Wir haben es gestern tatsächlich noch einigemaßen im Zeitplan in den Ostbunker geschafft. Merke: Auch ein Navigationssystem bringt einen nur dann sicher ans Ziel, wenn man die richtige Adresse eingibt. Aber auch dieses Hindernis ward alsbald überwunden.
Irgendwie waren aber recht wenig Leute anwesend – eine Tatsache, die die soundcheckenden Egotronic aber keineswegs in ihrer scheinbar unerschütterlichen guten Laune störte. Es wurde respektvoll zur Kenntnis genommen, daß der Sänger (und damit die Hälfte der Band) Madonnas “Frozen” textsicher zum Besten geben konnte, sehr zur Erheiterung der Anwesenden. Viel später, fachmännisch mit elektrischen Skurrilitäten bis hin zu Minimal House beschallt, begann die Plemo Show, die nicht nur hochmotiviert und klar verkaspert vor sich ging, sondern auch erstaunliche akrobatische Einlagen offenbarte. Sehr gut. Plemo und DJ Kante sind ganz groß. Auch Ausfälle der PA konnten sie nicht aufhalten.
“Komm, Du siehst stark aus. “-”Nein!” -”Doch, hier in der Gegend sind alle stark. Wir drehn die Monitore um, und spielen viel lauter, dann kriegt ihr auch was mit.”
Ja, so ging das. Randale!!!
Und dann gleich Egotronic, die schon vorher immer wieder mitgeholfen haben, und die Gastfeatures bei Plemo abarbeiteten. Und genau wie diese einen enormen Verbrauch an Bier zeigten. Wundervoll. Natürlich riss die E-Saite des einzigen Basses. Und natürlich was kein Ersatz zur Hand.
“Die E-Saite reisst NIE. Das ist peinlich…”
Doch, sie reisst andauernd. Jedenfalls auf Konzerten, bei denen ich im Publikum bin. (Vielleicht sollte ich Schutzgeld verlangen?) Nach mehrern Versuchen, den Bass auf dem bandeigenen Minikeyboard zu imitieren (du musst hier immer auf die Taste hauen, das ist dann Bass!) und nach frenetisch umjubelten Verbrauch der bass-losen Songs fiel natürlich die PA aus. Mitten im “letzten Song”. Egotronic hatten eine andere Lösung als Plemo:
Scheinbar zu faul, die Monitore umzudrehen, baten sie die inzwischen doch ganz erheblich angewachsene Zuhörerschar einfach auf die nun doch entschieden überfüllte Bühne, weil man da viel mehr mitbekommen würde.. hurra!
Noch zwei Zugaben. Und dann war Schluß… auch weil Sänger Thorsun (“Torsten”) “Aus Versehen auf das Mikro gehüpft” war.
“Wir machen immer alles kaputt. Das ist mir jetzt aber peinlich. Sonst ist das ja Absicht, aber heute…”
DJ setzt wieder ein, bis Plemo und Ego entdecken, dass das Mikro platt, aber immer noch funktionstüchtig ist. Nach eigenem Bekunden “heute bühnengeil” begann eine wilde Freestyleorgie “Noooo future… I was made for loving you….”, die bis tief in die Untiefen der Eurodancekracher der 90er reichte. “Mr Vain” nicht ausgeschlossen. Immer noch mit zig Leuten auf der winzigen Bühne.
Als wir gingen, haben sie immer noch weitergerockt, inzwischen heiser und voller Schweiß, Bier und Wodka.
Ne, wat war dat schön.
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