Krank

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Angeblich habe ich ja laut Test keine Allergien, trotzdem werde ich termingerecht in Frühling und Herbst von brennenden Augen, laufender Nase, Forenschlafwandeln (!)1, Kopfturbine und kratzigem Hals plus fulminantem Schnupfen fast vollständig außer Gefecht gesetzt. Passt alles, oder? Ich bin inzwischen davon überzeugt, dass ich nicht nur klassischen Heuschnupfen und die seltene Pünktliche Bronchitis habe, sondern auch alles andere mit ähnlicher Symptomatik. Mal geht’s besser und man schöpft Hoffnung, ein paar Stunden später schlechter; man kennt das ja schon – irgendwann ist es überstanden. Das soll also nicht bedeuten, dass ihr nun alle Mitleid mit mir haben sollt.

Eine Sache wurmt mich aber enorm: Ich bin kopfleer im Moment, so dass ich scheinbar über das Internet keine unterhaltsame Konversation mit den Leuten pflegen kann, die mir besonders wichtig sind. Ich mache Pausen. Und wirke möglicherweise desinteressiert und uncharmant auf liebe Menschen, die nicht auf meinem Sofa neben mir sitzen und meine roten Augen sehen – das stört mich sehr. Dabei bin ich gar nicht desinteressiert, im Gegenteil – ich überlege nur wie ich das Richtige richtig sagen soll und bekomme es nicht recht hin. Man will ja auch nichts Falsches stammeln, oder? Und dann ist die Person während dieser endlosen Grübelei offline gegangen. Natürlich.

Also, nach reiflicher Überlegung bin ich anderer Meinung: Ihr dürft natürlich Mitleid haben, aber bitte nicht so laut – mein Kopf tut schließlich bereits weh. Noch besser: Mir Therapievorschläge machen. Am Besten aber keine ernstgemeinten.

Mir geht’s ganz gut, den Umständen entsprechend. Solange ich nicht Medikamente gegen Alles nehme, versteht sich – die würden mich vermutlich in Rekordzeit umbringen.

  1. Fragt nicht. []

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Was der schwächliche Blogger auf dem Siechenbett schrieb:

Siechenlager

Siechenbett, Bielefeld.

Wie ich schon erwartet hatte: Mir geht es schon wieder besser, mal abgesehen davon, dass mir alle Knochen weh tun; vielleicht sollte ich schon wieder zum Gerippedoktor, ein Gedanke der mich wurmt, fast so sehr wie die ungewischte Küche. Gut, dass keiner davon etwas mitkriegt.

Ich glaube das Fieber ist weg, das muss ich gar nicht messen.

Warum geht es mir besser? Erstens war es vermutlich das entsetzlich sehnige Rindfleich, welches verarbeitet und nebst einem Haufen Gemüse gegessen werden musste – irgendwie heilsam und zweitens, natürlich, die Tatsache, dass ich morgen wieder arbeiten muss – bekanntlich genese ich pflichtgemäß zum Montag. Glücklicherweise kann ich dann wirklich gut ausschlafen – schön.

Aber ich denke an die Stunden vor dem Krankwerden und an das Lächeln und die Diva und die Stimme, und wäre es das nicht wert, all das kranksein? Wäre es doch. Würd glatt wieder ein paar Tage kränkeln, für ein paar solcher Stunden.

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Turbogrippe

Manchmal weiß ich schon ganz genau, dass ich bald mal krank werde. Meistens aber ist das kein Problem für meine Chefs, immerhin werde ich meistens arbeitgeberfreundlich krank – pünktlich zum Wochenende.

Du legst das Telefon aus der Hand und merkst schon das Rumoren im Bauch… die letzten Mahlzeiten kündigen sozusagen den entschiedenen Willen zur Solokarriere an. Du hast ja nun Zeit.

Manchmal kann man alle Symptome einer luxuriösen Magendarmgrippe in einer einzigen Nacht schaffen und dann – nachmittags, weil man in den letzten Stunden so beschäftigt war – kommt das Fieber.

Na endlich.

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Wie beinahe immer, wenn ich mal frei habe, werde ich dann bald auch krank. Wie immer, wenn ich krank werde, werde ich richtig krank. Wie immer, wenn ich richtig krank war und es mir nur eine Winzigkeit besser geht – sprich: Ich kann mich auf den Beinen halten – muss ich unbedingt raus. Das ist sehr wichtig, denn sonst werde ich sehr traurig. Es ist außerdem sehr unvernünftig.

Wenigstens fahre ich nicht selbst, ich lasse mich bei Frau Alltagsbrei, mit der ich dann dahin gehe, wo man als Nichtganzbielefelder zusammen mit den Bielefeldern hingeht – auf den Siegfriedplatz1 natürlich, da wo das Pflaster warm, der Verkehrslärm vernachlässigbar, das Bier teuer und die Toiletten nah sind. Es gibt Leute, die diesen Ort aus ihren erweiterten Balkon betrachen; diese Beschreibung passt ziemlich gut. Ich habe meine Versehrtenausrüstung dabei, britische Hustenpastillen, ein paar Tabletten, eine Thermoskanne mit schwarzem Tee und eine Decke. Ich fühl mich super. Verhältnismäßig super.

Die Bielefelder Bloggerblase ballt sich zusammen, dazu die Musiker, die sich auf Myspace zusammenrotten und wohl glauben, etwas Besseres zu sein (ha!). “Hey, Denis, hast du ‘nen Öffner odern Feuerzeuch?” Ich habe keine Ahnung, wer der Mann ist. Etwas vorwurfsvoll erleuchtet er mich – es ist Greebo78, der sich darüber beklagt, dass ich seine Aktualisierungen auf Twitter.com nicht abonniert hätte. So ganz stimmt das nicht2. “Twitter? Was ist das denn? Braucht man das?” Die junge Dame steht gleich im Mittelpunkt des Interesses. Braucht man nicht, versichert man reihum. Wie sich herausstellt, sind außer ihr und ihren Freundinnen 90% der zunehmend akoholisierten Umsitzenden Twitterer, 10% schweigen.

Scheinbar werde ich mehr gelesen als ich vermutet hatte, ich bin sogar sicher, dass ich an diesem Tag die bestpublizierten Hustenanfälle der Stadt habe. Dauernd werde ich darauf angesprochen, was mir peinlich ist. Die Raucher tun das, woher sie ihren Namen haben, was mehr Gehuste und Gekröchel meinerseits zur Folge hat. Außerdem ist der Tee alle. Ich spüre, wie ich mir die Kraft aus den Knochen rieselt; eigentlich sollte ich ins Bett. Aber noch ist es hell genug und ich kann mir ein paar Notizen machen.

Es gibt wichtige Gespräche. Die Musiker glucken zusammen und reden Musikerzeug, dabei trinken sie Bier und Wein, der Rest trinkt Bier und Wein. Die entscheidenden Unterschiede eines Katers nach übermäßigem Genuss von Sambuca und Tequila werden diskutiert; ich glaube, Tequila macht den besseren, Sambuca mag ich nämlich nicht.

Meine nächsten Fahrer wollen los, die nächste Station – tanzen gehen. Die Parkplatzsuche wird schwierig und so ennervierend, dass erst einmal ein paar Minuten gesungen werden muss, um überschüssige Energie abzubauen und das Auto überhaupt verlassen zu können. Ich bin heiser und beobachte das lieber erbärmlich hustend von draußen, bis wir uns auf den Fussweg machen. Weit über dem Wagen hatten sich während der letzten Minuten ein paar Fenster erleuchtet. Die Leute in dieser Straße haben ganz offensichtlich keinen Sinn für Musik. Hoffentlich rufen die nicht die Polente.

Ich merke, dass ich fiebere. Zeit für mein Glas Wasser und die Tabletten dazu; ich habe klapprige Knie, beschließe das zu ignorieren, denn ich habe Spaß, trotzdem. Wir beobachten Leute, die in dunklen Innenhöfen neue Episoden von Dittsche aufnehmen. Die Leute sind alles Mädchen, was die Sache auf eine ganz neue künstlerische Ebene hebt; zudem trinken sie im Gegensatz zu Herrn Dittrich ganz sicher kein alkoholfreies Bier. Herr Dittrich kann seinen Bademantel einpacken, find ich.

Im Kamp sei nichts los, sagt das rauchende Volk vor der Tür. Wir gehen trotzdem rein, es wird nämlich kalt. Der Unteram einer kurzbeärmelten Person neben mir zeigt eine kapitale Gänsehaut. All die sonst unsichtbaren feinen Härchen stehen im rechten Winkel ab, es sieht flauschig aus. Drinnen mache ich den großen Fehler, die Tanzschuhe von Little James für Gummistiefel zu halten. Ein verzeihlicher Fehler, besitze ich doch gar keine Tanzschuhe und kann mir darüber kein Urteil erlauben – ganz im Gegensatz zu James, die behauptet, ausschließlich Tanzschuhe zu besitzen, die eben manchmal wie Gummistiefel aussehen. Sehr stylische Gummistiefel. Ich entschuldige mich.

Habt ihr schonmal gelesen, dass Kaffee angeblich wie glühende Lava3. durch den Körper fließt? Ein klassisches Klischee. Der Kaffee im Kamp fühlt sich wie glühende Lava an, die langsam durch mich sickert. Meine Stirn ist heiß und ich heize den Raum wie ein Kachelofen, das fühle ich genau. Aber die Energie ist wieder da, ich kann beinahe den Takt mitwippen, wenn ich dabei sicher an eine Wand gelehnt stehe. Es ist nichts los, dafür ist die Musik gut. Ich fühle mich leicht und unbesiegbar und unsagbar cool; kein gutes Zeichen.

Mir fällt ein genialer Schlachtpläne ein, mit dessen Hilfe meine Begleitung endlich ihr Zielobjekt ins Gespräch und vermutlich einen beneidenswerten Zustand ewigen Glückseligkeit bringen wird. Ich bin so verdammt selbstlos.

Eine junge und erfreulich leichtbekleidete Dame spricht mich an, sie hat mich beim notieren auf dem Siggi beobachtet und bezeichnet mich als Schriftsteller. Ich stammele herum, dass ich nur ein Blog betreibe und dass ich ganz ehrlich kein Dichter bin- doch, bin ich, da ist sie hartnäckig – und das ich keine Bücher geschrieben hätte, die ich für sie signieren könnte – sie besteht trotzdem darauf, dass ich ihr eines schicke. Ich verspreche es.

Während wir uns unterhalten, tauchen große, schwankende Typen in schwarzen Blazern und zu viel schmierigem Zeug in den Haaren auf. Schwarze Blazer sind immer Grund zu Sorge. Vermutlich trägt man so etwas automatisch, wenn man regelmäßig kokst. Diese Leute gehören hier nicht hin.

Der eine Vollhorst quakt meinen Fan an, mitten in der Stunde für kreatives Schreiben. Nicht nur dass er mein Seminar stört, er spricht auch direkt mit ihrem Busen. Sie ist ziemlich klein, was seine Blickrichtung so offensichtlich macht, sie ist aber auch so angetrunken, dass sie es nicht bemerkt. Sein Kumpel ist stiller Genießer, er schaut über seines Kompagnons Schulter hinweg auf ihre Brüste.

Ich bemerke es und entwickle eine stille, gewaltige, paracetamolbefeuerte Wut. Nur nichts eskalieren lassen und nichts spitzzüngiges sagen, oder? Verdammt leicht gesagt, wenn man Gewaltphantasien hat. Ich will vielleicht die Frau nicht abschleppen, aber die sollen das schon gar nicht. Immerhin hat sie Geschmack und muss gut behandelt werden. Auch wenn sie nie eine Zeile von mir gelesen hat.

Wie immer wenn solche Zeitgenossen gern eine Frau abschleppen wollen, die bereits mit jemand anderem im Gespräch ist, sprechen sie den Mann an – das wäre in diesem Fall ich. Dieses spezielle Exemplar versucht es mit Zaubertricks. Ich habe keine Lust, möchte aber auch nicht verhauen werden und füge mich also in diese Schicksal.

Er bekommt den Trick nicht hin, glaubt mir aber dafür, dass er es mit “Günther” und “Hannelore” zu tun hat; wenn er sie oder mich wiedersehen will, einfach fragen – uns kennt hier jeder.

Er will meinem Fan “was zeigen”, hinter dem Haus. Sie geht mit, zirka 5 Meter. Ich höre sie hinter der Ecke reden, sie verarscht ihn. Ich bin nicht wenig stolz auf meine Fangemeinde und trotzdem froh, ihr nicht meine Weisheiten über das Dichterleben verkündigen zu müssen. Ich merke auch, wie meine Knie weich werden. Zeit, die Heimfahrt zu organisieren.

Als ich zuhause ankomme, habe ich 38.4°C Fieber und schlafe bereits, als ich auf dem Bett aufschlage. Das klingt wenigstens gut.

(Keine Sorge, ich habe mich weitgehend erholt.)

  1. Kumpelhafter: “Siggi” []
  2. Aber nun habe ich das ja nachgeholt, nicht wahr? []
  3. Gibt es nicht-glühende Lava? Egal, die Phrase geht nunmal so. []

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Ich will nicht behaupten, in der vergangenen Woche besonders schwer krank gewesen zu sein1, aber eine ordentliche Bronchitis ist für mich mindestens eine solche Tortur wie die paar Krankenhausaufenthalte meines Lebens. Ich hasse es, dass es jedes Frühjahr so kommt und wie ich finde, jedes mal eine Winzigkeit schlimmer. “In ihrem Fall… sie kriegen noch etwas zum inhalieren zu ihren Antibiotika und dem Zeug gegen Schmerzen dazu; wir müssen ja auf ihre Lungen aufpassen, nicht wahr?” Er lächelte freundlich. Oh, danke sehr, Herr Doktor. Als ob mir das nicht allzu bewusst gewesen wäre. Ich habe nicht weiter gefragt, die gut drei Stunden im überfüllt-verhusteten Wartezimmer hatten mir gereicht und ich hatte genug damit zu tun, beim Verlassen der Praxis nicht mit irgendetwas wie einem Teil des unweigerlich zur Hälfte schwangeren Personals oder etwa einer Wand zu kollidieren. Gut, dass ich nicht selbst gefahren war.

Anderthalb Tage später tat mir einfach nur alles weh. Wenn du völlig erschöpft vom husten/schwitzen/frösteln bist, wenn das Zwerchfell nur einer von vielen wunden Teilen ist, wenn du nicht mehr weisst, wie du überhaupt noch liegen sollst, dann kannst du dich vielleicht nicht mehr an deinen letzten Satz erinnern, dafür aber plötzlich und unsortiert an all den vergangenen Mist, den du eigentlich schon mal erfolgreich verdrängt wähntest.

Meriche schreibt davon, wie schön es wäre, Dichterfreunde zu haben. Ich weiss nicht, ob es für mich richtige Dichter sein müssten2, aber sie sollten Geschichten haben, gute Worte, die sie leise am Bett vorlesen könnten. Sie sollten auch geduldig genug sein und Unterbrechungen beispielsweise durch Hustenanfälle ertragen können.

So ein Besuch wäre schön gewesen. Da aber niemand da war, konnte mich auch niemand daran hindern, in wachen Momenten ein paar fahrige Zeilen in mein Notizbuch zu kritzeln. Es fällt mir heute schwer, alles zu entziffern, aber ein paar davon greife ich mal auf und schreibe etwas mehr. Fragt mich nicht, warum mir das alles einfiel und vor allem die vielen Details; ich habe ein seltsames Gehirn.

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Merkwürdige Gelüste entwickeln sich in einem Geist nahe dem Delirium, bei mir sind es laut Notizen die fertigen, schlaffen Billigsandwiches aus dem Aldi. Und irgendeine Art von starkem Schnaps, der einem die Atemwege freibrennt, verdammt.

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Ich muss noch ein Kind gewesen sein, in der ersten oder zweiten Klasse – und es war in einem Schuhgeschäft, in dem es ‘Hush Puppies’ gab – eine Schuhmarke, die mit einem Basset Hound warb und noch noch schlimmer, mit Bassetwelpen3 – das wirkte bei mir. Schuhe mit mir einzukaufen, war nie besonderes Vergnügen und ich nehme an, meine Eltern gingen den Weg des geringsten Widerstandes: Das Kind hatte eben die Werbung mit den Welpen gesehen und wollte nun diese Schuhe, genau wie früher die mit dem Salamander. Die Verkäuferin war eine bebrillte ältere Dame mit kunstvoller Dauerwelle und Perlenkette, die gleich “genau das Richtige für den jungen Herrn” hatte. Sie schaute sich meine Füße an und beklagte, dass diese ja ganz schön aus der Form wären, oder etwas in der Richtung. Sie machte meine Eltern ganz schön dumm von der Seite an: Kinderfüße bräuchten Führung und Halt. Wie durch die hervorragende Produkte hier, die vielleicht noch die fürchterliche Entwicklung umkehren konnten. Ich fand meine Füße ganz in Ordnung, aber in diese spitzen Ballerinas für Jungs passten sie ganz sicher nicht. Sie waren ja vorne rund, nicht spitz. Das passte der Dauerwelle nicht. Die Schuhe bekam ich dann doch an, konnte aber nicht darin laufen. Die Dame war begeistert. Was genau danach geschah, weiss ich nicht mehr. Ich weiss nur noch, wie meine Eltern und ich den Laden eilig verlassen haben und wie erleichtert ich war – wie erleichtert wir alle waren.

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Der Raum ist so still, dass das Piepen in den Ohren sich mit dem Dröhnen im Kopf und dem Sturm um dem Haus zu einer seltsamen Sinfonie vereint, die nur für mich gespielt wird.

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Der Moment im Auto der Medizinstudentin im Pflegepraktikum, kurz bevor sie mich zuhause absetzen würde, nach meiner einzigen Verabredung während der Zivizeit. Sie trug eine kleine Brille und alles andere war stark an ihr, sie hatte sogar starke Zähne und unfassbar helle blaue Augen4. Mir war klar, dass ich wohl der einzige war, der sie schön fand, mal abgesehen vom dem ekligen alten Typen, der sich ausschließlich von ihr duschen ließ, weil er das seit ihrem Praktikumsbeginn angeblich nicht mehr konnte. Sie fand sich auch nicht sonderlich bemerkenswert, das wäre nicht wichtig: Wenn sie studierte, hätte sie kein Privatleben mehr und danach würde man sie einfach respektieren. Das wären schon in der Schule der Preis und der Lohn gewesen, sie war schließlich sehr fleissig. Wir sollten also besser keine Freunde werden. Freundschaft war auch nicht das Erste, was mir im Kopf herumging – da waren einige strahlendere und einige deutlich dunklere (aber sehr angenehme) Gedanken. “Ich wollte dir noch etwas sagen”, begann ich. Sie nahm den Gang heraus, bremste den Wagen ab und zog die Handbremse.
Es quietschte metallisch und wir standen. Die ganze Zeit über hatte sie mir unverwandt in die Augen geschaut und nun beugte sie sich ein kleines Stück weit zu mir herüber…

  1. Ich bin noch nicht völlig wiederhergestellt und kann immer noch nicht ordentlich sprechen, dafür aber schreiben und lesen. []
  2. Ich bin jedenfalls keiner, ich erzähle nur Geschichten []
  3. Bis ich von den vielen angezüchteten Problemen der Rasse erfuhr – bzw, dem gezüchteten Problem, dass diese Rasse heute IST – war ich ein großer Fan. []
  4. Sie gestand mir später ihre getönten Kontaktlinsen, ein kurzlebiger Modetrend Mitte der 90er []

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Ich habe grade eine schwindelarme Phase, gleich wird sicher wieder das Fieber steigen oder ich werde vor Kälte schlottern – ich sollte also auf jeden Fall nicht hier vor dem Rechner sitzen, sondern im Bett herumräkeln.

Es geht mir so wie vermutlich vielen Leuten, mich hat es nur wirklich so richtig erwischt. Die Mandeln spüre ich auch schon – volle Punktzahl.

Mir geht’s sicher bald wieder besser, aber richtigen Blogbetrieb schaffe ich grade nicht.

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