In jedem Jahr ist es dasselbe Spiel mit mir: Ich werde so ungefähr ab der zweiten Hälfte des Septembers sehr, sehr müde und bleibe es auch. Das bedeutet, dass ich unter der Woche nach der Arbeit so erledigt bin, dass ich kaum noch einem ordentlichen Film folgen kann, geschweige denn einem ordentlichen Gespräch oder einer Lesung… oder einem Buch.
Das liegt vermutlich daran, dass ich keine Lust habe, mich abends schlafen zu legen – dafür dämmere ich dann vor mich hin und ärgere mich darüber, dass ich die ganze Zeit so dämlich herumdämmere. Sobald mal etwas Interessantes passiert, penne ich natürlich augenblicklich ein – es reicht schon, wenn mal eine neue Folge How I Met Your Mother kommt – dann bin ich unweigerlich direkt nach dem Vorspann im Reich der Träume angekommen – dorthin habe ich nämlich immer einen Sonderzug gebucht, der in Sofanähe wartet.
Im Grunde sollte ich an Tagen wie diesen Urlaub nehmen und dann so ab Mitte Oktober wieder anfangen zu arbeiten. Komischerweise scheint sich die Arbeit in diesen Wochen immer geradezu unverschämt zu häufen, also fällt diese Option aus.
Ich könnte natürlich auch mal den inneren Schweinehund plattmachen.
Oder einfach ICQ, Facebook… all die Kommunikationswege zeitweilig ausschalten, bevor ich durch meine Trägheit meinen Mitmenschen auf den Geist gehe.
Ich kann jedenfalls behaupten, dass ich meinen Halb-Winterschlaf im Halb-Winter habe.
In dieser Zeit führe ich so lange Krieg gegen den Schlaf, bis ich vernünftig werde und endlich bedingungslos und glücklich kapituliere, bis ich zur Kaffeezeit wieder aufwache.


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