What a difference a day made
Twenty-four little hours
Brought the sun and the flowers
Where there used to be rain
An meinem perfekten Sonntag wäre ich nicht allein und obwohl es schon später am Morgen ist, liegen wir immer noch im Bett. Ich weiß nicht genau, was mich geweckt hat – vielleicht waren es die ersten warmen Sonnenstrahlen, vielleicht war sie es, die sich ein wenig in meinem Armen geräkelt hat. Es kann auch sein, dass sie mir etwas durch mein Haar gestrichen und mich angesehen hat; es fühlt sich fast so an, als hätte sie mir heimlich einen kleinen Kuss gegeben, als ich noch in den Traumlanden unterwegs war. Wie dem auch sei, sie würde sich wahrscheinlich nichts anmerken lassen und dasselbe sanfte, wissende Lächeln auf den Lippen haben, ob sie nun wach ist oder noch schläft. Ich kann die Vögel singen hören und lausche ihnen eine Weile; dann kuschele ich mich wieder ins Bett, wobei sich mein leichter Muskelkater bemerkbar macht. Unweigerlich muss ich an die letzte Nacht denken und vermutlich würde ich ein wenig grinsen müssen, aber das sieht ja niemand, der mich darauf ansprechen könnte.
Ich schließe wieder die Augen und genieße es, einfach jetzt genau hier zu sein, ihre pure Gegenwart und die Sonne, den Frieden – das kann lange dauern und irgendwann würde sie wohl aufwachen und wohl erst gar nichts sagen oder vielleicht doch, jedenfalls blieben wir noch viel länger im mächtigen Bett. Wenn wir Lust haben, stehe ich irgendwann auf und mache Frühstück; ich würde frische Brötchen oder Crossaints holen und mir Mühe geben, wie ich es immer tue wenn jemand da ist und fast nie, wenn ich allein bin, mit guter Marmelade, mit Toast und heute auch mit Lachs; es macht so viel mehr Spaß für jemand anderes.
Wenn wir beide auf ähnliche Ideen kommen, haben wir Sex. Dann wieder. Und später nochmal und dann halten wir uns in den Armen; ich kann ihre Hände auf meiner Haut fühlen, ihren Körper und streichle ihren Nacken und ihre Beine, sowie überallsonst. Sie schnurrt fast. Sie macht: Mmmmhhmmmhhhhhmmmmhhhhrr. Das kann ziemlich lange so weitergehen, wenn es nach mir ginge. Und so ist es ja heute, denn der Sonntag war bisher wirklich perfekt. Wenn sie noch einmal dieses Geräusch macht, dann werden wir schon wieder Sex haben. Selber schuld.
Mmmmhhmmmhhhhhmmmmhhhhrr.
Wenn wir so im Bett liegen, muss keiner etwas sagen. Aber es kann auch anders sein: Ich erzähle ihr etwas, was mir gerade einfällt, etwas neues oder altes, eigentlich ist es mir auch nicht so wichtig, weil ich ihr so gern Sachen erzähle, und sie lächelt oder schmiegt sich an oder schmiegt sich nicht an und lächelt und … ach, sie ist einfach da. Sie erzählt mir auch etwas und wir lachen manchmal, bis uns die Tränen kommen.
Wenn ich es recht bedenke, kann der Sonntag auch gut so weiter gehen, bis wir irgendwann einschlafen. In jedem Fall aber würden wir nicht so schnell aus dem Bett verschwinden, allerdings würden wir uns darüber unterhalten was wir essen könnten, ob wir zusammen kochen oder ob wir ausgehen. Weil ich bekanntlich langweilig und berechenbar sein kann, einigen wir uns auf Sushi und bekommen genau den schönen Platz reserviert, den wir uns gewünscht haben. Aber wir hätten genug Zeit, um vorher ausgiebig zu duschen, sich gegenseitig einzucremen… oder gemeinsam in der gewaltigen Wanne ein luxuriöses Bad mit diesem fantastisch riechendem Bädeöl zu nehmen, das ich mir hin und wieder leiste.
Wir würden essen gehen und uns Zeit nehmen und es wäre reichlich und wundervoll und wenn wir wollen, gingen wir danach noch auf einen Kaffee und – falls noch Platz ist – auf ein Stück Kuchen in ein Café. Wir würden ein Stück gehen und uns an den Händen halten oder Arm in Arm, aber nicht immer, denn dann kann man sich nicht nur einfach halten sondern lächeln und sich wieder umarmen, wenn man sich danach fühlt. Es wäre immer noch ein sonniger Tag, obwohl es schon langsam Abend wird.
Wir haben Decken dabei und setzen uns in einen Park oder noch besser, auf eine Lichtung tief im lichten Wald. Es ist eine Zeit, in der keiner etwas sagen muss und auch keiner den anderen berühren muss; es reicht wenn man mit sich selbst allein ist und trotzdem weiß, da ist sie neben dir. Ich sehe den blauen Himmel zwischen den Bäumen und schaue den Wolken zu; es ist sehr still, nur manchmal ein Vogel oder der Wind, der in den Blättern und Ästen rauscht. Vielleicht schlafen wir etwas ein. Vielleicht trinken wir etwas Bier. Vielleicht kommen wir auf unfassbar unsittliche Gedanken oder vielleicht schreiben wir etwas zusammen in eines unserer Notizbücher oder wir überlegen uns, was wir am Abend machen.
Ich würde gern eine Kneipe besuchen oder einen Poetry Slam oder ins Kino oder ins Kabarett oder ins Konzert gehen. Sie stimmt zu oder sie hat eine eigene, viel bessere Idee oder sie sagt, komm, gehen wir einfach nach Hause, wenn es dunkel wird und uns fällt schon etwas ein. Und das Allerbeste davon machen wir.
Und nach dem Allerbesten ist uns sicher noch etwas viel Besseres eingefallen, das wir dann zuhause machen, oder auf dem Weg nach Hause. Oder wir gehen einfach noch nicht nach Hause. Wir machen, was uns einfällt, denn wir haben Zeit.
Sie würde mir süße Geheimnisse ins Ohr flüstern.
Wir würden uns küssen.
Ah, ich würde gern noch etwas mit ihr trinken und dazu vielleicht ein wenig Käse oder etwas anderes kleines knabbern. Unser Lachen erfüllt den Raum, egal wo wir sind.
Uns wird noch viel einfallen und irgendwann schlafen wir dann ein.
Mit einem Lächeln.
What a difference a day made
And the difference is you
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