party

Artikel mit dem Stichwort party.

Drei Tage am Stück zu feiern, das ist eine beachtliche Herausforderung und das hinterlässt einige Spuren wie unter anderem einen erheblichen Muskelkater, fiese Kopfschmerzen und gelegentliche Formschwäche1.

An sich kann einen ja schon so ein konkreter BiBloStaTi allein aufs angenehmste schaffen, aber ich hatte es besser. Nicht weil eine kleine Feier am Folgetag mit mir stattfand, nein. Ich habe einen Muskelkater an Stellen, die ich trotz meiner profunden anatomischen Kenntnisse nicht einmal benennen kann – aber es ist ein Muskelkater, den ich stolz und würdevoll wie einen Orden tragen kann. Wenn mich jemand fragt, warum ich so komisch gehe, dann grinse ich ganz fein.

Dann fragen sie nicht mehr.

Das gefällt mir.

  1. Ab der neuen Woche: Tägliche Liegestützen, Freunde! []

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Zu sowas wie “Revivalparties” zur Wiederbelebung lang verstorbener alter Stammläden halte ich ja nicht viel, trotzdem tauche ich immer wieder dort auf, weil ich rücksichtslos mitgeschleppt oder zum hingehen erpresst werde.

Einige von euch werden inzwischen mitbekommen haben, dass ich vom Land komme, ich bin also einiges gewöhnt, was bizarre bis lebensgefährliche Anfahrtswege angeht. Man hat immer eine warme Decke im Wagen und für den Fall der Fälle Schneeschuhe, eine Signalpistole zum Signalisieren sowie Hai-Abwehrmittel zum Haie abwehren.

Aber dann, am Ende einer eisbedeckten unbeleuchteten einspurigen Straße in der tiefen Nacht, da brennt ein Licht. Das sind die Autos, die keinen Platz mehr auf dem Parkplatz gefunden haben und nun zurück müssen. Das bedeutet, wir müssen auch zurück – im Rückwärtsgang zusammen mit allen anderen Wagen, die zwei Kilometer hinter uns stehen. Der Fahrer klagt über Nackenschmerzen.

Aber wir haben das geschafft und waren dann doch noch auf der Party. Die sah so aus, als wäre noch eine Vorveranstaltung für die Eltern der eigentlichen Gäste im Gange. Ich konnte kam jemanden erkennen. Einer hat mich erkannt. “Siehst aus wie immer, nur fetter”. Offensichtlich hatte er sich auch nicht geändert. Da musste ich nichtmal hinschauen.

Mit der Zeit wurden die Leute jünger, die älteren gingen – oder das hatte vielleicht etwas mit dem Alkohol zu tun, den man unbedingt trinken musste, um die Situation ertragen zu können.

Am Ende finden sich dann die ungefähr vier Leute, die man sowieso öfter sieht und man schafft es, das possierliche bis lüsterne Tun der älteren Leute mit ein wenig Distanz zu betrachten und das Ganze unterhaltsam zu finden.

Irgendwann geht man dann nach Hause und stellt fest, dass es viel glatter geworden ist, weil man nämlich im Minutentakt auf dem Hintern landet – vielleicht hatte das etwas mit dem Alkohol zu tun, den man unbedingt trinken musste, um die Situation ertragen zu können. Vorbei an Autowracks ohne linke Frontscheinwerfer und linken Kotflügeln, welche den Heimweg für die Parkplatzparker sicher ein wenig komplizierter gestalten sollten. Über solche gemeinen Gedanken kann man sich zwischen den Stürzen großartig amüsieren, müsst ihr wissen.

Aber dann ist man doch endlich am Wagen und freut sich, doch noch knapp vor acht Uhr ins Bett zu kommen.

Wenn nicht Mitfahrerinnen feststellen, dass ihre Handtaschen ganz sicher nicht mitgekommen sind. Alles zurück.

Wird ja keine Ewigkeit dauern, oder? Nun, jedenfalls dann, wenn die Straße nicht spiegelglatt und voller Autowracks steht, über deren Lästigkeit man sich vor gar nicht langer Zeit amüsiert hatte und die sich nun als mindestens doppelt so lästig erweist, wenn man selber aufgehalten wird.

Außerdem habe ich einen Kater.

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Silvester

Ich mag eigentlich heute gar nicht auf Silvesterparties gehen, das ist fast immer schiefgegangen in den vergangenen Jahren. Die Leute scheinen immer auf der Suche nach etwas Besonderem zu sein auf diesen Endjahresveranstaltungen und die wenigsten finden es, ohne in Worte fassen zu können, nach was sie denn nun eigentlich so versessen sind.

Das kann mir nicht passieren, ich weiß was und wen ich will. So viel bleibt da eigentlich nicht übrigen außer Suff und seltsamen Gesprächen und es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass ich hier genau diese richtige Person auf einer Party finde. Zu weit weg.

Ach ja, das klingt schon etwas traurig, wenn ich mir das so durchlese.

Ich warte mal ab – vielleicht passiert ja etwas Überaus Angenehmes.

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Vermutlich nicht genau das, was man in einer schrecklichen Notlage so kurz vor der erhofften Erlösung lesen möchte.

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Eine sehr feine Piratenparty. Beinahe hätte ich mich doch verkleidet, obwohl unser Kopftuchvorrat so schnöde sabotiert wurde1, aber meine Küchentücher sind zu klein für meinen Kopf.

Fühlte sich an wie das Ende einer Ära an. Wohl der letzte Triumpf einer klassischen Partygruppe und ich bin ganz schön traurig deswegen.

Deswegen hat es wohl auch so fürchterlich gegossen.

  1. Wider Erwarten hatte keiner mehr eines. Sie sind gestohlen worden. []

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Eigentlich wollte ich grade vor einer Stunde über den fürchterlich miesen Eiskaffee im Mindener Ratscafé schreiben – wie ich in meiner Naivität vorausgesetzt hatte, dass ich hier mit einem Kaltgetränk zu rechnen hatte – oder über die Ungerechtigkeiten in der Geschlechterfrage. So die Tatsache, dass der klassische Partyhorror “Schau, Schatz, aber unauffällig: Die da drüben hat dasselbe Kleid an wie du.”bei Männer komplett harmlos oder sogar eher erheiternde Wirkung hätte. “Herr Kollege, sie haben aber ein tolles Hemd! – Danke, ihres gefällt aber auch!”

Natürlich könnte das auch der Grund sein, warum viele Männer bei offiziellen Anlässen per Pinguinmethode von vornherein in Uniform auftreten. Prävention. Ihr versteht.

Gestern Abend plante ich noch, über die Beerdigung zu schreiben, die für morgen geplant ist. Aber an die muß ich gerade gar nicht mehr so sehr denken wie in den letzten Tagen, mich hatte die Sache fast jede wache Minute beschäftigt. Nun dreht sich wieder alles in meinem Kopf, nun allerdings um eine andere Neuigkeit:

Seit ein paar Minuten weiß ich, dass ich bald wieder in Vollzeit arbeite. Ich habe genau die Stelle bekommen, die ich haben wollte und werde bald sehr bald wieder in der Zivilisation mein Lager aufschlagen. Die erste positive Nachricht seit langem und ich gedenke sie zu genießen, so sehr es mir möglich ist.

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Endlich bin ich mal wieder unter Leute gekommen, meine Hustenanfälle waren zurückgegangen und ich durfte hoffen, mich mit etwas Glück unerkannt unter Nichterkälteten bewegen zu können.

Wie immer nach längerer Abwesenheit fragte ich mich nach den ersten 20 Minuten, ob ich nicht vielleicht völlig fehl am Platze war. Ich hatte nicht einmal eine auffällige Frisur, dabei ist es doch das, womit man in dieser Szene scheinbar sein persönliches Statement an die Öffentlichkeit trägt. Zwar ist es immer dasselbe Statement – “Ich bin anders! Schaut her, meine Haare!“, aber meine Frisur hat der Welt leider überhaupt gar nichts zu sagen. Kein Wunder, dass man sich da minderwertig vorkommt – böse Zungen behaupten, ich hätte gar keine Frisur, sondern nur schlichtes Haar.

Sie hatten in meiner Abwesenheit umgebaut. Ich ziehe es vor, dass meine bevorzugten Ort sich niemals ändern, weil ich immer Monate und manchmal Jahre brauche, um mich neu an sie zu gewöhnen, oft gelingt es mir nie und ich muss dann leider wegbleiben.Die Neuerung: Eine großartige Maßnahme zum Nichtraucherschutz1. Da scheut man weder Kosten noch Aufwand:

Man hat einfach eine Glaswand mitten durch den Saal gezogen. Mit einer Glastür, auf der “Raucherbereich. Bitte geschlossen halten” steht. Ich habe beschlossen, diese Tür “Checkpoint Charlie” zu nennen.

Für mich ist diese Entscheidung ein Geniestreich. Man bedenke die Alternativen, die gerüchteweise im Gespräch waren:

  1. Eine Überdachung vor dem Eingang. (Wirksamer Nichtraucherschutz, unglückliche und verkühlte Raucher)
  2. Gar nichts, einfach nur ein Schild mit “Bitte nicht rauchen”. (Exakt dieselbe Wirkung. Die Leute kommen aber trotzdem. Wetten?).

Man bedenke, wie großartig sich die heutige Lösung dagegen ausnimmt. Von außen sieht der Raucherbereich aus, als hätte jemand großzügig Kunstnebel hineingepumpt. Die Besoffenen rennen schwungvoll vor die Glaswand – nennen wir sie “Anti-Nikotin-Schutzwall” – und unterhalten die Nüchternen genauso wie ihre Freunde. Eine spaßige und so bewährte wie deutsche Lösung. Herzlichen Glückwunsch dazu, Forum! Ich verneige mich in Ehrfurcht vor dieser wirksamen2 Maßnahme.

Ich bin nicht so recht fähig, mich an der Theke bevorteilen zu lassen, vor allen wenn es unabsichtlich geschieht und sich die Bedienung zu meinem Gunsten verrechnet. Erst recht bei der sehr, sehr hübschen Bedienung. “Du bist sehr ehrlich”, murmelt sie zu mir und huscht weg. Ich mag den Gedanken, dass sie später hin und wieder zu mir herüber gelächelt hat. Vielleicht habe ich mir das nur eingebildet, egal – ich fühlte mich gar nicht schlecht dabei.

  1. Zugegeben: Ich bin ganz froh, wenn ich nicht total durchgeräuchert nach Hause komme. Einzelne Raucher sind für mich aber überhaupt kein Problem. Ich kann auch Raucherinnenküsse toll finden, ehrlich. Kommt auf die Raucherin an. []
  2. Komischerweise bin ich selten so durchgeräuchert nach Hause gekommen wie nach dieser Nacht. Hmmm. []

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