Vor gar nicht langer Zeit schrieb ich kurz über Frauen und ihre manchmal wundertätige Unterwäsche; die wirkt aber auch nur mit der richtigen Frau in der Wäsche und kurz darauf ohne dieselbe, aber das muss ich meiner geneigten Leserschaft sicher nicht erst erläutern.
Männer sind scheinbar nicht besonders geschickt im Umgang mit der weiblichen Umverpackung; ein BH-Verschluss kann sie schon vor einige Probleme stellen; selbst ich – bekanntlich ein großer Liebhaber und von gerühmter Fingerfertigkeit – muss zugeben, hier bisweilen gescheitert zu sein. Ich rede hier nicht von den zitternden Digiti aufgrund der aufregenden Situation, sondern um die schlichte Trampeligkeit, die uns so außerordentlich liebenswert macht.
Ich habe mal gesehen, wie sich eine Frau in Sekundenschnelle aus einem herrlich unpraktischen Body geschält hat und dabei um so großartiger aussah; ich hatte noch nicht einmal begriffen, wie man so etwas richtig anziehen kann. Männer hingegen haben bei weitem einfachere Wäsche und sehen – bis auf einige kalifornische Profis – laut allgemeiner Frauenmeinung schon beim Sockenausziehen traurig bis mitleiderregend aus. Reden wir lieber nicht von den gefährlicheren Gebieten.
Aber wenn ich schon einmal so viel über das schön Geschlecht und ihre Verpackung sprach, dann ist es nur fair, auch uns Männer zu erwähnen.
Dabei haben wir es doch meistens sehr viel einfacher als die Frauen mit ihren komplexen Textilien, liebe Geschlechtsgenossen, oder? Keine Strapse, nichts Geschnürtes, nichts zum einhaken und nur selten Knöpfe. Glauben die Frauen. Natürlich liegen sie völlig falsch, wie immer wenn es um das angeblich so simple andere Geschlecht. Aber es gibt ja dieses Weblog, um endlich für Aufklärung zu sorgen. Aufgepasst, es geht los:
Was Männer drunter tragen und warum das alles so kompliziert ist. Grundkurs 1.
Die klassische Unterhose, Doppelripp weiß, mit Eingriff
Häßlich, aber bequem. Gern ausgebeult. Die habe ich als Kind tragen müssen und fand sie cool, weil die Erwachsenen sie auch hatten. Spätestens nach dem zweiten Schritt in Richtung Pubertät war es damit vorbei. Merke: Der Eingriff ist mit einem Griff nicht zu bedienen und erschwert vielerlei Dinge, unter anderem das Gelächter einer seiner ansichtigen Frau zu verhindern. Geständnis: Doppelripp fühlt sich gut auf der Haut an. Kurvige Frauen sehen toll in Doppelripphemden aus; die Unterhosen stelle ich mir an ihnen lieber nicht einmal vor1.
Der String oder: Das Grauen in jedweder Form und Farbe
Nur von kalifornischen Profis mit einer Einstellung zu tragen, die von ihnen gern mit Würde verwechselt wird. Ansonsten – sobald enttarnt und mit bloßem Auge wahrgenommen – ein Grund zur Sorge und gleichzeitig zu lebensfeindlichem Spott; es sei denn, der Träger sieht einem kalifornischen Entblößungsprofi zum Verwechseln ähnlich und teilt deren Einstellung. Manchmal muss man eben Arsch sein, bzw.: Haben.
Die Boxershorts classic (Typ “Luftig”)
The American Way of Unterhose: Freies Spiel der Kräfte, dabei nimmt man Knittrigkeiten und häufige Formlosigkeit in Kauf. Kann jeden Arsch einigermaßen erträglich aussehen lassen. Reden wir von gefährlichen Gebieten: Leider bedeutet diese Freiheit auch neue Risiken, man kann sich nie ausrechnen wo sie einen erwarten oder besser: Wo er liegt, hängt oder sogar steht. Für echte Cowboys, die keine Probleme damit haben, dass die Damen vor ihnen sofort ganz genau wissen, wie sexy er sie findet: Die Classic kann einen Rettungsring verstecken, aber sie ist sonst offen und ehrlich. Einige Leute tragen monatelang nur ein T-Shirt und keiner merkt, dass sie nichts drunter tragen – wäre ja auch unmöglich, sie tragen ja schließlich nichts drüber.
Geständnis: Davon besitze ich nicht viele, aber schon ein paar. Es gibt Momente für Cowboys in jedem Leben. Und, hm, suchende Hände kommen hier besonders gut ans Ziel. Aber an besonders interessanten Abenden würde ich die nächste Möglichkeit tragen.
Boxershorts, modern. Oder: Die Schimmernde Rüstung des Ritters Der Mittleren Großstadt.
Sie teilen den trägerschmeichelnden Schnitt der Boxershorts mit dem sicheren Sitz des schrecklichen String und der prolligen Bequemlichkeit der doppelrippigen Schinkenbeutel. Nicht sonderlich Unfallträchtig und einigermaßen würdevoll. Manche sehen sogar gut aus. Nachteil: Alles Preiswerte sieht genauso aus, als wäre das Objekt Muttis letztes Geschenk zu Weihnachten. Das ist besonders unerfreulich, da ein solcher Eindruck der Wahrheit oftmals erschreckend nahe kommt. Glaubt mir, Ladies. Ich weiss genau, wovon ich spreche.
Fazit: Wir haben es auch nicht leicht. Und diese drollige Unbeholfenheit beim Ausziehen, die ist nur eine Ausrede, sich von doch besser von zarter und kundiger Hand auspacken zu lassen. Jawohl.
- Zu spät. Argh. [↩]



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