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Ich bin der Meinung, dass die allerbesten Geschichten über Gespenster im Bett erzählt werden. Als Kind nach einem Tag voller Entbehrungen im Schullandheim vielleicht in einem Etagenbett und dann, wenn man ganz entschieden kein Kind mehr ist… nach dem Sex. Es ist wohl so, dass Leute bei totaler Erschöpfung Sachen erzählen, die sie sonst niemals über die Lippen brächten. Geschichten, die sie vielleicht selbst nur in diesem einen Moment wirklich glauben und sonst – in ruhigen, sachlichen Lebenslagen – ganz locker wegrationalisieren und irgendwann als unerwünscht in eine kleine, staubige Kommode tief in der Rumpelkammer des Gedächtnisse verschickt werden. Solange, bis der kühle Geist wieder die Gewalt über die Phantasie oder … vielleicht, die Wahrheit verliert.

Eine ging so und ich glaube, das muss mindestens 15 Jahre sein: Wir lagen im Bett und es war in etwas so heiß und schwül wie an diesem Sommertag; so heiß, dass die Kleidung auf der Haut klebt und die Haut eines anderen Menschen  - wie der deiner Affaire – erst recht. Es ist eine Zeit des Einfach-nur-da-liegens. Du redest ein paar Worte. Sie redet ein paar Worte. Ansonsten ist man vollends damit beschäftigt, ausreichend Sauerstoff aus der schweren Luft zu filtern und sehr, sehr zufrieden mit sich und der Welt zu sein.

Plötzlich legte sie mir die Hand auf dem Mund und flüsterte in mein Ohr. Ob ich die Schritte hören könnte, auf der Holztreppe. Ich höre angestrengt hin, aber beim besten Willen hörte ich nichts anderes als mein eigenes dröhnendes Herzklopfen über dem Straßenverkehr in einer fürchterlichen Vorstadt von Gießen.” Ogott”, dachte ich. “Etwa ihre Mutter, die jetzt ganz sicher beim Einkaufen sein sollte?”

“Manchmal”, flüsterte sie weiter und drückte meine Hand ganz fest, “da kommen die Schritte immer wieder. Genau wie jetzt, wenn ich genau weiß, dass niemand im Haus ist außer mir. Manchmal nächtelang. Meine Eltern hätten mir sowieso nicht geglaubt. Dann habe ich mich erkundigt, bei den Nachbarn. Ob sie etwas über das Haus wüssten. Klar, das Ding ist verrufen. Da hat mal ein Schlachter gewohnt, der einen umgebracht hat. So etwas in der Richtung. Seitdem hat es keiner lange hier ausgehalten, die Mieter sind immer wieder schnell weggezogen. Bauliche Mängel und so.”

Ich fragte sie, wie lange das mit den Schritten denn schon ginge. “Etwa ein Jahr schon und ich habe mich daran gewöhnt. Das sind inzwischen gute Bekannte geworden. Manchmal bleiben sie auch ein paar Monate lang weg und sind dann für eine Weile jeden Tag da. ”

Wir lagen noch eine Weile wortlos da.

“Weißt du, was mich daran wirklich gruselt: Die Schritte kommen niemals oben an. Sie nehmen ein paar Stufen.. dann scheinen sie hektischer zu werden und plötzlich, kurz vor dem Absatz hier oben –  da ist es wieder ganz still. Sie kommen nie an.”

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Da habe ich mal einige wenige Tage frei – vier davon wirklich Urlaub – da denke ich schon nach dem ersten, dass 14 Tage ja viel besser wären. Nicht zuletzt weil die Übergabe meiner Fälle an Kollegen wie immer einige Stunden Arbeit kostete.

Egal, ich trinke einfach meinen Milchkaffe und versuche nicht an die vielen Termine zu denken, die sich ohne zu fragen in meine Woche gequetscht haben und sich nun weigern, sich abgesagen zu lassen. Bei Arbeitsterminen habe ich wenigstens nicht mit Versicherungsmaklern zu tun. Brrr.

Außerdem scheint die Sonne scheinbar nur während meiner Arbeitszeit. Was soll das, hm?

Aber ich will mich nicht beklagen, nicht einmal weil ich aufgrund eines vergessenen Netzteils diesen Beitrag auf meiner winzigen Handytastatur tippen muss. Nein, das ist mir fast egal.

Nichtstun und vielleicht noch einen ganz tollen Besuch machen, das ist es wert. Liegen bleiben und es so gar nicht betreuen.

Letzte Nacht habe ich davon geträumt, wie eine Armee aus original kanadischen Mounties und Punks auf Inlinern einen glorreichen Sieg gegen das Böse erkämpften, während ich Sex hatte. Da hat sich offensichtlich einiges an Spitzenphantasien aufgestaut und das war noch die Anständigste. Ich schreibe also besser nicht weiter…

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Über diesen Tag habe ich schon ausschnittsweise geschrieben.

Das GPS-Navigationssystem ist eine sinnvolle Erfindung, gerade wenn man in fremde Städte fährt und sich dort an irgendwelchen obskuren Straßen mit jemandem treffen will, der selbst nicht grade ein Meister im Kartenlesen ist. Der Jemand war ich, die Person Sie.

Ihr fragt euch vielleicht wie sie so ist. Sie ist nicht besonders groß und sie hat langes, lockiges Haar, das ihr gern mal ins Gesicht fällt. Sie besitzt funkelnde blaue Augen und eine zierliche Nase, einen sinnlichen Mund mit einem kleinen, sarkastischen Schwung nah bei den Mundwinkeln. Sie hat gefährliche große Brüste und auch sonst alle richtigen Kurven und sogar vielleicht eine kleine, unwiderstehliche Rundung am Bauch; aber vor allen Dingen einen strahlenden Geist und die schönste Stimme dieser Welt: Wenn sie lacht, kann sie die Zeit anhalten. Wenn sie wütend ist, nein… darüber schreibe ich lieber nicht. Ihr seht schon, sie ist bemerkenswert.

Sie hatte noch gar nicht so lange den Führerschein, dachte ich. Da stand ich schon an einem Treffpunkt und sie war spät dran. Wir hatten Karten; die Kampfmönche warteten. Zuletzt hatte ich eine SMS erhalten, in der sie von ihrer Abfahrt sprach. Seitdem nichts.

Ein paar Minuten später rief sie an, sie klang gestresst – sie würde die Straße nicht finden und dann beschrieb sie mir, wo sie sich gerade befand – ich hatte keine Ahnung. Wir machten einen neuen Treffpunkt aus, es klappte nicht. Wir wiederholten das Spiel, bis sie endlich die Herforder Straße erwähnt hatte. Ich stand an der Ravensburger und musste erst einmal mein Auto finden, dort einen Parkplaz schnappen und vor ihr dort sein, um sie zu treffen. Ich war sowieso komplett durchgeschwitzt; es machte keinen Unterschied mehr. Ich schämte mich über alle Maßen, das machte es nicht besser. Außerdem war mir vielleicht schon ein wenig warm…weil ich viel an sie gedacht hatte. Tagelang.

Ich fand einen Parkplatz, warf einen unverschämt hohen Betrag in die Parkuhr und wartete nicht lange, bis sie ihr feuriges Gefährt unter Brechung einer ganze Reihe von Verkehrsregeln auf dem Bürgersteig hinter einem Halteverbotsschild zu Halten brachte. Wir waren beide so erschöpft, dass wir nichts sagten, außer “Hey” oder etwas Ähnliches, aber wir konnten uns umarmen. Ihr war mindestens so warm wie mir, nein, sie glühte eher und mir war so vollkommen egal, dass wir beide unmäßig durchgeschwitzt waren; es war als ob wir viel weniger anhatten. Ich fühlte dass sie etwas interesantes unter ihrem Top anhatte, ich konnte es nicht einordnen, aber ich wurde neugierig. (Unter anderem.) Wir konnnten uns außerdem trotz aller Erschöpfung ziemlich gut küssen und es wurde heißer und das Genervtsein und das Besorgtsein waren schon lange weg, bevor mir ihre Abwesenheit überhaupt auffallen würde.

Vergesst GPS. Diese Begrüßung war es wert.

Es ist ziemlich schwer, kämpfenden Shaolin Mönchen die gebührende Aufmerksam zu schenken, wenn man eine Frau wie sie neben sich sitzen hat und man eigentlich nur sie ansehen will, die man gerade durch halb Ostwestfalen gescheucht hat. Du hast das Gefühl, ungefähr jede Schrecklichkeit dieser Welt verdient zu haben, aber nicht ihre Gesellschaft oder ihre Hand auf deinem Oberschenkel. Sie schaut manchmal zurück und du bist dir nicht ganz sicher, was sie denkt. Die Klimaanlage schaffte es kaum, mich herunterzukühlen. Ihr sah man nichts an.

Aber, hey – diese Mönche: Bemerkenswert, wirklich.

Ich bin nicht mehr sicher, ob wir wirklich Hunger hatten, aber sie konnte, sollte, durfte nun nicht nach Hause fahren, auf gar keinen Fall und so machten wir uns auf ins Café Wunderbar. Der Weg von der Stadthalle her ist nicht sehr lang und das gefiel mir nicht, weil er mir mit ihr so gut gefiel. Unsere Zeit war begrenzt und ich wünschte mir eine Erfindung, die Zeit mit dem Richtigen Menschen am Richtigen Ort in einer Vonnegutschen Zeitschleife je nach Wunsch ausdehnen könnte. Aber so kamen wir doch nach kurzer Zeit an, in der ich sicher wieder atemlos schrecklichen Blödsinn geredet habe. Ich erinnere mich an so vieles, aber an nichts davon.

Die alte Wunderbar-Besatzung hatte eine unglaubliche Pizza im Angebot, auf die man sich wirklich verlassen konnte und sie war auch an diesem Abend unglaublich. Sie saß neben mir und die Bedienung grinste ein wenig; sie wusste gleich Bescheid. Wenn schon die Bedienung Bescheid weiß, braucht man sich ja auch nicht mehr zurückhalten, oder? Mit jedem Kuss schmeckte sie besser.

Natürlich konnte sie danach noch nicht nach Hause fahren. Zuerst brauchte sie noch einen Kaffee. Und vielleicht… ein Glas Wein. Eine Stunde ausruhen, meinte sie. Das schmeckte bei mir zuhause besser, meinte ich. Egal, ob wir dafür eine Stunde Umweg fahren mussten. Waren das ihre oder meine Hände, die so schwitzten? Es schmeckte salzig, als ich sie auf den Hals küsste.

Ich fuhr viel zu schnell voran, sie hinterher. Aber nun wussten wir den Weg, niemand würde sich verlaufen, niemand würde zweifeln und niemand würde sich verwirren lassen.

Ich machte einen Kaffee und ich schenkte Wein ein; ich hatte nicht das Gefühl, dass sie sich dafür interessierte; sie interessierte sich für mich und für mein zu kleines Bett unter der unfallträchtigen Schräge und sie brauchte nicht ein Wort, um das zu sagen. Der Kaffee blieb stehen, wir nippten nur am Wein. Wir hatten schon etwas gefunden, das besser schmeckte als jeder Bardolino und spannendere Sachen, die sich nicht auf Stühlen machen ließen.

Sie zeigte mir, was sie darunter trug und dann, wie sie darunter aussah und … ich weiß nicht, ob sie mir das jemals glauben wird, aber sie sieht nackt schöner aus und damit ist sie Teil einer kleinen Gruppe Menschen. Ich mochte, wie sie seufzte, als ich sie in den Hals biss und ich wurde mutiger, wie auch sie mutiger wurde; ihre Brustwarzen wurden hart zwischen meinen Lippen und wir begannen wieder zu schwitzen; sie war laut und ich genoss das. Sie entdeckte etwas zwischen meinen Beinen und führte es an die richtige Tiefe.

Manchmal werde ich auch laut.

Ich glaube, alle im Haus haben es gehört.

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Ich bin von bestimmten schamlosen wie großartigen Personen1 angestiftet worden, ein neues Stöckchen in die Welt zu schubsen – ein Stöckchen von schamlosester Natur, wie zu erwarten war. Ich habe auf dem Dachboden wie im Gedächtnis kramen müssen, meistens breit grinsend. Es geht natürlich um Erotische Literatur. Nun habe ich da natürlich ausreichende Erinnerungen. Nun, wie schmiede ich das vor Lust glühende Eisen in eine elegante aber auch praxinahe Stöckchenform?

So.

1. Erzähl uns etwas über erste Stück Erotik, dem Du begegnet bist – nicht notwendigerweise in “richtiger” erotischer Literatur.

Ich glaube, das war kurz vor meiner Phase als Barbarischer Held. Ich war in der städtischen Bibliothek und durchforstete die Bestände nach jeder Art von Fantasy. Damals waren die Conan Filme noch sehr gegenwärtig, darin spielte Arnold Schwarzenegger die Hauptrolle, den ich nicht mochte. Aber die ungelesenen Bücher meines Geschmacks wurden langsam knapp und ich nahm einen ganzen Stapel zerlesener, nikotingelber Taschenbücher alter Conanstories mit nach Hause, die sind alle in den frühen 1930er Jahren erschienen. In der dritten Geschichte oder so – der stramm-muskulöse Jungspund barbarischer Art war gerade der Sklaverei entkommen – wird er von einer Hexe verführt. Eine sehr attraktive Hexe. Conans Männlichkeit reagierte. Ich musste eine Weile (keine sehr lange Weile) nachdenken, um darauf zu kommen, was Robert E. Howard damit meinte. Aha! Die Vorstellung gefiel mir. Sehr.

Natürlich war das alles nur ein fieser Zauber, um dem arglosen Helden die kostbare Lebenskraft zu klauen. Conan war natürlich auch viel zu stark und zu schlau, um auf solchen Weiberkram hereinzufallen, bei Crom! Wie immer bei Howard2. Leider kann ich nicht mit einer Leseprobe dienen.

Praktische Anwendung: Für pubertierende Jungs: Selbsterklärend. Für alle anderen: Großartig vorzulesen, da nicht zu lang und einfach, aber athmosphärisch geschrieben. Die Frau kommt nicht sonderlich gut dabei weg und das Ende ist … ernüchternd für unsere Stöckchenzwecke.
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  1. na gut, es war nur eine Person – dafür bekommst du das Stöckchen auch gleich dankend rübergeschoben, Meriche []
  2. REH war ziemlich großer Sicherheit noch Jungfrau, als er sich 1936 nach dem Tod seiner Mutter mit einem Revolver entleibte []

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Na gut, auf eine Kaffeelänge schreib ich noch was. Da las ich doch vor nicht allzu langer Zeit in einer Online-Community etwas von jemandem, der dringend eine andere Person suchte. Nämlich eine, die …

[...] Lust und Leidenschaft nicht mit billigem Sex verwechselt, [...]

Das brachte mich doch ins Nachdenken. Eigentlich haben doch Lust und Leidenschaft die angenehme Eigenschaft, immer wieder vollkommen kostenlosen Sex nach sich zu ziehen, oder? “Kostenlos” ist schon ziemlich billig, finde ich. Der Autor will scheinbar klarstellen, dass er nicht so einfach zu haben ist – hey, da mag schon Lust, Leidenschaft sogar Liebe vorkommen – aber billigen Sex – nene – den gibt es bei ihm nicht. Diese herzlose Kommerzialisierung des Zwischenmenschlichen lehne ich entscheiden, aber auch kategorisch ab. Ich sage: Wenn schon Sex… dann kostenlos. Da denke ich mal nicht an mein Konto, da bin ich ganz Romantiker. Hach.

P.S.: Warum habe ich jetzt schon wieder “Sex” in meinen Beiträgen? Das kam ja seit Jahren nicht mehr zweimal täglich vor. Muss wohl am rohen Fisch liegen :)

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