Rezepte

Artikel mit dem Stichwort Rezepte.

Schrecken nach Zehn

22:06, Dienstag: Ich seit halb neun fast ununterbrochen gearbeitet und endlich ist … Feierabend.

Aufpeitschende Musk, Streicher vielleicht? Spannung wird aufgebaut, etwas schreckliches wird über die Idylle hereinbrechen.

(Denis geht schlurfenden Schrittes auf den Kühlschrank zu. Man sieht ihm an, dass er seine letzten Kräfte mobilisiert.

Denis: Mhhhrrr…

(Seine Hand am Kühlschrank. Er öffnet.)

Denis: Urrrrrgh!

(Er wendet sich ab und schaut sich die Bierkiste neben dem Kühlschrank an: Nur Leergut. Er sucht trotzdem.)

(Er sinkt kraftlos in sich zusammen, um sich danach einmal aufzuraffen, man sieht ihn schwanken.)

(Zoom out: Sein Haus. Weiter: Die Skyline des nächtlichen Bielefeld.)

Denis (unerträglich laut): NEIIIIIN!

Das Bier ist alle. Er hat vergessen, Bier zu holen.

*

Geneigte Leser, dieser aufwühlende und überhaus wahre Szene ist heute nicht alles! Nein, es gibt auch noch eine…

Sonderbeilage: Das gelegentlich nachgefragte Rezept für meinen mehr oder weniger berüchtigen Schafskäsedip.

Man nimmt eine Packung Schafskäse (200g), den man mit einer Gabel zerdrückt, dazu zwei ebenfalls zerquetschte Knoblauchzehen und 300g 10% fettigim Joghurt, das alles vermischen und mit Ölivenöl, Pfeffer und Salz abschmecken. Ist absolut genug für die übliche WG-Party.

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Hähnchenschenkel (Remix)

Hähnchenschenkel gorgmorgisch

Manchmal ist das Internet der Fluch des kleinen Amateurkochs, der grade versprochen hat, in nicht allzu ferner Zukunft einen lieben Menschen zu bekochen. Mit ein wenig Pech lernt man erst danach auf diversen Kochcommunities die bisherigen Kreationen des geschätzten Gastes kennen und erstarrt in Ehrfurcht ob jeder begnadeten Schöpfungen, deren Makellosigkeit gleich auch noch in Fotos dokumentiert wurden. Meine Güte, ich sollte dringend üben.

Und zwar schnell.

Also wird ein Rezept probiert, welches hier schon eine ganze Weile herumliegt. Dieses:

Für vier Personen, also höchstens zwei Blogger:

  • 4 Hähnchenschenkel
  • 2 Äpfel
  • 2 Zwiebeln
  • 3 EL Olivenöl
  • 375 ml Hühnerbrühe (sie möge kräftig sein)
  • 5 EL Weißwein oder Apfelsaft
  • Salz, Pfeffer, evtl. etwas Chili und Zucker
  • 1-3 Knoblauchzehen

Und so geht’s :

  1. Hähnchenschenkel auf beiden Seiten salzen und pfeffern und in Olivenöl1 in einer größeren Pflanne von beiden Seiten anbraten. Sie dürfen ruhig schon etwas braun werden, um so mehr Geschmack haben wir später. Inzwischen die Zwiebeln grob schneiden, die Äpfel würfeln. Knoblauch schälen und würfeln bzw. durch die Presse schicken.
  2. Zwiebel und Knoblauch zu den Hähnchenschenkeln in die Pfanne geben und glasig dünsten. Dann die Apfelwürfel dazugeben und alles mit einem ordentlichen Schuss Weißwein oder Apfelsaft ablöschen. Kleiner Hinweis: Wir brauchen ein wenig Säure und etwas Süße, entsprechend sollte man die Äpfel und den Weißwein auswählen. Ohne Süße kann man sich auch Chili sparen, das Zeug schmeckt ohne einfach nicht. Mit Süße (notfalls Zucker): Ein Quäntchen Chili nehmen. Vorsicht sei erbeten, meine geneigten Leser.
  3. Brühe angießen, Pfanne abdecken und bei schwacher Hitze ungefähr eine Dreiviertelstunde lang garen.
  4. Abschmecken und vielleicht nachwürzen.

Dazu am besten Brot, toll wäre leicht geröstetes Baguette, es geht aber auch Reis.

Eins muss ich ja mal sagen: Das Ur-Rezept hat wirklich nicht geschmeckt. Ich musste nachwürzen und es hatte eigentlich gar kein Knoblauch und auch keine Schärfe. Meine Version ist entschieden besser. Verlasst euch drauf.

Nun… muss ich wohl weiter an meiner Kunst feilen.

  1. Mir fällt siedend heiß ein: Das Olivenöl verträgt die Hitze gar nicht gut, man sollte unbedingt in einer guten beschichteten Pfanne anbraten, dann die Hitze herunterfahren und dann erst das Öl dazugeben. []

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Wir haben es hier mit einem machtvollen Nachtisch zu tun, den ich heimlich und durchaus unter Einsatz meines eigenen und bisher einzigen Lebens aus den schwer bewachten Archiven meiner Famile entwendet habe. Es ist ein Nachtisch, der wochenlange Diäten im Alleingang zunichtemachen kann. Aber er ist auch sehr lecker. Vor allem zum Kaffee.

Wer sich traut, braucht für 4 Personen:

  • 150g Amarettini (erbarmungslos zerkrümelt)
  • 4 EL Amaretto
  • 4 Eier, getrennt
  • 40g Zucker
  • Mandelblättchen (kurz in der Pfanne geröstet)
  • 225g Mascarpone

So geht’s

  1. Die Amerettinikrümel in eine Schüssel kippen, mit dem Amaretto vermengen. Dann lassen wir sie etwas allein, damit die beteiligten Parteien sich kennenlernen und einweichen können.
  2. In der Zwischenzeit Eigelb und Zucker schaumig schlagen. Das machtvolle Mascarpone und das vereinte Mandelzeugs aus Punkt 1 unterheben.
  3. Eiweiß und steif schlagen und unter die Mischung heben.
  4. Die Crème 1-2 Stunden kaltstellen.
  5. Vor dem Servieren mit den Mandelblättchen garnieren.

Fertig! Wie schon gesagt schmeckt das ganze Ding vor allem zu Kaffee ganz hervorragend, ich kann es mir aber auch ganz gut zu einem Dessertwein vorstellen.

Übrigens mundet die Crème am Tag darauf noch besser.

P.S.: Ich sollte vielleicht hinzufügen, dass diese Fassung bereits entschärft ist, was Zucker angeht – glaubt mir, es ist auch so schon gewaltig genug. Nicht Crème Brulée – gewaltig, aber auch so nur knapp unter Butterèmetortenniveau. Hier die editierbare Fressmorg-Version.

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Stockbrot deluxe

Genau: Das hier ist wirklich ein Rezept für den Klassiker aller Zeltlager – und zwar in einer ordentlichen Fassung, die nichts mit Begriffen wie etwa “vegan”, “salmonellen- und Idiotensicher” oder “superschnell” zu tun – und deshalb vom Aussterben bedroht ist. Ich musste es also retten.

(Übrigens habe ich als Kind beim Stockbrotbacken immer ausgesprochen peinlich versagt. Ich hatte nur einmal im Leben noch Teig und einen Stock abbekommen und da ist mir ersteres gleich ins Feuer gefallen. Ich kompensiere also.)

Dieses Stockbrotrezept ist stark entschärft, aber nur was die ausgesprochen blumige Formulierung angeht, die mehrere Zauberformeln wie “Hatschel Matschel Meck” enthielt – kein Wunder, ist doch der Urtext nachweislich von einem echten Clown aufgeschrieben worden, der sich dabei richtig ins Zeug gelegt hat. Aber da dieses Rezept so ausgesprochen gut ist und mehr als ein Vierteljahrhundert erprobt – der Lagerfeuerklassiker schlechthin – darf ich es wie gesagt auf keinen Fall für mich behalten.

Also, soll losgehen, oder?

Zutaten für 7-8 Kinder so um die 10

  • 500g Weizenmehl (Typ 405)
  • 200ml Wasser (und zwar kalt!)
  • 2 Eier
  • 50g Margarine
  • 50g Zucker
  • 5g Salz
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Fläschchen Zitronenaroma
  • 1 Päckchen Hefe

So geht’s

Alle Zustaten in eine Schüssel kippen, Hefe und Mehl sollten möglichst keinen direkten Kontakt aufnehmen. Also die Hefe zuletzt, Folks,allright? Hier wird noch mitgedacht, hervorragend. Kneten, nach zehn Minuten aufhören.

Den Teig wie bei Hefeteig gewohnt – mit einem Küchentuch bedeckt, am besten an einem kühlen Ort – gehen lassen. Kann schonmal eine Stunde oder mehr dauern.

Nun wird es sehr, sehr spannend – man kann nun alle möglichen Sachen einkneten, Rosen oder Mandeln oder… oder … ziemlich viel. Vielleicht sogar eine Schokovariante? Kam hervorragend an. Am besten daran denken, auch etwas Teig “ganz ohne” zu lassen, grade Rosinen mag nicht jeder. Das kann schonmal ein mittleres Drama verursachen.

Wenn das Feuer heruntergebrannt ist, kann es losgehen. Wir brauchen lange, dünne Stöcke, übrigens. Am besten geht’s, in dem man sich den Teig lang und dünn knetet und dann von der Spitze ausgehend um den Stock dreht. Viel Spaß!

Das Rezept gibt es auch im Fressmorg, dem Rezeptewiki – hier nämlich – dort könnt ihr es auch ergänzen.

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Eben habe ich es noch mit letzter Kraft in den Dorfgrill geschafft, um dort einen kalten halben Hahn zu erstehen. Mit dieser Beute werde ich morgen eines meiner Lieblingsrezepte machen, welches ich erst vor kurzer Zeit aus den geheimen Aufzeichnungen meiner Mutter abgeschrieben habe. Hier kommt es.

Italienischer Nudelsalat mit Brathühnchen (Großartig)

  • 1/2 Pfund Bandnudeln
  • 1/2 Hähnchen
  • 1 kleine Dose Champignons
  • 1 kleines Glas Erbsen
  • 100g Schweizer Käse am Stück
  • 100g Mortadella am Stück
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Glas Mayonnaise
  • Olivenöl
  • Zucker, Salz, Essig

Die Nudeln werden in gut gesalzenem Wasser gekocht, aber nicht zu weich. Abgießen und in eine große Porzellanschüssel kippen. Das Hähnchen gnadenlos abhäuten und das weiße Fleisch von Brust und Schenkeln in kleine Würfel geschnitten – damit meine ich zirka 1cm große – nun kommt der Clou: Diese Würfel werden zusammen mit zwei Löffeln Olivenöl in die Pfanne und werden leicht angebraten.
Öl und Fleisch finden ihre beinahe letzte Ruhe auf den Nudeln. Die Würfelei geht weiter, dieses Mal fallen ihr Zwiebeln, Mortadella und Käse zum Opfer und werden zusammen mit den unfairerweise ungewürfelten Champignons und Erbsen, einer Prise Salz und einer ebensolchen Prise Zucker sowie einem unglückseligen Esslöffel Essig und ja – dieser ganzen fetten Ladung Mayonnaise dazugegeben.
Gut umrühren. Das ganze Werk eine halbe Stunde ziehen lassen.

Alles aufessen.

Ah, Erinnerungen. Das wird so gut.

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Was für übles Wetter, oder? Da könnte ich auch gleich wieder ein paar Geschichten mit traurigen Enden schreiben und ich kann euch versichern, davon habe ich noch eine Menge auf Lager – aber ich fand, ich könnte auch mal wieder genau das würdigen, was in dieser Zeit mit das Allerbeste ist: Etwas Leckeres zu kochen und am besten zusammen mit Freunden oder Jemand Besonderem Anderer Art das Ergebnis der Anstrengungen zu verspeisen. Kate hat gerade drei feine Rezepte veröffentlicht und ich werde sie hier vorstellen; am Ende werde ich selbst eines meiner absoluten Lieblingsgerichte präsentieren.

  • Grünes Chinagemüse dieser Art klingt so gut, dass ich es lässig als Hauptgericht bringen könnte, ehrlich. Ich würde aber sagen, dass ein guter Laden für asiatische Zutaten greifbar sein sollte, sonst kommt man schon mit den Hauptzutaten in Not.
  • Yakitori sind japanische Geflügelspieße, die mit einer Menge Alkohol zubereitet werden, wie es scheint – auf jeden Fall sollte allein das schon eine Empfehlung wert sein, oder? Ich habe keine Ahnung, wie die schmecken, aber sie kommen auf meine endlose Liste noch zu probierender Gerichte. Das Gemüse passt bestimmt gut dazu.
  • Seetang-Hähnchen sind für mich schon ein Gewinn, weil der Name furchtsame Zeitgenossen in die Flucht schlagen kann und außerdem, weil in der Beschreibung “rumkugeln” vorkommt, ein wunderschönes Wort mit einem angebauten Füllhorn interessanter Assoziationen. Man braucht einen Wok oder eine tapfere Pfanne.
  • Das feine Linsensüppchen Spezial ist eine meiner besonderen Leidenschaften – für eine Linsensuppe macht sie relativ viel Arbeit, ist aber wirklich, wirklich wundervoll. Damit kann man vielleicht sogar eine romantische Verabredung beglücken – ich würde es jedenfalls gern mal versuchen1. Sie ist nämlich nicht wie andere Linsensuppen. Sie hat ein Herz aus Fisch. Aber das muss ja kein Nachteil sein, sie wärmt sehr gut. Und wenn das Herz erstmal erwärmt ist, dann folgen auch schnell andere Körperteile. Und umgekehrt.

Eigentlich war mal der Plan, immer eine kleine Geschichte oder so zum Gericht zu schreiben, aber wenn dem Ur-Einträger dazu nicht einfiel, könnt ihr immer noch etwas nachtragen. Darf ja jeder. Einfach so.

  1. Ja, ich weiss – das ist eigentlich eine Vorspeise, aber vielleicht – sie ist wirklich gut – kommt man ja gar nicht mehr zum Hauptgang. Oder, äh, zu einem der auf dem Eßtisch stattfindet. Oder vielleicht doch. Nur hat das dann nicht mehr direkt mit Essen zu tun. []

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