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Münstersche Zeitung | Gesamtschule Gymnasium: Sommer kritisiert Leistungsgefälle: “DÜSSELDORF NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU) hat ein Programm zur Verbesserung des Unterrichts an den Gesamtschulen angekündigt. Die Gesamtschulen schafften es bisher nicht, „ihre Schüler auf ein vergleichbares Leistungsniveau zu bringen wie die Gymnasien’.”

Unsere NRW-Schulministerin Frau Sommer beeindruckt mich schon seit einer ganzen Weile mit ihrer selbst für Politiker kreativen Lesart von Statistiken. Gestern hat sie erkannt, dass das Abitur an Gesamtschulen nicht nur einen niedrigeren Durchschnitt hat, sondern dass auch “viermal mehr” Schüler das Abitur gar nicht erst schaffen. Kein Wunder, ist ja auch die alte Sozi-Idee Gesamtschule. Diese verdammte Gleichmacherei aber auch! Frau Sommer will den armen Gesamtschulen aber nun “helfen”, damit sie das hervorragende Ergebnis der Gymnasien … Moment, hat sie etwa die Ergebnisse der Gesamtschulen mit den Gymnasien verglichen, ohne Real- und Gesamtschulen einzubeziehen? Das kann sie doch nicht, weil das Blödsinn wäre, oder? Oh doch, sie kann es und sie macht es auch – und es ist immer noch Blödsinn.

Natürlich werden Gesamtschulen wohl nie das durchschnittliche Leistungsniveau wie Gynmasien erreichen – immerhin ist das traditionelle dreigliedrige Schulsystem darauf ausgelegt, dass zum Ende der Schulzeit nur noch diejenigen Schüler auf dem Gymnasium sind, die auch die allgemeine Hochschulreife erreichen werden; jedenfalls in der Theorie.

Ich fände es doch einmal viel interessanter, wie die Erkenntnisse nach dem ersten Zentralabitur im Vergleich “Gesamtschule vs. Gymnasium plus Hauptschule und Gesamtschule” aussähen – das wäre immer noch ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen, aber doch immerhin einigermaßen aufschlussreich. Ich halte es zum Beispiel für absolut möglich, dass ein größerer Prozentsatz der Schüler an Gesamtschulen überhaupt die Hochschulreife erreicht, verglichen mit dem traditionellen System. Vielleicht nicht mit fantastischen Noten, aber das wäre doch eher ein Erfolg für diese Schulform, oder?

Sind wir denn schon wieder im Wahlkampf oder muss man heute in den Medien sein Hirn ausschalten? Oder hält einen die Poltik nur für dämlich?

Sorry, aber das musste mal raus. Man gibt sich ja nichtmal mehr richtig Mühe dabei, die Öffentlichkeit zu manipulieren.

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Wie immer vor wichtigen Tagen kann ich auch heute Nacht nicht schlafen. Ich bin zu aufgewühlt zum lesen oder das Fernsehprogramm lenkt mich nicht von den Stimmen in meinem Kopf ab: Ich muss mir immer die Stimmen der Leute vorstellen, die mich beschäftigen. Die Vermissten und Verkrachten, die mich vielleicht nicht mehr mögen, ich sie aber dafür noch sehr und die Verschollenen und die, die von mir – ausgerechnet mir! – Tipps für ihre schrägen Beziehungskisten haben wollen. Ach ja: Dazu noch interessante andere Fälle, wie die Person, der ich beibringen muss, das sie auf dem Meeting in L.A.1 soeben das Buffet mit “Das kann man wirklich noch essen?” kommentiert hat und nicht etwa nach dem Geschmack des exotischen Früchte fragte. Das alles angemessen niederzuschreiben würde wohl ein Werk wie Dantes Inferno bedeuten; dafür fehlt mir zu unser aller Glück sowohl Exhibitionsmus, Energie als auch das nötige Talent. Ich bin ja nicht einmal katholisch! Also lasse ich es bleiben.

Scheinbar geht es anderen Weblogschreibern ähnlich, deswegen fangen sie wieder einmal zur Sommerzeit eine riesige Diskussion über sich selbst an. Metablogging, Luca hat das wieder einmal treffend zusammengefasst und eine ganze Menge unerfreulicher Beiträge für uns gelesen; ich habe nur ein oder zwei davon geschafft. Dafür ein tief empfundenes Dankeschön. Ich wusste gar nicht, dass es eine Bloggerszene gibt. Wenn es eine gibt, dann will ich bittesehr nicht dazugehören. Ich habe noch nie zu einer Szene gehört, was mich als Teenager traurig und gehässig gemacht hat und ich bin sicher jetzt alt genug, um wieder Außenseiter in einer komischen Clique von Besserwissern zu sein. Solche künstlich geschaffenen Gruppen mit ihren seltsamen Attitüden und Befindlichkeiten sind mir inzwischen so egal wie mir einzelne Menschen wichtig sind. Ich sehe sie so kühl und distanziert wie ich Einzelpersonen gelegenheitssentimental und fasziniert betrachte. Nur ein Satz dazu, den ich sicher bei Tageslicht bereuen werde: Je mehr diese meiner Ansicht nach fiktive Szene ihre eigene Relevanz diskutiert, desto schneller verlieren die Teilnehmer dieser Diskussion daran. Noch ein Satz: Mein Blog ist extrem relevant und treffsicher – und zwar in erster Linie zu genau einem Thema – es ist eines dieser immer wieder geforderten Themenblogs, geführt von dem führenden Experten zum Thema “Denis” – ich bin er, er schreibt über mich.

Ich bin immer noch nicht richtig müde. Also weiter: Sind Blogs scheisse? Ja, dieses schon und zwar dauernd. Das ist nicht nur direkt in Zusammenhang mit seinem Thema zu erklären, sondern auch durch die hohe Postingfrequenz. Ich schreibe eine Menge Mist und noch mehr Sachen, die wirklich niemanden außer mir zu interessieren scheinen; so richtig beschissen ist gorgmorg aber vor allem, wenn ich mir richtig Mühe gegeben habe. Ich muss aber zugeben, über die Jahre besser geworden zu sein; es kam vor allem wegen der vielen miesen Beiträge voller Selbstmitleid und einer Reihe gloriöser Schnellschüsse und unverständlicher Ergüsse zu dieser Entwicklung. Eine gewisse Routine, ein gewisser Fluss kam nur um den Preis einer wahren Deponie schauerlicher Textgeschwawullste zustande, die nicht in den normalen Textmüll geraten dürfen, sondern unter großem Aufwand (in Castorbehältern) in die Vergessenheit rollen. Wie viele Leute mich lesen, ist mir lange nicht so wichtig wie wer mich liest. Darum freue ich mich auch immer so über Kommentare; naja: Über die allermeisten.2

Unverkrampftes Schlechtsein kann einen richtig weiterbringen, da bin ich mir persönlich sicher. Ich kann das super. Dir fällt sich auch genug ein, das ist auch Übungssache und Frage der Hemmungslosigkeit. Hauptsache, es beschäftigt dich. Außerdem: Wenn ich schnell genug schreibe, schaufele ich manchmal sogar schnell genug etwas von dem Müll aus meinem Kopf heraus ins WWW, bevor er anderweitig aus dem Hirn entkommen kann. Ansonsten könnte sich die Drecksenergie in Kommentaren auf anderen Blogs oder gar EMails3 entladen … meine Freunde wissen, dass ich noch lange nicht schnell genug blogge, um sie vollständig zu verschonen.

Gorgmorg existiert nicht zuletzt, damit ich nicht noch mehr Schaden anrichte.Ich wünschte, es wäre ein wenig effektiver.

  1. Ellll Eyyy! In meinem Blog! []
  2. Mir fällt allerdings inzwischen auf, dass meine Gehässigkeit und die gelegentliche Bosheit der Vergangenheit irgendwie verschwunden sind. Die treten eher auf, wenn ich fremdkommentiere. Hmm-hmm. Braucht gorgmorg mehr Gift? []
  3. Ich bin einer dieser Menschen, die Mails sofort beantworten und ihre eigenen weisen Ratschläge über Wartezeiten und “nochmal drüber schlafen” nie so oft wie angebracht -also immer- achten. []

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(Und ich meine wirklich nur MSN-Benutzer. Benutzer von Live.com Accounts und so weiter. Hotmail und Konsorten. Alle mit Microsofts Messenger und deren Mailkonten. Der Rest darf lesen, sich aber nicht angesprochen fühlen.)

Du bist nicht allein gemeint. Es gibt noch eine ganze Reihe anderer Kartoffelköppe, die sich ihren Account quasi selbst gehackt haben und es nicht bemerken wollen. Aber denk doch mal einen Moment nach.

Wunderst du dich nicht auch, dass Leute sich beschweren, weil du manchmal nicht auf Ansprache reagiert hast, obwohl du deines Wissens am besagten Tag gar nicht online warst? Oder das du Werbung verschickst? Dabei kannst du dich daran ebenfalls gar nicht erinnern.

Ich kann dich beruhigen: Es ist vermutlich nicht Alzheimer.

Vielleicht kannst du dich aber entsinnen, dass du mal auf einer friedlich aussehenden Webseite deine Zugangsdaten eingegeben hast? Vielleicht gabst du in einem Moment menschlicher Schwäche der Neugierde nach und hast versucht herauszufinden, wer von deinen stilleren Kontakten dich schändlicherweise blockiert hat. Oder etwas ähnliches.

Ganz, ganz dunkel ist vielleicht noch eine andere Erinnerung präsent – die an den Rat, dass man sein Passwort niemals – niemals – an anderen Stellen als auf live.com, msn.com, Hotmail und anderen offiziellen Stellen im Besitz von Microsoft1 angeben sollte. Wenn nicht, darauf wurdest du, lieber anonymer MSN Benutzer, mit Sicherheit beim erstellen deiner Mailaddy darauf hingewiesen.

Aber du hast wohl nicht daran gedacht, dass jemand von einer fremden Seite zweifelhafter Herkunft nun mit deinem Account tun und lassen kann, was er oder sie will, oder? Mail schicken. Im Messenger online sein und Nachrichten, Trojaner und allen Möglichen anderen Mist2 verschicken kann. Ganz zu schweigen von schimpflicher3 Pornographie.

Denk mal an Denis, der hier gerade an einem Text arbeitet und auf deinen Spam verzichten kann. Zu schreiben macht ihm Spass und er würde gern a) online bleiben und b) trotzdem gern weiter arbeiten, ohne dauernd gestört zu werden. Denis hat dir und anderen zuliebe sehr widerwillig noch einen Instant Messenger in Form von MSN installiert. Er hat dort inzwischen richtig viele Kontakte. Er bekommt von dir in deiner Abwesenheit so eine Masse ekelhaftesten Zeugs … er erspart dir und sich an dieser Stelle, ins Detail zu gehen. Hey. Sei doch mal nett zu Denis und all den anderen lieben Leuten auf deiner Kontaktliste, die weiterhin gern lieb zu dir sein wollen und nicht irgendwann zu geifernden Bestien mutieren möchten – am Ende würden sie, richtig, dich von ihrer Kontaktliste löschen und gar blockieren. So weit muss es doch nicht kommen.

Änder doch einfach mal dein Passwort und mach die Welt damit vielleicht ein wenig sicherer, auf jeden Fall aber spürbar weniger nervig für mich und andere.

Dankeschön.

  1. Klar, Microsoft ist ganz ganz böse, wie alle Konzerne. Aber manche anderen Leute sind böser. []
  2. Ich habe einen Mac und meistens ist es bei mir halb so schlimm als bei den Windows Benutzern. Es nervt aber immer noch []
  3. Das Wort wollte ich schon seit Jahren mal verwenden. Ich bin so … erleichtert, es getan zu haben []

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Es ist manchmal schon ein ziemlich unangenehmes Gefühl, dass das Internet eigentlich nie etwas vergisst; selbst eigentlich “gelöschte” Daten finden sich mit etwas Glück und Mühe noch eine Weile in Googles Zwischenspeicher; längst verblichene Versionen von Webseiten auf Archive.org’s “Wayback Machine” und andernorts. Trotzdem, wirklich verwertbare Informationen über das Privatleben einer realen Person zu finden – das ist nicht mit ein paar Mausklicks getan: Internetrecherche ist richtige Arbeit, wie wohl jeder Studi leidvoll erleben durfte. Ich mache es zum Beispiel nie. Und ich kann euch sagen: Ich bin ganz schön neugierig.

Nun kommen aber Leute daher, die all die Informationen über bestimmte Personen bündeln und in einer Suchmaschine zusammenfassen. Was fürchterlich praktisch ist – denn man kann ja auf zig Plattformen zurückgreifen, in denen nur zu gern persönliche Daten und Verbindungen zu anderen Leuten gut nutzbar veröffentlicht werden. Zum Beispiel die durch besonders nervige Werbemails auffallende “Freunde-Suchmaschine” StayFriends, die einen davon überzeugen will, mit alten Mitschültern Kontakt zu halten. Da hat sie bei mir aber mal den genau den Richtigen … egal, schweifen wir nicht weiter ab.

Schon in dieser Form ein sehr nützliches Werkzeug nicht nur für die rachsüchtige Ex, sondern erst recht für den einen oder anderen Personalchef, der so nur den Namen eines Bewerbers eingeben muss und in wenigen Sekunden aufschlussreich über dessen Betragen auf beispielsweise einem gepflegten Windelfetisch-Forum informiert wird. Mit Bildern. Und Videos. Und gelegentlich auch seiner privaten Telefonnummer.

Das Ganze haben die Erfinder auf den scheinbar freundlich gemeinten Namen “yasni” getauft.

Aber das Ding ist noch viel besser. Du musst nicht etwa hinnehmen, was da über dich verbreitet wird – nein, du brauchst dir auch keinen Anwalt zu nehmen, nicht doch! Du kannst dich registrieren und die Suchergebnisse bearbeiten. Wie großzügig. Natürlich kannst du dort auch noch gleich dein Weblog, deinen FlickR Account oder ein Passbild hinterlegen.

Eigentlich sind Leute, die unter ihrem Namen einigermaßen aktiv im WWW waren, fast schon gezwungen zu registrieren: Man will ja nicht, das die eine oder andere peinliche Sache dort auftaucht – Eitelkeit ist ein großer Motivator. Und schon ist die Glaubwürdigkeit der Daten – sollte ich “der Handelswert” sagen? – um einiges verbessert. Da Google und Co immer weiter indexieren und immer mehr Daten hereinkommen, wird man per Newsletter darüber informiert, dass man wieder einmal vorbeischauen und seine PR frisieren muss, bevor Klient, Chef oder – schlimmster aller GAUs – Mutti reinschaut:

“Es gibt neue Informationen über sie, Sir. Sie sollten sich das am besten selbst anschauen. Schnell.”

Eigentlich ziemlich clever: Man vermittelt den Eindruck, beim agieren im Netz eine nachträgliche Kontrolle über den Informationsfluss zu haben. Gleichzeitig gibt es einen spürbaren sozialen Druck, sein Profil immer wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Nun ja, ich kann mir den Aufschrei der Netzgesellschaft lebhaft vorstellen, wenn Google ein Angebot dieser Art auf den Markt werfen würde – hier findet genau das ganz offenherzig statt, was dem Konzern aus USA seit langem vorgeworfen wird. Das könnte man “geschäftstüchtig” und “schlau” nennen – oder auch “perfide”.

Ein Webangebot, das ich überhaupt nicht mag. Trotzdem nutze ich es, quasi gezwungenermaßen. Das muss denen erst mal einer nachmachen.

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Eigentlich wollte ich nichts mehr über Technik schreiben, aber da mir diese Frage wirklich dauernd gestellt wird und es stundenlange Dialoge gibt, in denen ich mich rechtfertigen soll – nun, dann tippe ich lieber hier ein paar Zeilen, die ich verlinken kann, falls die Frage wieder auftaucht.
Ich habe viele Jahre lang Linux auf dem Desktop1 eingesetzt und es immer verteidigt. Die Zeiten sind vorbei; ich habe inzwischen auf keinem meiner beiden Rechner mehr eine Linuxinstallation. Und das mir, der ich einmal die Diplomarbeit damit vollendet habe, ohne das eklige Windows anderswo auf der Festplatte auch nur anzurühren. Wenn mich aber heute jemand nach meiner Meinung über Linux fragt und dann auf meine Gegenfrage antwortet, dass sie oder er damit nur ganz normale Arbeiten wie Schreiben, Surfen, Banken und eventuell ein paar Spiele installieren und etwas Grafik erledigen möchte, dann rate ich entschieden von Linux ab.

Aber warum nur?

Bevor ich antworte, stellen wir besser ein paar Sachen klar:

  • Es geht hier nicht um eine politische Einstellungsfrage, Open Source vs. Closed Source, die bösen Microsofts und die gemeinen Apples dieser Welt interessieren einfach mal für diesen Beitrag nicht, in Ordnung? Ich will mit dem Computer arbeiten und nicht damit demonstrieren gehen.2
  • “Normalanwender” bedeutet hier nicht Naturwissenschaftler und insbesondere nicht Informatiker.
  • Die Überschrift lautet “Warum ich nicht mehr unter Linux arbeite”, nicht “Warum Linux doof ist”. Es ist meine persönliche Erfahrung und natürlich absolut subjektiv.
  • Wer sich auf diese Punkte nicht einlassen kann, der möge von Kommentaren bitte absehen.

Also, dann mal los:

  1. Wer keinen Zugang zu einem zweiten Rechner oder einen Experten griffbereit hat, möge Linux bitte erst gar nicht installieren. Ich jedenfalls würde ohne alternativen Zugang zum Internet nicht mehr riskieren; Dokumentation findet online statt.
  2. Moderne Linux-Distributionen wie Ubuntu sind einfach zu bedienen und einzurichten – man kann sehr gut damit arbeiten, wenn man mit der genau der vorinstallierten Ausstattung an Funktionen gut über die Runden kommt. Bei mir wurde das schnell zu eng.
  3. Wenn ein Stück Hardware nicht unterstützt wird, ist die Herrlichkeit vorbei. Auch wenn die Liste funktionierender Geräte immer länger wird, bedeutet “Funktioniert unter Linux” noch lange nicht “Jeder kann das Gerät einfach einrichten.” Einfach so mal neue Treiber herunterladen? Nein, so simpel ist das nicht. Schonmal Unterstützung für eine WLAN-Karte nachinstalliert? Nein? Das kann sehr leicht längere, komplexe Befehlsketten in der Textkonsole nach sich ziehen, die zu finden durchaus Stunden im Internet kosten kann, Laien klar überfordert und nur die allzu leicht das komplette System zerschiessen können.
  4. Linux stürzt zwar tatsächlich kaum vollständig ab, aber die Benutzeroberfläche, auf der die Ottonormaluser arbeiten, friert durchaus gern ein. Klar, Linux rennt dann technisch gesehen noch. Aber wenn man nicht mehr damit arbeiten kann3, ist der Datenverlust beim Neustart genau derselbe wie bei einem Windowscrash. Ich würde persönlich sogar sagen, dass sich nach meiner Erfahrung die meisten beliebten Linuxdesktops4 häufiger verabschieden als das vielgeschmähte Windows Vista.
  5. Man kann sich definitiv auch unter Windows gut vor Viren und so weiter schützen; die Standardinstallation des heutigen Windows ist in Sachen Sicherheit Lichtjahre weiter als damals Windows 98 und Co.
  6. Für den Desktop User sind die meisten Desktoplinuxe viel, viel lahmer als Windows auf einem vergleichbaren Rechner, ganz zu schweigen von Mac OS. Zuckelnde Mauszeiger, hin und wieder totaler Stillstand, zähe Officesoftware – das seid ihr mit einem Wechsel sicher nicht los.
  7. Es gibt Perlen unter den kostenlosen Linuxprogrammen wie GIMP oder Amarok, die Mehrzahl der Software für ganz normale Menschen (nicht etwa Hacker oder Wissenschaftler, wie gesagt) ist eher nicht besser als anderswo, man findet dafür sehr viel Halbfertiges. Allerdings ist in der Tat fast alles kostenlos und frei zu haben.
  8. Bisher läuft keine aktuelle Linuxdistri ordentlich auf meinem dicken PC, neben Vista Ultimate. Seit über einem Jahr haben sie das nicht hinbekommen. Nein, ich habe keine Lust und Zeit mehr, da tagelang nachzuarbeiten und zu basteln. Irgendwie wird das laufen, da bin ich mir sicher. Aber ich kann und will mir so viel Arbeit für so etwas Triviales wie “Rechner läuft nach Installation problemlos” einfach nicht leisten.
  9. Ich mag schöne Software mit guter Bedienbarkeit ;)
  10. Man kann zwar viele Windows Spiele unter Linux zur Mitarbeit zwingen, aber nicht problemlos und oft auch nicht kostenlos.Egal was die anderen sagen, glaubt ihnen nicht: Wer gut spielen will, sollte sich nicht vollständig von Windows lösen oder sich eine Spielkonsole zulegen.
  11. Ich brauche Software für speziellere Aufgaben und sie solle gut sein. Wie viele Programme für Schreiber gibt es? Ich meine damit etwas wie Scrivener. Oder etwas zum malen wie Painter? Fehlanzeige. Professionelle, spezialisierte Software in guter Qualität (!) ist unter Linux Mangelware. Techniker werden noch relativ glücklich, aber kreative Köpfe werden sich die Haare raufen. Wer mir nicht glaubt, möge meine schüttere Haarpracht bewundern kommen.
  12. Linux auf dem Notebook ist eine dumme Idee. Außer man steht auf erheblich geringere Akkulaufzeiten und noch problematischere Unterstützung von Hardware. In diesem Fall kann ich euch nur zum sofortigen Umstieg raten, denn genau das werdet ihr bekommen.
  13. Mac OS macht einfach viel mehr Spass, sieht besser aus und hat – wenn ich das will – fast jedes einzelne Stück Software, dass es auch unter Linux gibt. Ok, es ist kommerzielle Software. Wen kümmerts? 100.000 Leute ohne Zweifel, mich nicht. Ich habe Windows Vista auf meinem Spielerechner, den ich im Moment kaum verwende.

Eigentlich muss ich sagen, dass ich Linux nicht mehr brauche. Windows ist stabil und relativ (!) sicher; Spiele laufen. Mac OS X ist schnell, stabil und sicher, es ist außerdem hübsch und macht Spass – sagte ich das schon?

Beide kommen mir nicht dabei in die Quere, meinen Kram zu erledigen.

Aber wenn es darum geht, mit einem Linux auf Live-CD und einem USB Stick auf einem PC mit kaputter Festplatte mein Leben zu retten, dann ist Linux wirklich unfassbar toll. Es ist ein Kumpel, der in der Not hilft, aber im täglichen Leben einfach zu nervig für mich ist.

Das ist herzlos von mir, ich weiss.

  1. also als ganz normales Endbenutzer/StiNo Betriebssystem []
  2. Ich habe übrigens auch immer noch mein Nokia Handy. []
  3. Wir gehen mal davon aus, dass wir keinen Zweitrechner zur Hand haben, über den man sich über das Netzwerk einhacken und X-Window neustarten kann []
  4. Hier werden einige sagen: “Sowas verwendet man auch nicht!”, aber ich rede hier von Normalbenutzern und auch ich will Komfort, Maus und Klick bei der Arbeit. Warum? Es geht besser von der Hand und macht mehr Spass. []

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