Klischee

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Was mich in letzter Zeit zunehmend nervt, sind die vielen Klischees und Automatismen, die sofort ins Spiel kommen, wenn ich sage, dass ich Sozialarbeiter bin.1.

Ich rede ja nicht einmal von possierlichen Sachen wie dem Norwegerpulli und den Birkenstock-Sandalen, die mein Berufsstand scheinbar genauso wie die Tracht der Zimmerleute verwendet – falls nicht mehr als sichtbare Uniform, dann doch die damit verbundene Einstellung. Der Pulli im Kopf: “Der Typ bringt nichts, ist aber irgendwie fusselig und lieb. So lieb! Der will die ganze Welt verbessern, mit Kräutertee und Verständnis.”

Das wäre alles gut und schön – ich kann damit leben, ich bin während der Arbeit gar nicht so besonders kuschelig; das merken die Leute meistens ziemlich schnell – aber es wird dann anstrengend und dann und wann echt nervig, wenn es nach Feierabend weitergeht.

Nicht die Überstunden, die meine ich nicht.

Das “Ey, du wirst ja sauer, wenn ich dir zum hundertsten Mal das und das Problem erzähle und nichts ändere. Ich dachte, Du bist Sozialarbeiter!”

Das “Machst du das auf der Arbeit auch so?”

Das “So darft du dich aber nicht benehmen, wenn du Sozialarbeiter sein willst.”

Ein winziger Hinweis von mir an die Welt: Auch ein Zimmermann verbringt seine Freizeit nur selten vollständig auf Dächern.

Ich habe auch irgendwann mal Feierabend; dass meine Arbeit Arbeit ist und ich auch ganz gern mal nur ich selbst bin… das versteht sich wohl nicht von selbst.

Ich habe nicht für alles Verständnis und ich mag keinen Kräutertee. So!

  1. Das kennen sicher die Lehrer, Psychologen, Erzieher und so weiter sicher auch []

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