Miete

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(50/50 Bildaufteilung, darauf die handelnden Personen am Telefon. Einer an einem Frühstückstisch, die anderen in einem modern eingerichteten Büro. Sie trägt eine randlose Brille.)

(Ring Ring.)

Guten Morgen Frau Z., B. hier, wir haben ja gestern schon miteinander telefo…

… das Fax ist noch in Arbeit, der Mietvertrag ist ja DIN A3, nicht so einfach mit dem vorab zufaxen, haha, nicht wahr? Hahah.1

Ich dachte, der wäre seit gestern in der Post. Ich ziehe ja in drei Wochen ein, ich brauche Telefonanschluss (und Internet), wissen sie? Da hätte ich schon gern zuerst unterschrieben.

- Hier geht’s drunter und drüber wissen sie, den ganzen Tag war ich gestern in der Konferenz… da ging das nicht mehr. Aber heute geht er sicher raus! Den haben sie morgen in der Hand.

(Sie macht eine gewichtige Pause und wechselt in einen hoffnungsvollen Ton.)

Aber eigentlich ist ja alles geklärt, oder? Das hat der Herr H. sicher mit ihnen alles schon besprochen.

Herr H. ist in Uganda. Darum hat er auch sie beauftragt, mit mir Kontakt aufzunehmen – letzten Monat. Was sie nicht getan haben.

Achso, deswegen müssen wir das machen. Ich habe ja eigentlich gar keine Zeit… müssen sie wissen. So viel zu tun…

Ich dachte, das wäre ihre Aufgabe?

Wissen sie, hier geht es drunter und drüber. Drunter und drüber, sie machen sich keine Vorstellung, unter welchem Druck ich stehe… haha.

Gehen wir doch einmal alles durch, was noch wichtig für sie sein könnte…

Ach, sie wissen doch sicher alles Wichtige, oder?

Wie läuft das denn mit folgendem Punkt…

(kurze Darlegung von Kaution, Nebenkosten, usw.)

Wie, das wissen sie nicht?

Das weiß ich nicht. Woher?

(Schnitt und Blende auf, Untertitel: “Eine halbe Stunde später.”)

Meine Faxnummer habe ich ihnen ja gestern gegeben… dann wünsche ich ihnen noch einen guten Tag.

Ach, würden sie mir die Nummer vielleicht noch einmal diktieren?

Nun…

(Fade out, Musik, Credits.)

  1. Sie hat eine kakelige Gluckhuhnstimme, als ob sie ständig ein frisch gelegtes Ei herumrennt und unglaublich aufgeregt über ihr Werk gackert. Das macht sie täglich, bis sie Feierabend hat. []

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Man sollte einfach keine Parallelen von der Arbeit zum Privatleben ziehen; aber natürlich kommt es vor. Zum Beispiel – ihr ahnt es bereits – bei mir.
Ich habe eine in fürchterlichen Verhältnissen lebende junge Familie dabei unterstützt, sich gegen den Vermieter durchzusetzen, der gern mal in Abwesenheit der Mieter heimlich “Kontrollbesuche” in der Wohnung vornimmt. Das ist natürlich vollkommen illegal und untragbar, wie wir alle wissen. Ein Grund zur sofortigen Kündigung, wenn nicht sogar für weitere rechtliche Schritte.

Als ich nach Hause kam und mich mit meinem eigenen hochkorrekten Vermieter über seine nach wie vor fruchtlosen WLAN-Bemühungen unterhielt und ihm anbot, selbst eine Messung der Signalstärke in meiner Wohnung vorzunehmen … konnte er schon ein Ergebnis vorweisen.

Er war schon am Wochenende ein paar mal da und hat Tests vorgenommen.

Wie bitte ?

Was ich brauche:

  1. Schnell eine feste, eigene, tolle Wohnung.
  2. Vermutlich: Einen eigenen Sozialarbeiter.

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