Schnee

Artikel mit dem Stichwort Schnee.

1264175240448.jpg Man dachte ja eigentlich schon, dass es – das Wetter nämlich – noch eine Weile widerlich bleiben würde, aber das Wetter hat so seine Rückzugsgebiete, in denen bedrohte Arten noch ein wenig länger ihr Dasein fristen können – ich habe die letzten Tage in einem Reservat für “Klirrende Kälte” verbracht. Wider Erwarten war es dort ausgesprochen still, dafür aber gleich doppelt so kalt wie befürchtet. Dieser Ort befindet sich nicht etwa in der Nähe von Spitzbergen, sondern in Niedersachsen.

Also ein hervorragender Ort für eine Fortbildung – wenn man sich während eines Seminars nicht wünscht, doch lieber nach draußen zu gehen, dann kann man die Motivation der Leitung sehr gut nachvollziehen.

Ebenso gut konnte man die Motivation der Leitung nachvollziehen, an diesem Ort keine warme Mahlzeit zu sich nehmen zu wollen und ebenso wenig in den zwangsweise überheizten Zimmern zu übernachten. In beiden Fällen leider viel zu spät.

Ich hab was gelernt, ich bin wieder da.

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Genauso wie dieses alte Partyspiel kommt mir im Moment die Parksituation in meiner zunehmend zugeschneiten Straße vor, wisst ihr.

Jeden Tag wird ein Parkplatz zugeschaufelt und dann findet wieder ein Bewohner keinen Ort für die Nacht … für den Wagen… und muss in einer Nebensgasse die Nacht verbringen. Der Wagen.

Aber am Morgen kommt wieder der Schneepflug und dann wird es wieder eng. Die Schneehaufen werden mehr.

Einer weniger.

Mal sehen wer gewinnt. Ich denke nicht mal ansatzweise daran aufzugeben, meine geneigten Leser. Ich tue das auch für eure Ehre.

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Zugeschüppt

Ehrlich gesagt waren meine Probleme mit dem Winterwetter bisher nicht besonders groß, egal wie sehr ich auch in vergangenen Blogtexten darüber gejammert haben mag. Ich habe zwar einen Außenspiegel zertrümmert bekommen, dafür aber kam ich immer an – vielleicht nicht ganz pünktlich, aber das war wohl unausweichlich.

Heute allerdings… wäre ich mehr als einmal fast nicht von meiner Parklücke losgekommen: Jemand – und ich denke, da verfolgt mich wohl eine bestimmte Person mit unbestimmten Racheplänen – buddelt meinen Wagen ein, so dass er vorn uns hinten von klischigem Schlackerschnee eingekeilt wird und sich fast nicht mehr bewegen kann.

Verzweiflungstaten mit durchdrehendem Radwerk und unangenehmem Gummigestank haben mich entkommen lassen. Aber wer weiß… vielleicht muss ich morgen zuhause bleiben…

Hmm.

Klingt eigentlich nicht so übel, oder?

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Was ist das denn?

Sollte das Schnee sein?

Sollte das Schnee sein?

Erstens: Dieses weiße Zeug, mit dem hier die wundervollen Hinterhöfe zugesaut wurde. Wer ist dafür verantwortlich?

Zweitens: Wo sind diese verdammten Handwerker versteckt, die seit fünf Uhr irgendwo sehr nah am meinem schlafbedürftigen Schädel bohren, schleifen, nerven?

Ich verlange Gerechtigkeit und Informationen.

Und das sofort.

Wusste gar nicht, dass da oben noch jemand über mir wohnt, der da weiße Flusen verstreut, welche mir gerade auffallen. Werde dem nachgehen. Denis, Over.

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Schneesturm

Der Wind pfeift motiviert um die Ecken des Hauses, ich mache mir Gedanken, wie ich eine halbe Stunde später wohl nach Hause gekommen wäre. Deutlich langsamer nämlich.

Ich weiss ja nicht wie es bei euch ist, aber windumtoste Stunden machen mich gedankenschwer und manchmal auch schreibwütig; jetzt gerade tendiere ich zum ersteren, weil ich auch sehr müde und leider vollkommen nüchtern bin, letzteres werde ich auch wohl nicht mehr korrigiert bekommen, bis ich in die Federn falle. Wobei das allein auch keinen Spaß macht, oder?

Ich habe einen seltsamen Abend hinter mir, so etwas wie einen Sit-in (Nennt man das heute noch so, wenn man jemanden zu mehreren besucht?) bei einer Freundin. Ich bin noch ziemlich groggy nach der ganzen Krankseinzeit und ich habe nicht so viel zu erzählen, also bleibt mehr Zeit zum beobachten. Ich wunderte mich, wie viele Eifersüchtelei und komische, kleine Sticheleien an so einem ganz normalen Abend unter Freunden so laufen, wie viele Unsicherheiten und am Ende, ganz offene Gemeinheiten wie “ich verabschiede mit vor allen, nur nicht von dir.”

Leute reden immer viel von Freundschaft und Zuneigung und lieb haben, aber dann … kommt so etwas wie eben und du bist einfach nur wütend darüber und wünschtest, du könntest es dir erklären. Oder wenn schon nicht dir selbst, dann doch zumindest dem Opfer. Ich glaube und hoffe, dass die, die ich Freunde nenne, anders sind. Und:

(What’s So Funny ‘Bout) Peace, Love, and Understanding?

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Als ich losfahre, wird es gerade ernsthaft dunkel; die Fenster strahlen in weißer Umrandung und sehen dabei viel zu schön aus. Spärlicher Schneefall weht über die Straße; im Radio liest Eva Mattes oder jemand mit Eva Mattes Stimme aus einer schwerblütigen Novelle über Osteuropa, Liebe und Krieg, Pflaumenschnaps und Tod.

Das passt, obwohl ich gute Laune habe. Sie hat eine gute Stimme für die listige Alte in der Geschichte auf Lager.

Es ist saukalt, als ich eilig (weil verspätet) zur Kneipe1 laufe. Ich schlage also den Kragen meines dicken schwarzen Mantels hoch und ziehe die Mütze tief ins Gesicht. Ein schmaler Spalt bleibt dennoch frei, durch den der Wind einen kleinen Teil meiner Ohren tiefgefriert. Irgendwie ist dann aber alles richtig als ich mein Ziel erreiche. Der erste Kaffee schmeckt so gut wie seit langem kein heißes Getränk mehr, ich habe das Gefühl innerlich zu glühen und werde sehr, sehr wach. Währenddessen versucht mein Gehirn so weit aufzutauen, dass ich den Gesprächen folgen kann; die Stimmbänder folgen mit deutlicher Verspätung. Ich fühle mich dumm, aber doch willkommen. Besser, sich dumm zu fühlen als zu schlau.

Viel später wandern wir ab und gehen wir tanzen, was gut ist und ich führe feine Gespräche, was besser ist, während die Musik ein langes Tief durchmacht. Alles ist noch richtig, nun passe ich da auch besser hin. So ein Gespräch, das genau da jetzt sein stattfinden sollte und dann auch kommt. Ich hätte nur direkt danach fahren sollen, als ich zum ersten Mal verabschiede, aber nein: Ich gehe ja nochmal rein, wie immer, viel zu spät dafür – wie immer.

Und dann bist du raus aus alledem. Alle reden miteinander, tief versunken, oder tanzen zu etwas Schrecklichem und du bist für einen Moment übrig und etwas wie Melanchonie kippt sich über dich aus, eine bestimmte Schwere: Morgen wird sicher einer sich melden und irgendeine üble Geschichte berichten, die du gerade verpasst hast; so etwas liegt in der Luft, das weisst du plötzlich genau, ohne zu wissen warum. Zeit zu gehen; das Gefühl wirst du eh nicht mehr los. Sonst glaubst du noch aus dem Augenwinkel jemanden zu sehen, der unmöglich da sein kann; unmöglich wäre das und viel zu gut und das macht einen fertig, so ein Moment. Also besser los, ab über die vereiste Piste. Nach Hause, die Katze füttern.

  1. Oder ist das ein Café? Was sich heute alles ein Café nennen darf! []

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