Lesen

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Wer fälschlicherweise annahm, mich am Wochenende online gesehen zu haben, kann sich entspannen: Das war in Wirklichkeit mein Geist.  Ich konnte nicht ganz widerstehen, mein Handy als Modem zu probieren und mal zu schauen, ob mein O2-Internetpack M wirklich nicht mehr Unmengen an Gebüren sammelt, wenn man die 200 MB Guthaben überschreitet. Kommt man drüber, soll die Datenleitung einfach gedrosselt werden. Na, genauer weiß ich es beim Eintreffen der nächsten Rechnung. Wenn ich dann offline sein sollte, bin ich entweder in einem spontanen Wutanfall explodiert oder kann mir fortan nicht mehr die Netzanbindung leisten.

Bis der Telekomtechniker kommt, um einen Blitzschaden festzustellen, das kann dauern. In dieser Zeit habe ich alle Bücher zuendegelesen, die ich je zurückgelegt hatte.  Zuletzt sogar “Endless Things” von J. Crowley. An nichts habe ich länger gelesen, und als ich es am Ende zuklappte, war es doch ziemlich traurig. Vier dicke, langsam Bände, über viele, viel Jahre gelesen und nun ist es vorbei.  Nach manchen Büchern ist man erleichtert, sie endlich durch zu haben, bei manchen ist es eine Art glücklicher Zufriedenheit und hier mehr ein Gefühl von Verlust.

Zumal ich nun nichts mehr zu lesen habe außer dem Internet oder der Zeitung und beides zählt nicht. Ich leide unter Entzug.

Übrigens, je mehr ich lese, desto produktiver schreibe ich selbst.

P.S.: Ich überlege, nun endlich mit Neal Stephensons Barockzyklus zu beginnen. Vielleicht habt ihr auch ein paar Hinweise für mich?

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Wie mich nur eine Person nachdrücklich erinnerte, fehlt noch etwas über die andere noch fehlende Art und Weise, sehr befriedigt einzuschlafen. Ich rede natürlich von angenehmer und nützlicher Literatur, insbesonders von Büchern. Aber nicht nur. Daher will ich mit den nicht-Büchern beginnen.

  1. Geneigter Leser, geneigte Leserin: Ich darf darüber aufklären, das sie gerade ein Weblog lesen. Ich selbst mag einige Weblogs sehr und ich bin außerdem Besitzer eines übertriebenen Mobiltelefons, auf dem dank entsprechendem Tarif ganz gut ins Internet komme – da liegt es nahe, zum Einschlafen ein paar Newsfeeds meiner Lieblingsblogs im mobilen Google Reader zu lesen. Da schämt sich der Denis mal kein Stück für.
  2. Auch wenn Comics sonst die klassische Toilettenlektüre sein mögen – sie sind in Heftlänge und entspannter Lesbarkeit auch ganz hervorragend für das Bett geeignet. Leider sind sie sehr kostspielig, vor allem in Hinblick auf die kurze Zeit, die man mit Lesen verbringt. Dazu der hohe Knitterfaktor … sie sind toll, aber nichts für jede Nacht.
  3. Trost und RatÜberhaupt, der Blogeinfluss: Sammlungen von kurzen Geschichten und Kolumnen sind ja beinahe blognahe Werke, wie Flann O’Briens Trost und Rat, das ich fast ebenso gern wieder-wie vorlese. Kleine, schlaue Kapitel die einmal in der Irish Times erschienen sind und immer unterhaltsam und gern etwas schräg sind. Toll. Übersetzt von Harry Rowohlt, was auch kein Fehler ist. Wer sich nicht sicher ist… ich lese wie gesagt gern etwas daraus vor1.
  4. Kochbücher sind definitiv ungeeignet. Ich rate ausdrücklich davon ab. Wer mich kennt, kennt auch meinen winzig kleinen Kuschelbauch – der ist ganz allein durch nächtliche Durst- und Hungerattacken entstanden. Nicht an Rezepte denken. Nicht an “noch ein Bier” denken. Nicht an das Frühstück denken. Nicht an Rezepte denken. Nicht in Kochbüchern lesen.
  5. Erotische Literatur ist ein anderes Genre, das interessanten Bett-Lesestoff sein kann, vor allem weil die Werke häufig schön kurz sind. Wobei… es kann einsam und traurig oder noch schlimmer, hochmotiviert bei Soloschlafgang machen – aufkommende Stimmungsschwankungen und Spannungsgefühle sollten bedacht werden. Äh. Nächster Punkt.
  6. Es gibt ein paar Bücher, für die man lieber etwas früher die Bettstatt aufsuchen sollte, weil man Ruhe und Zeit für sie braucht; die besten Titel gehören leider oft genug in diese Kategorie. Immerhin zahlt man für den Genuss eines guten Buches mit Zeit.
  7. Nun, da fehlt noch eines: Selber schreiben und zwar im Bett. Notizbuch? Notebook? Noch bombastischeres Smartphone als meines? Super. Wenn man in der richtigen Stimmung ist, sorgt das für genug Gelegenheit zum Reflektieren und vielleicht auch zum heilsamen (verbalen) Auskotzen. Danach habe ich nur selten Alpträume. Wenn ich überhaupt einschlafe natürlich.

Ich glaube, ich schreibe später noch mehr. Im Moment leide ich unter akuter geistiger Leere.

  1. Wie, du hast meine Nummer nicht? Das ist ja schrecklich. []

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