzen. Die sind alle so ernsthaft und unentspannt. Es gibt wenige Momente, in denen ich mich für einen der Coolsten vor Ort halte; dieses war einer davon und sollte auch so ein in die Archive dieses Blogs eingehen.
  4. Einer meiner Begleiter hatte sich aus Überzeugung dauerhaft von seinem Mobiltelefon getrennt; ich glaube, weil er sich durch so ein kleines Ding und unerwartete SMS und Anrufe in seinem Tagesablauf eingeschränkt fühlte oder so – ich habe nicht gefragt, das sollte ich wohl nachholen. Ich muss sagen, dass ich unerwartete SMS und Anrufe gern mag. Solange sie nett sind, was ehrlich gesagt der Großteil ist.

    Ich mag das Handy, weil dadurch mein Tag manchmal nicht mehr ganz so durchgeplant und gleichförmig und grau ist. Wenn es autokratische Tendenzen entwickelt, kann ich es im Gegensatz zu anderen Diktaturen einfach abschalten. Gar kein Problem.

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