Schreiben

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Nebelzeit

Der blaue Himmel ist wie eine unendliche azurne Weite, die meine Gedanken fortziehen lässt, weiter und weiter. Die Sonne wärmt mein Gesicht und ich muss blinzeln.

Nun ist der blaue Himmel nur ganz selten zu sehen, viel öfter ist es dort oben grau und ich kann blinzeln wie ich will, gewärmt werde ich nicht. Aber das ist auch in Ordnung.

Der Nebelhimmel ist wie eine Leinwand, wie Büttenpapier für die Feder meiner Phantasie. Auf die Unendlichkeit kann man nicht schreiben, aber das hier ist wie gemacht für Geschichten.

Ich werde wieder mehr schreiben.

Der Nebelhimmel ist schon ganz zugekritzelt mit Notizen. Ich muss sie nur noch abtippen.

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Lücken

Meine Lieblingsperson ist für einige Wochen weit in der Ferne, uns trennen Kontinente und fehlende Internetanbindung. Ich hatte erwartet, das sie mir fehlt und sie fehlt – aber ich dachte auch, dass ich nun ein paar neue Sachen machen könnte, weil ich ja nun doch mehr Zeit übrig habe.

Aber anstatt dessen sitze ich da nur herum und denke an sie. Das andere Zeug macht gar nicht so viel Spass. Zu kochen ist viel besser, wenn man damit bei ihr angeben kann. Zum Beispiel.

Andererseits könnte ich nun vielleicht wieder mehr schreiben, denn zum Schreiben braucht man Lücken – auf dem Papier ebenso wie im Herz und im Leben. Irgendwohin müssen die Geschichten ja auch, die brauchen Platz.

Aber vorher muss ich wohl wirklich mal die Küche aufräumen.

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Hitzschwitz

Also, eigentlich wollte ich ja in den letzten Tagen schon so einiges schreiben. Das liegt an der Hitze, die meine Kreativität anfeuert. Da war mindestens eine großartige Geschichte dabei, garantiert – ganz zu schweigen von einer Unmasse synapsenkitzelnder Bloggereien. Außerdem Romane, eine ganze Handvoll davon. Ihr hättet mal meine Version eines Sittendramas im viktorianischen England mit Außenbordmotoren erleben sollen.

Beklagenswert ist indes wie sehr das Wetter alle Versuche zur Umsetzung meiner Geistesblitze verhindert, solange ich mich dann überhaupt länger als eine halbe Minute an sie erinnern kann. Nun kommt mir nicht mit meinem kleinen schwarzen Notizbuch – allein um es aufzuschlagen bräuchte ich eine Menge Energie, die ich leider nicht erübrigen kann, weil sonst meine Atmung aussetzen könnte – oder das Gehirn, irgendetwas Wichtiges. Richtig gut kann ich an Schweinereien angenehmster Art denken, die aber in der Praxis viiiel zu schweißtreibend wären1.

Dabei wohne ich im Erdgeschoss eines mit großzügiger Mauerdicke gesegneten Altbaus und erfreue mich an Höchsttemperaturen von erträglichen 22°C. Trotzdem. Irgendetwie bewirkt die Hitze so etwas wie geistige Schnappatmung. Daraus entwickelt sich eine hässliche, schweißbegleitete Denkapnoe.

Schnrrrrrch. Chrrrrr… pfüüüüh.

  1. Wirklich? Hm. []

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Manchmal passieren Sachen, die mich aus meinem wohlgeübten Blog-takt bringen, die mich schocken und alles an Schreiberei sich so ausgesprochen fehl am Platz und sogar unmöglich anfühlen lässt:

“Hey Gorgmorg, du fühlst dich unmöglich an.” – das sagt man doch nicht seinem Weblog.

Und dann bleibt es hinten im Hühnerstall stehen und wird langsam zu etwas, das man lieber nicht mehr gern anfasst. Nicht, ohne zuvor ausgiebig mit dem Gartenschlauch abgespritz worden zu sein. Das kann schon in ein paar Tagen passieren.

Man musste mich sogar daran erinnern, dass ich eingerostet bin. Habe ja nichtmal mehr Blogs gelesen. 76 ungelesene Beiträge im Feedreader, das hätte es früher nicht gegeben. Unhaltbarer Zustand. Also, es geht weiter, ich habe es ja auch vermisst.

Ihr müsst mich nur etwas anschieben, dann macht der Anlasser den Rest. Die Bloggarie ist nämlich ziemlich leer.

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“Du meine Güte”, denkst du dir. “Ist ja erstaunlich, was ich mir so zusammenschreiben kann, wenn der Taumel der Emotionen gepaart mit extremem Schlafentzug zu wundersamer Einheit finden.”

Dann: “Lösch den ganzen Mist. Warst ja wirklich neben dir.”

Und dann hast du eine ganze Weile Zeit, durch sehr kalte und nasse Straßen zu wandern, bis du auch wirklich zuhause angekommen bist. Punkt Mitternacht, übrigens.

Und dann löscht du es nicht. Weil es wahr ist. Weil du das alles immer noch so siehst und genauso fühlst.

Und wem das nicht passt, nun, der kann sich ja ein anderes Blog zum lesen suchen. Hier gibt’s eben nur mich.

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Ich habe es geschafft, den kitschigsten meiner vielen kitschigen Beiträge nicht zu veröffentlichen. Es tut mir zwar in der Seele weh, ihn euch vorzuenthalten – aber… gleichzeitig gibt mir das willkommene Gelegenheit, mir eigene Qualitäten wie enorme Selbstbeherrschung und untrügliche Geschmackssicherheit hervorzuheben, die leider so häufig übersehen werden – kein Wunder bei meinem vollem Haupthaar, der einem griechischem Gott1 würdigen Brustmuskulatur oder den stahlblauen Augen. Außerdem rieche ich bekanntlich nach soeben erblühten Veilchen, wie sie nur im ostwestfälischen Hochgebirge vorkommen. Ich weiß nicht warum, aber es ist so.

Allerdings fehlt mir jetzt eine angemessene Möglichkeit, mich bei der darin vorkommenden Dame beliebt zu machen. Venusmuscheln wären eine Idee… aber was noch?

  1. nicht Dionysios! []

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