- Ich bin ziemlich sicher, dass die schrecklichen Geschichten über die hohe Lautstärke von Familien mit Kindern nicht in den Kindern begründet liegen, sondern in brüllenden Eltern.
- Grade habe ich die Gelegenheit, die Babysprache einiger Erwachsener im Wirkungskreis eines Kleinstkindes zu vernehmen. Ich sehe sie nicht; man scheint sich im Garten des Nachbarshauses zu verstecken. Akustisch bekomme ich allerdings deutlich mehr mit als ich mir je wünschen könnte. Ich bin sicher: Wenn man diese Lautäußerungen mit einem Kassettenrekorder aufnimmt und sie den Urhebern zu gegebener Zeit – sagen wir in zwei Wochen – vorspielt, zerfallen diese augenblicklich zu Staub. Vor Scham.
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- Das Wissen um die Bauarbeiten nebenan, gefühlte 2cm von meinem Kopf entfernte Bohr- und Schleifgeräusche und so weiter, erfüllt mich nicht gerade mit großer Motivation, endlich einzuschlafen.
- Ich habe vielleicht zweimal in meinem Leben absichtlich und bewusst Nachtisch gekocht. Jedes Mal für jemand sehr besondern. Die Frau, für die ich irgendwann mal Nachtisch machen sollte, darf sich für etwas sehr Besonderes halten, denn das ist sie auch.
- Tatsächlich scheint sich schon seit längerem niemand mehr von mir bekochen lassen zu wollen. Habe ich jemand versehendlich vergiftet? Hmm. Sollte besser die Spätfolgen meiner Kochaktionen untersuchen.
- Mit welchem Essen kann man eine erotisierende Atmosphäre schaffen? Abgesehen von Venusmuscheln tut es am besten gutes, nehme ich an. Tipps? Außerdem vermisst: Die Frau.
- Ich habe Hunger bekommen und vermeide besser die Essensthemen.
- Habe vor kurzer Zeit gelernt, dass es Menschen gibt, die ihre Socken bügeln; ein Gedanke, der meinen Glauben an die Zukunft dieses Planeten erschüttert.
- Ich wirke kalt und oberflächlich auf Leute, glaube ich. Sie wundern sich dann immer. Dabei werde ich Tag für Tag weicher und weicher. Mich hauen heute Sachen um, die ich früher lässig weggesteckt hätte. Aber ich kann dabei inzwischen gute Miene bewahren. Komischerweise bin ich wirklich nicht deprimiert. Ich sollte aber.
- Es kratzt im Hals und ich muss schlucken, dann und wann. Noch ist die herbstliche Bronchitis nicht da, aber ich weiss, dass ich mich deswegen nicht zu früh freuen sollte, besser gesagt: Ein paar Tage noch, dann geht es los.
- Ich habe einen Beitrag für das Blog, der mich seit längerer Zeit beschäftigt, seit Wochen, vielleicht Monaten. Aber er will einfach nicht richtig werden. Alle paar Tage tipsel ich daran herum. Frustrierend.
- An sich könnte ich jetzt ja auch wirklich mal schlafen, wenn nicht mein rechter Fuß unerklärlicherweise, dafür umso hartnäckiger jucken würde.
Tags: Baustelle, Bronchitis, Essen, Lärm
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| Nachtansic |
Am letzten Wochenende gab es in Bielefeld eine interessante Veranstaltung, die Nachtansichten – bedeutet eigentlich nur, dass Museen, Kirchen, kulturelle Einrichtungen und so weiter interessant beleuchtet bis spät in die Nacht geöffnet hatten und mehr oder weniger nächtliche Angebote lieferten – von “inspiriert”1 bis hin zu “reichlich öde”. Ich habe sogar ein paar Bilder gemacht, die ihr anschauen könnt. Am Ende des Abends hat unter anderem eine feine Party mit interessanter elektrischer Musik stattgefunden, mitten auf der Straße – nach einigen hochkünstlerischen Open Air Performances, die wir natürlich rein zufällig verpassten.
Natürlich kamen die Grünen, als es gerade begann einigermaßen unterhaltsam hatten und drohten, alles musikalisch verdächte Gerät sofort zu beschlagnahmen, falls in ein paar Minuten auch ein Mucks Musik zur vernehmen wäre. Veranstaltung angemeldet oder nicht, da ist man streng. Anwohner gehen vor und so.
Heute bin ich wieder einmal auf dem Land – in der Alten Heimat – und es ist Himmelfahrt, in einschlägigen Kreisen besser als “Vatertag” bekannt. Seit gestern Abend dröhnen gefürchtete Partyhits durch das durchaus nicht kleine Dorf und machen jetzt – um 17 Uhr – immer noch keine Anstalten, sich wieder in die Hölle Musikalischer Todsünden zu verkriechen, wie es recht und billig und außerdem nur fair wäre. Mein Kopf dröhnt. Eigentlich ist das nicht nur Ruhestörung, sondern gut und gerne Körperverletzung, zumindest aber seelische Grausamkeit.
Die Polizei kommt natürlich nicht. Ist jemand überrascht? Ich jedenfalls nicht, denn eines zeigt sich hier wieder in aller Deutlichkeit:
Das Gesetz hat einfach keinen Geschmack.
- aber klaustrophobisch wegen Überfüllung und fehlender Notausgänge. Genau, liebes Theater am Markt. Ich denke gerade an dich. [↩]
Tags: bielefeld, Lärm, Musik, Nachtansichten, Ruhestörung



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