literatur

Artikel mit dem Stichwort literatur.

Nein – ich will nicht darüber urteilen oder mich darüber auslassen, wie gemein oder dumm oder richtig oder egal es ist, dass eine vielgehypte neue Autorin wie Helene Hegemann ihren Debütroman Axolotl Roadkill1 offensichtlich zu großen Teilen aus Airens Blog oder dessen Roman Strobo abgeschrieben hat.

Das hat der Herr Deef, Herrscher der Gefühlskonserve, schon ganz gut aufgedeckt und ich finde, auch auf eine relativ behutsame Weise. Die Reaktion der anderen Seite fand ich unglücklich. Damit will ich sagen: “Ist mir zu blöd, das auch nur zu zitieren”. Meine Güte – Frau Hegemann ist 17, den Roman schrieb sie mit 16 und das merkt man auch. Die sollen das untereinander klären, am besten diskret; die Kulturseiten der großen Nachrichtenportale haben solange ihren Spaß damit – erstens beim Abschreiben von der Gefühlskonserve und zweitens damit, wie Hegemann sich um Kopf und Kragen redet.

It’s Showtime.

Ich glaube nicht, dass ich je Axolotl Roadkill lesen werde. Ich glaube auch nicht, dass ich Strobo lesen will. Weil ich diese “Was-hab-ich-doch-für-ein-wildes-Leben” Stories einfach nicht mehr ertragen kann. Diese Pose, die ich jedenfalls nicht ernst nehmen kann. Die ist mir zu cool. Und zu blöd. Vermutlich tue ich beiden Unrecht.

Warum also dieser schon jetzt viel zu lange Text?

  1. Ich muss mich schon wundern, warum sich Ullstein nicht mehr vor die minderjährige Autorin stellt, die sich gerade ziemlich blauäugig durch die Fleischwölfe des Popkulturbetriebs drehen lässt. Warum gibt die Interviews? Das tut doch weh.
  2. Ich denke, man kann es den Ullsteinern nicht unbedingt vorwerfen, den Text komplett auf mögliche Plagiate untersucht zu haben, bevor er in Druck kam. Das nicht- es ist ja keine Doktorarbeit oder so. Aber:

    Ich lese nicht besonders viele Blogs, aber doch eine ganze Handvoll und die bekannten und vielleicht sogar guten Weblogs, die hat man irgendwann schon auf dem Schirm. Ich weiß, wie MC Winkel schreibt, ich kenne den Klang der 500beine und natürlich auch den Taubenvergrämer, die Frau Von Welt oder Meriche, die lokale Bielefelder Blogmafia erst recht und so viele mehr. Ich bilde mir ein, dass ich all diese Stimmen unterscheiden kann, wenn sie mir schöne Sätze in den Kopf wispern – erst recht, wenn ganze Seiten von ihnen in andere Werke übernommen worden sind. Ganz sicher aber kommen sie mir wenigstens bekannt vor. Airen ist einer dieser Leute – er hat nie eines meiner Lieblingsblogs geschrieben, aber er hat einen unverkennbaren Stil und natürlich kann er was. Darum hat man schließlich auch sein Buch veröffentlicht, nehme ich mal an.

    Das sind alles mehr oder weniger bekannte Leute, teils mit Hunderten oder sogar Tausenden von Lesern. Ganz offensichtlich allerdings ist kein einziger von diesen Lesern bei großen deutschen Verlagen angestellt. Man stelle sich vor: Da macht man Bücher über die deutsche Gegenwart und die Redaktion für die hippen frischen Bücher von teils sehr jungen Autoren für junge hippe Leser kennt nicht einmal die Top 10 der Bloggerszene2.

Das muss man sich erstmal langsam auf der Zunge zergehen lassen, liebe Gemeinde.

Und das wollte ich eigentlich nur sagen.

  1. Ein Titel übrigens, den man als ehemaliger Aquarianer und Amphibienfreund sofort zu schätzen weiß. []
  2. Korrektur: Die haben vermutlich doch den Werbespot mit Herrn Lobo gesehen. Für den mache ich also eine Ausnahme. []

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Ich bin nicht gut darin, mich von Büchern zu trennen; bei mir stünden wohl immer noch meine Kinderbücher im Regal, wenn meine Eltern nicht eines Tages entschlossen durchgegriffen hätten und einiges in Kisten und dann angeblich auf den Dachboden verfrachteten … wo sich später natürlich nichts mehr wiederfand.

In Büchern stehen nicht nur Geschichten; an ihnen hängen auch welche.

Vor ein paar Tagen suchte ich in meinem Regal nach einem Band von Jack Vance – ich suchte eine bestimmte Kurzgeschichte, fand aber sie aber nicht, kein Wunder: Weil das Buch nicht an seinem Platz stand. Ich hatte es ja selbst verliehen, vor Jahren, als ich noch in der Ausbildung als Physiotherapeut war.

Da gab es einen anderen Schüler, der hatte immer dicke Fantasywälzer dabei, die er zwischen den Unterrichtseinheiten im Original las – “The Wheel of Time” und solche Sachen, ich kann mich nicht mehr so genau daran erinnern. Ich fand die Schwarten nicht besonders interessant, aber ich hatte ja auch jahrelang solches Garn verschlungen: Alles mit Drachen auf dem Cover war für mich unwiderstehlich; jedenfalls interessant genug, um es zu kaufen und mindestens bis zur zweiten Seite, meistens weit darüber hinaus. Da war mir auch egal, ob da wieder jemand schamlos Tolkien kopierte. Nach der ganzen problemorientierten Jugendliteratur der 80er und 70er, mit der ich aufgewachsen war, wirkte ein wenig Eskapismus wie eine Wagenladung LSD-Trips für einen Asketen. (Ich halte das jedenfalls für möglich – ich habe nie LSD genommen und war ganz sicher auch noch nie Asket). Ich war nach kurzem Seitenumblättern abhängig von dem Zeug.

Wir kamen ins Gespräch; er hatte in den USA gelebt und dort solche Genrebücher entdeckt. Ein netter, stiller Typ mit Seitenscheitel und silbriger Brille. Sonst machte er nicht viel, Computerspiele, nicht mehr. Mir war nicht ganz klar, warum die anderen Schüler ihn mieden; diese Tatsache fiel mir auch erst jetzt auf – ich hatte nie gesehen, wie sich jemand länger als ein paar Minuten mit ihm unterhalten hatte.

Oliver (so nenne ich ihn mal) blühte förmlich auf und ich hatte immer jemanden zum Quatschen – selten genug in einer Umgebung, die sich in ersten Linie für Sport und Tattoos interessierte. Handball – eine Handballgegend, in der man das Ergebnis am Montag wissen musste. Sonst wurde es echt schwierig. Oliver hatte keine Ahnung, nicht das ihn einer der jungen Trainingsanzüge gefragt hätte, genau wie bei mir. In der nächsten Woche lud er mich zu sich nach Hause ein.

Inzwischen hatte ich mehr oder weniger unfreiwillig erfahren, dass Oliver bei den Zeugen Jehovas war. Die anderen wussten einfach nicht, wie sie mit ihm umgehen sollten und er sprach nie darüber; er weigerte sich nur, Happy Birthday zu singen und wurde böse, wenn sie stichelten. Ich besuchte ihn jedenfalls ein paar Tage später, um ihm ein paar viel, viel bessere Bücher zu zeigen und um ihm eines meiner wenigen nicht raubkopie… originalen Computerspiele auszuleihen.

Er wohnte zur Untermiete bei einer Witwe, seine Wände waren gepflastert mit Bildern von ihm und einer Frau. Die beiden sahen verkrampft und etwas unbeteiligt aus, als ob der Fotograf sie gerade mitten in einem wichtigen Gespräch gestört hatte. Seine Verlobte, erzählte er mir. Er würde bald nach der Ausbildung wieder zurückfahren. Er würde sich bestimmt sehr darauf freuen, meinte ich. Oliver wurde sehr nervös, ja, natürlich würde er sich freuen. Es sei ja nun auch schon ein Jahr her. Bald würden sie ja heiraten. Wenn er fertig ist, mit dem Kram hier.

Das Buch und das Spiel nahm er gern und verstaute sie in einem Schrankfach, weitab von seinem mit Fachliteratur vollgestopften Regal. Ich besaß nur eine Handvoll Fachbücher, einen Anatomieatlas und eines über Massage und eines über Physikalische Therapie, ich hatte ja nicht einmal einen Pschyrembel. Nicht dass er sich meine Leihgaben groß anschaute. Er bedankte sich überschwenglich und bot mir etwas zu trinken an und etwas zu essen; ich nahm an, auch wenn ich etwas nervös wurde.

Ich dachte, ich wäre wegen Büchern da oder um etwas gemeinsam zu üben, aber er fing an, mich über mein Liebesleben auszufragen. Ob ich eine Freundin hätte (Nein? Wie lange denn?), was ich so am Wochenende unternähme. Er rückte dabei immer näher und schien etwas in meinen Augen zu suchen, sprach das aber nicht aus – die Idee, dass er schwul sein könnte, kam mir damals gar nicht, das kam erst viele Monate später. Oliver begann allerdings etwas zu stottern, entschuldigte sich immer wieder dafür und dann wurde es schlimmer. Die ganze Situation war mir fürchterlich unangenehm, nach einer Weile fasste er sich dann ein wenig. Mir fiel plötzlich auf, dass er an den Schläfen schwitzte.

Er habe nicht so oft Besuch und er wüsste gar nicht genau, was zu tun wäre. (“Entschuldigung.”)

Wir redeten noch etwas über die Prüfungen, lästerten ein wenig über die Lehrer. Dann fuhr ich, früher als geplant. Ich zwang mich zu einem langsamen, coolen Gang, als ich ihm winkte und zu meinem alten grauen Diesel spazierte. Er sah mir die ganze Zeit nach – eine Ewigkeit, zwei Minuten höchstens – und winkte mir zum Abschied. Wir hatten noch gar nicht gegessen, fiel mir ziemlich spät ein, nämlich als ich den Wagen anwarf.

Am Montag kam er nicht zum Unterricht. Er hatte die Ausbildung geschmissen und war auf dem Weg in die USA oder fast – die Wohnung war jedenfalls schon gekündigt, Hochzeitsplanungen oder so, sagten sie. Ich war fast schockiert und fast gleichzeitig fast erleichtert. In der nächsten Sekunde schämte ich mich und so blieb es noch lange. Ich wusste gar nicht, warum ich mich so schämte.

Bis ich irgendwann feststellte, dass er mir den inzwischen vergriffenen Vance wohl trotz meines Adressaufklebers nie zurückschicken würde. Ich konnte das verstehen, aber mein Schlechtes Gewissen (wegen meiner Flucht?) war mit dieser Erkenntnis so gut wie verschwunden. Damit wären wir wohl quitt.

Ich frage mich trotzdem, was wohl aus dem geworden ist. Heirat, drei Kinder?

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Hier im Haus wird gearbeitet, die Handwerker dröhnen und krachen und bringen den Fussboden zum beben. Ich schaue besser nicht nach; sie sind im Bad zugange und ich bin dazu gezwungen, im Bademantel zu warten, bis sie fertig sind. Scheinbar sägen sie an einem Dachbalken; wenn dieses also mein letzter Eintrag sein soll, grüße ich an dieser Stelle schon einmal vorsorglich meine geneigten leser.  Da ich noch lebe, fülle ich ein Stöckchen über Bücher aus, welches ich bei Anke Gröner gefunden habe. Vielleicht beende ich das, bevor mir Holz und Dachpfannen aufs Haupt stürzen.

1. Auf welche Art und Weise hast du deine/n Lieblingsautoren/in gefunden oder er/sie dich?

Vance, ungeräuchert.

John Crowley und Jack Vance habe ich in der Leihbücherei gefunden. Das war tief in meiner Fantasy-Phase und damals habe ich das entsprechende Regal in kürzester Zeit durchgearbeitet; damals war ich noch ein sehr schneller Leser. Beide Autoren kamen ganz am Ende dran; Vances “Herrscher von Lyonesse1 lag in einer lieblos mit Schutzfolie verklebten und von Rauchern hemmungslos verstunkenen Taschenbuchausgabe vor, die mich anekelte, “Little, Big” vom ersteren war ehrfurchterregend dick und schwer, außerdem fand ich den Untertitel “Das Parlament der Elfen” der heute mal wieder vergriffenen deutschen Ausgabe ganz schön kitschig.

Meistens brauchen Bücher ein paar Kapitel, damit sich bei mir eine Meinung bildet, bei diesen beiden aber war es gleich ab dem ersten Satz passiert. Douglas Adams lernte so ähnlich kennen, Coupland durch Lästerei über “Generation X” und Robert Rankins “Die größte Show jenseits der Welt” an der Theke meines alten Stammladens, wo er mir von einem Typen im Tropenhelm nahegelegt wurde, der keine Hefe im Hefeweizen mochte. Ehrlich.

Lord Dunsany fand ich in einer Kurzgeschichtensammlung in die er überhaupt nicht passte. Fritz Leiber genauso.

Fool on the Hill” von Matt Ruff wurde mir geschenkt, von einer Freundin, die inzwischen vollkommen aus meinem Sichtfeld verschwunden ist, still und heimlich. Vorne steht “Meinem herzliebsten Ritter” drin; ich bin mir  sicher, dass ich ihr mal bei Wichtigem geholfen habe. Ich habe es ganz vergessen; seltsam wie so etwas geht.

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  1. Übrigens einer der wenigen “klassischen” Fantasyzkylen mit großem Interesse an Essen und Trinken sowie den Schönen Künsten []

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Ich schreibe gern Episoden aus meiner jüngeren oder älteren Vergangenheit, die allermeisten meiner Lieblingsweblogschreiber tun das auch. Wenn man über sein Leben schreibt, dann kommen da auch andere Leute vor, deren Wege man mehr oder weniger freiwillig kreuzt. Das ist absolut unvermeidlich und letzten Endes auch ein ganz wichtiger Faktor dessen, was bloggen für mich so unterhaltsam und oder suchtgefährlich macht.

Murmeltiertag hat einen interessanten Beitrag über Maxim Biller und seinen Roman “Esra”, der nun niemals erscheinen darf, weil der Autor nämlich bescheuert genug war, zuzugeben, das reale Personen im Buch vorkommen: Nur unter anderem Namen. Dummerweise kam das nach einer unerquicklichen Trennung nicht so gut an, eine bestimmte Person klagte – die Titelheldin- und bekam Recht. Wie zu erwarten. Nun steht das Urteil da, schwarz auf weiß, für alle Ewigkeit.

Danke, Herr Biller, für diesen Präzedenzfall und ihre unermessliche Dämlichkeit. Das wird anderen Autoren und Weblogszene noch viel Freude bereiten, die eh durch die Heerscharen von Abmahnern gebeutelt wird, die hier bereits eine Goldgrube gefunden hat. Die nächste tut sich gerade auf. Kann man da noch über sein Leben schreiben, ohne neben allen Figuren (das mache ich ja schon lange so) sich selbst soweit zu anonymisieren, dass man definitiv nicht erkannt werden kann?

Klar kann man. Wenn man ganz, ganz doll aufpasst. Und wenn man vorher von allen Personen aus seinem Umfeld Einverständniserklärungen einholt. Nicht das die sich wiedererkennen und später mal beschließen, mich nicht mehr zu mögen/mal etwas Knete brauchen zu können. Vielen Dank, Herr Biller.

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Ich bin von bestimmten schamlosen wie großartigen Personen1 angestiftet worden, ein neues Stöckchen in die Welt zu schubsen – ein Stöckchen von schamlosester Natur, wie zu erwarten war. Ich habe auf dem Dachboden wie im Gedächtnis kramen müssen, meistens breit grinsend. Es geht natürlich um Erotische Literatur. Nun habe ich da natürlich ausreichende Erinnerungen. Nun, wie schmiede ich das vor Lust glühende Eisen in eine elegante aber auch praxinahe Stöckchenform?

So.

1. Erzähl uns etwas über erste Stück Erotik, dem Du begegnet bist – nicht notwendigerweise in “richtiger” erotischer Literatur.

Ich glaube, das war kurz vor meiner Phase als Barbarischer Held. Ich war in der städtischen Bibliothek und durchforstete die Bestände nach jeder Art von Fantasy. Damals waren die Conan Filme noch sehr gegenwärtig, darin spielte Arnold Schwarzenegger die Hauptrolle, den ich nicht mochte. Aber die ungelesenen Bücher meines Geschmacks wurden langsam knapp und ich nahm einen ganzen Stapel zerlesener, nikotingelber Taschenbücher alter Conanstories mit nach Hause, die sind alle in den frühen 1930er Jahren erschienen. In der dritten Geschichte oder so – der stramm-muskulöse Jungspund barbarischer Art war gerade der Sklaverei entkommen – wird er von einer Hexe verführt. Eine sehr attraktive Hexe. Conans Männlichkeit reagierte. Ich musste eine Weile (keine sehr lange Weile) nachdenken, um darauf zu kommen, was Robert E. Howard damit meinte. Aha! Die Vorstellung gefiel mir. Sehr.

Natürlich war das alles nur ein fieser Zauber, um dem arglosen Helden die kostbare Lebenskraft zu klauen. Conan war natürlich auch viel zu stark und zu schlau, um auf solchen Weiberkram hereinzufallen, bei Crom! Wie immer bei Howard2. Leider kann ich nicht mit einer Leseprobe dienen.

Praktische Anwendung: Für pubertierende Jungs: Selbsterklärend. Für alle anderen: Großartig vorzulesen, da nicht zu lang und einfach, aber athmosphärisch geschrieben. Die Frau kommt nicht sonderlich gut dabei weg und das Ende ist … ernüchternd für unsere Stöckchenzwecke.
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  1. na gut, es war nur eine Person – dafür bekommst du das Stöckchen auch gleich dankend rübergeschoben, Meriche []
  2. REH war ziemlich großer Sicherheit noch Jungfrau, als er sich 1936 nach dem Tod seiner Mutter mit einem Revolver entleibte []

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Wie mich nur eine Person nachdrücklich erinnerte, fehlt noch etwas über die andere noch fehlende Art und Weise, sehr befriedigt einzuschlafen. Ich rede natürlich von angenehmer und nützlicher Literatur, insbesonders von Büchern. Aber nicht nur. Daher will ich mit den nicht-Büchern beginnen.

  1. Geneigter Leser, geneigte Leserin: Ich darf darüber aufklären, das sie gerade ein Weblog lesen. Ich selbst mag einige Weblogs sehr und ich bin außerdem Besitzer eines übertriebenen Mobiltelefons, auf dem dank entsprechendem Tarif ganz gut ins Internet komme – da liegt es nahe, zum Einschlafen ein paar Newsfeeds meiner Lieblingsblogs im mobilen Google Reader zu lesen. Da schämt sich der Denis mal kein Stück für.
  2. Auch wenn Comics sonst die klassische Toilettenlektüre sein mögen – sie sind in Heftlänge und entspannter Lesbarkeit auch ganz hervorragend für das Bett geeignet. Leider sind sie sehr kostspielig, vor allem in Hinblick auf die kurze Zeit, die man mit Lesen verbringt. Dazu der hohe Knitterfaktor … sie sind toll, aber nichts für jede Nacht.
  3. Trost und RatÜberhaupt, der Blogeinfluss: Sammlungen von kurzen Geschichten und Kolumnen sind ja beinahe blognahe Werke, wie Flann O’Briens Trost und Rat, das ich fast ebenso gern wieder-wie vorlese. Kleine, schlaue Kapitel die einmal in der Irish Times erschienen sind und immer unterhaltsam und gern etwas schräg sind. Toll. Übersetzt von Harry Rowohlt, was auch kein Fehler ist. Wer sich nicht sicher ist… ich lese wie gesagt gern etwas daraus vor1.
  4. Kochbücher sind definitiv ungeeignet. Ich rate ausdrücklich davon ab. Wer mich kennt, kennt auch meinen winzig kleinen Kuschelbauch – der ist ganz allein durch nächtliche Durst- und Hungerattacken entstanden. Nicht an Rezepte denken. Nicht an “noch ein Bier” denken. Nicht an das Frühstück denken. Nicht an Rezepte denken. Nicht in Kochbüchern lesen.
  5. Erotische Literatur ist ein anderes Genre, das interessanten Bett-Lesestoff sein kann, vor allem weil die Werke häufig schön kurz sind. Wobei… es kann einsam und traurig oder noch schlimmer, hochmotiviert bei Soloschlafgang machen – aufkommende Stimmungsschwankungen und Spannungsgefühle sollten bedacht werden. Äh. Nächster Punkt.
  6. Es gibt ein paar Bücher, für die man lieber etwas früher die Bettstatt aufsuchen sollte, weil man Ruhe und Zeit für sie braucht; die besten Titel gehören leider oft genug in diese Kategorie. Immerhin zahlt man für den Genuss eines guten Buches mit Zeit.
  7. Nun, da fehlt noch eines: Selber schreiben und zwar im Bett. Notizbuch? Notebook? Noch bombastischeres Smartphone als meines? Super. Wenn man in der richtigen Stimmung ist, sorgt das für genug Gelegenheit zum Reflektieren und vielleicht auch zum heilsamen (verbalen) Auskotzen. Danach habe ich nur selten Alpträume. Wenn ich überhaupt einschlafe natürlich.

Ich glaube, ich schreibe später noch mehr. Im Moment leide ich unter akuter geistiger Leere.

  1. Wie, du hast meine Nummer nicht? Das ist ja schrecklich. []

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