Morrissey

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Meine charmante Chatpartnerin ist wohl von widrigen Umständen davon abgehalten worden, weiter mit mir zu plaudern – ich werde also nicht viel länger meine eigentliche Aufgabe für heute aufschieben können: Meine Regale zu leeren und die Inhalte – soweit ich diese nicht als ‘nutzlos’ und gleichzeitig ‘ohne jeglichen sentimentalen Wert’ klassifiziere – in Umzugskartons.

Fast nichts ist für mich ohne sentimentalen wert und so werde ich wohl bald noch einen oder drei Kartons kaufen müssen, aber am merkwürdigsten ist es, die alten Comics zu verpacken, von denen ich mich sicher noch nicht trennen kann.

Ich habe schon lange nichts mehr über Comics geschrieben, aber ich lese sie noch, wenngleich nicht mehr oft, schließlich komme ich selbst kaum noch dazu, selbst etwas zu Papier zu bringen und Bücher passen einfach besser ins Bett, meinen bevorzugen Leseort nach dem Sessel am sonnigen Fenster, an Mittagen.

Wenn Comics, dann war das am liebsten in Heftform, der unpraktischten und kostspieligsten Sorte, von kundiger Fachfreundeshand importiert. Monatlich oder öfter ging es zum Comicladen und dort mehr oder weniger schlechten Gewissens viel zu viel Geld auszugeben; jede Ausgabe verbindet sich mit dieser Zeit deines Lebens und manchmal, beim vorsichtigen Wiederlesen, kommen die Erinnerungen und Bilder zurück.

Comics sammeln mit der Zeit einen ganz besonders feinen fiesen Staub an, der -unvorsichtigerweise aufgewirbelt – mir in die Nase steigt und mich niesen läßt. Comicstaub ist gefährlich, darum ruhe ich die alten erinnerungsschwangeren Hefte lieber gar nicht an.

Morrissey singt meinen Soundtrack und umarmt an meiner statt ganz Paris.

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Heute Abend muss ich mit meinem Noch-Kolleginnen zum Essen gehen, Weihnachtsfeier ist geplant, beim Griechen: Ich liebe es, ins Restaurant zu gehen, aber Weihnachtsfeiern verabscheue ich leidenschaftlich. Dieses Mal wird gewichtelt. Und zwar wild durcheinander. Gut, dass sie nicht nach Namen gefragt haben, die kann ich mir nämlich immer noch nicht merken und so habe ich ein kleines Päckchen Entspannungsbad1 genommen. Das können die in jedem Fall gut brauchen.

Und ich wohl auch. Ich fahre absichtlich selbst, damit ich mich nach dem ersten Glas verdrücken kann. Die reden alle vom wilden letzten Mal und ich habe nun -erst recht als einziger Mann- … wohlbegründete Sorgen um mein Wohlergehen und Seelenheil.

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Ich denke, ich werde dieser Tage mal wieder etwas über Technik schreiben, genauer gesagt über ein Stück Software. Ich nehme sogar an, dass dieses Exemplar Code auch für die nicht-Techies interessant sein könnte, vor allem die unter euch, deren Taschen von Übertrieben Ausgestatteten Mobiltelefonen ausgebeult werden.

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Ich bin schockiert, wie schnell manche Leute andere abschreiben, die sie noch wenige Tage vor einer Meinungsverschiedenheit als Freund/Freundin/Sweetheart beschrieben hätten, nur weil man sich mal zankt. Das schließt mich ein, manchmal stehe ich richtig neben mir und ich kann mir Sekunden später nicht mehr erklären, warum ich eigentlich so hart agiere. Nun – in einigen Fällen kann ich es mir schon erklären und ich bereue da auch gar nichts. Aber sonst … ich bin wohl so eine Art überdurchschnittlich anhänglicher Mutant. Was ich nicht bereue, nie bereut habe. Wenigstens kann man sich auf mich verlassen, sogar wenn man von mir verlangt, früh aufzustehen. Dann etwas weniger, aber es geht… einigermaßen. Nobody’s perfect.

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Morrissey geht nächstes Jahr auf Tour und ich erwäge ernsthaft, enorme Eintritts- und Reisekosten auf mich zu nehmen und hinzugehen. Einmal im Leben und so; ihr versteht schon.

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Ich habe schon ein paarmal vom Igel geschrieben, der am Haus meinen Eltern wohnt. Mein Vater hat ihm in spontaner, nicht selten in heftiger Form auftretender Bastelwut eine Art Haus gebaut, neben seiner inzwischen angenommenen Futterstelle. Der Herr I. hat das Angebot auch angenommen und hat direkt neben dem etwas unansehnlichen (aber soliden!) Holzkasten seinen gewohnten Laufhaufen aufgeschichtet. Eine nicht ganz befriedigende Lösung für den (menschlichen) Bauherrn.

  1. Ein Günstiges, nichts von dem guten Zeug für meine Freunde und mich selbst []

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Eben stellte ich zu meinem Erschrecken fest, dass ich – angenommen, ich könnte singen – aus dem Stand Please please please let me get what I want1 schmettern könnte, die Melodie und der Text sind fest in meinem Gehirn eingebrannt. Der innere Morrissey ist stark in mir. Dabei bin ich aber voller Tatkraft und Sicherheit, voller Vertrauen in meine Freunde und diejenigen, die ich großartig finde – meistens dieselben. Ich frage mich, ob ich – genug Alkohol eingerechnet – jemandem vorsingen könnte, ohne mich komplett zu blamieren. Die Frage danach wäre: Ich habe es mit Sicherheit schon irgendwann getan und kann mich nicht mehr daran erinnern; irgend jemand auf dieser Welt aber garantiert.

Wer ist das bemitleidenswerte Opfer?

Ich bin nicht so sicher, ob ich das wissen will. Am Ende war das jemand, den ich mag. Oder jemand, der mich bis dahin mochte.

Summ Summ Summ.

Es geht mir nicht aus dem Kopf. Gut, dass ich keine Podcasts mehr mache2, sonst wären schon die ersten vier Minuten grausig sicher mit Grausigem gefüllt.

Es würde euch bis ins Mark erschüttern.

  1. Oh, am besten ihr klickt das Video dazu einfach weg. Das war noch die am wenigsten nervende Version auf YouTube. []
  2. warum eigentlich? – Genau, sie waren nicht so gut []

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Morrisseys Pulverfässer

Die Süddeutsche bespricht Morrisseys neuestes Werk, Ringleader of the Tormentors, hier:

Ringleader“Seine Hoden haben schließlich die Größe von Pulverfässern und, Herr vergib, die können jetzt jeden Moment hochgehen – hier ist der erste, aber keinesfalls letzte Moment gekommen, wo man am liebsten hysterisch loskreischen möchte! Das soll Morrissey sein, die alte Strickjacke? Nein, hier haben wir es mit Kong zu tun, einem behaarten Monstrum der reinen Hybris.”

Oh yeah. Und sie hat recht. Dieses Platte ist gross. Mitgemacht hat auch ein anderer Freund des Bombast, Ennio Morricone und ein weitere Freund des Bombast, Produzent Tony Visconti.

Reinhören auf myspace.

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