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Singvögelchen.

Einige von euch kennen mich aus dem wahren, einzigen und richtigen Leben und wieder andere aus Facebook. Letztere kennen mich als fleißigen Facebooknutzer und die nun folgende Bekenntnis wird sie vielleicht überraschen:

Ich mag Facebook nicht sonderlich. Ich mag Twitter.

Twitter kann nur 140 Zeichen an teilweise völlig anonyme Leute schicken. Facebook kann nicht nur das, sondern auch noch so ziemlich alles andere außer dir einen dicken, feuchten Knutscher auf die Backe zu drücken. Es gibt keine Grenzen in Facebook. Nun, das anonym bleiben, diese Kleinigkeit geht nicht. Aber sonst…

Ich will aber aber gar nicht so viel über so viele Leute wissen. Ich mag gern lesen, was sie in 140 Zeichen unterbringen, die sie von fast überall her verschicken können, sogar per Mail und per SMS von absolut jedem Handy.

Ich mag die Beschränkung auf das Wesentliche. Darauf, dass es um puren Text geht. Wer dazu eine Meinung hat, muss sie schon formulieren und nicht nur “gefällt mir” klicken.

Twitter ist eine feine, kleine Schreibübung, wenn man das will. Facebook ist ein Monstrum, welches zu zähmen ist.

Ich bin unter @gorgmorg zu finden und ich folge euch gern, wenn ich mag was ich bei euch zu lesen finde. Aber wenn ihr vielleicht gerade erst jetzt (wieder) anfangen wollt zu tweeten, dann… ach, dann folge ich euch auf jedem Fall und sage meinem illustren Kreis aus 188 Mitlesenden, dass ihr wundervoll und lesenswerte Minimaltexte schreibt.

Hey: Ich sage euch auch, wie Twitter funktioniert. Ich will lesen was in in euren Köpfen ist und mehr nicht.

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Lange her, dass ich mal so eine kleine Aufzählung gemacht habe, aber inzwischen hat sich so einiges in meinen Gehirnzellen und Notizbücher angesammelt – das muss nun raus. Mal sehen, vielleicht bin ich gar nicht so eingerostet…

  • Der berüchtigte Held aus dem Westen namens Rouven führt das Spezialportal meines Lieblingsviertels auf den Seiten der Neuen Westfälischen – sehr passende, eher: Ideale Besetzung für diese Aufgabe finde ich. Allerdings hätte ich als URL-Unwissender Schwierigkeiten, “Bielefelds Westen” im ausufernden WWW-Angebot der Zeitung zu finden. Aber keine Sorge – du liest ja Gorgmorg und Gorgmorg hilft: http://www.nw-news.de/westen. Der Mann packt gleich die ganz gefährlichen Kontroversen an – ich denke da an die Räumpflicht. Ganz schön mutig.
  • FRRZZZ fänd ich vermutlich schon aufgrund des ganz im Sinne von Gorgmorg sinnvollen Titels großartig, es hat auch eine Bielefeld-Connection: Der Autor hat dieser Stadt viel Gutes getan, nicht nur was geschmackvolle Schal-Mode angeht. Erstaunliches Zeug. Wo findet der all dieses Zeug?
  • Der Mensch hinter Gedankenübertragung hört offenbar viel von derselben Musik, der ich früher mal mehr oder weniger hilflos ausgesetzt worden bin – woher das wohl kommt? Man könnte direkt glauben, dass wir uns kennen. Er ist ein weiterer der wenigen tapferen Menschen, die ihr Biblostati-Schnitzel ohne den gefürchteten Salat zu bestellen wagen. Dafür allein hätte er den Link verdient; außerdem leiht er mir neuerdings Bücher. Guter Mann.

Ich garniere diesen Beitrag mit zwei Erkenntnissen – mit denen habe ich in letzter Zeit ja auch eher gegeizt.

Erstens: Es fühlt sich erst so richtig nach Montag an, wenn dir ein Glas Sìchuān-Bohnen in deinem Kühlschrank ausläuft und alles mit schwarzer Soße überzieht.

Zweitens: Inzwischen beginne ich Twitter schätzen zu lernen. MeinVZ/StudiVZ, Facebook… diese immer weniger. Twitter macht nur eines, maximal 140 Zeichen an deine Kontakte, Einzelpersonen oder eben das gesamte Twitterversum zu schicken. Das reicht mir – ich brauche keinen Lebenslauf auf irgendwelchen Servern.

Drittens: Trotzdem habe ich diese Wetten Dass ?!? – Sache vom Samstag nicht mitbekommen und ich bin eigentlich auch froh darüber. Ich bin lange nicht so multimedial wie einige zu glauben scheinen.

Hoffentlich habt ihr es schön warm in diesen Schneematschtagen.

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Wenn mir irgendwelche kommerziellen Angebote auf Twitter “folgen”, dann gehen sie auch das Risiko ein, dass ich sie mir mal genauer anschaue. Das galt auch für dieses Exemplar, ein Internetshop für erotische Lifestyleprodukte, der sich “be inflamed” nennt. Moment, da war doch was? Ich erinnere mich noch an eine Menge Spass mit diese Wort in meinen Übersetzerzeiten.. aber nein:

Entdecke allein oder zu zweit, wie sanfte und fordernde Vibrationen, federleichte Berührungen, zarte Fesseln, erotische Fotos, stimmungsvolle Musik und warme Öle deine Sinne entzünden. Lass dich entflammen – be inflamed.

Sinne entzünden. Hm. Nun, das passt ja noch, auch wenn ich recht weiß, was sie damit meinen. Aber “lass dich entflammen”? “be inflamed”? Nein. Nun ist es ja leider so, dass “to inflame” so gar nicht bedeutet, was die Betreiber des Kölner Dildohandels sich scheinbar darunter vorstellen. Das mit dem entzünden stimmt ja, aber damit sind eher eiternde Wunden und schmerzende Mandeln oder brennende Bindehäute oder noch viel fürchterlichere Entzündungen viel weiter unten gemeint.

Tut mir leid, Jungs und Mädels: Ich habe ganz ehrlich ein wenig nachgeschlagen, aber auch renommierte Wörterbücher kommen zum selben Ergebnis wie Leo.

Natürlich will ich keineswegs andeuten, man könnte sich da etwas unerfreuliches holen, das Angebot sieht ja durchaus unterhaltsam aus. Ich habe mich da natürlich erstmal schlau gemacht. Aber so ein ganz klein wenig besorgt bin ich schon. Dieser Wunsch im Namen des Unternehmens… ob die wirklich mein Wohl im Sinn haben? Noch wichtiger: Hat denn niemand auch nur eine Sekunde daran gedacht, den Begriff man nachzuschlagen, der ja nun so überhaupt rein gar nichts mit Feuer zu tun hat? Da hat doch sicher auch mal eine Werbeagentur oder ein Webdesigner die Finger im Spiel gehabt.

Geschenkt: Einiges wird sicher brennen, aber dazu braucht es keinerlei Funken – das schafft auch eine ganz einfache bakterielle Infektion. Warum den Shop nicht alternativ “lass jucken” nennen? Das ist dann sogar in deutsch und absolut volksnah.

Wie schreibt man da noch im Twitter?

Wir sind nicht gruselig, aber geil.

Nun…

… da bin ich mir noch nicht so sicher.

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Ich probiers doch mal wieder mit Twitter. Wer mir – also gorgmorg – folgen will, mag das tun.

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Es gibt ein paar gute Gründe, warum ich nicht nebenbei noch ein Tumblr Blog habe und warum ich meinen Twitter Account zumindest vorerst in Rente geschickt habe. Beide sind in etwa vergleichbar mit den Statusnachrichten in Facebook, StudiVZ oder ähnlichen Social Networks, nur kann man noch etwas mehr Informationen unterbringen, Bilder und Links einbauen und auch noch kommentieren – Microblogging nennen das manche Leute.

Ah, ich wollte über Gründe reden, warum ich da ganz uncharakteristisch nicht mitspielen mag. Mittels dieser Dienste wird der Weg der Idee vom Gehirn über die Tastatur ins Netz wird immer kürzer. Keine Überschriften für Beiträge, die eh viel zu viel Zeit einfordern; notfalls geht feuert man die nächsten Einträge auch vom Handy aus ab. Manchmal ist so etwas sicher sehr hilfreich, Ideen sind möglicherweise frischer und authentischer im Netz, wenn man nicht lange Vorarbeit leisten muss, die man für einen wirklich guten Weblogeintrag durchaus hin und wieder benötigt1: Korrekturlesen, Formulierungen in die richtige Position hämmern und so weiter. Ich selbst gebe zu, dass ich manchmal recht froh über das etwas umständliche Handling von Beiträgen hier in WordPress habe – oft schon war ich ganz froh, eine Idee nicht hier verwendet zu haben und brachte sie später in einer Geschichte unter. In einem Blog neigt man dazu, gute Ideen zu verheizen – und in superschnellen Microblogs erst recht. Idee gehabt, klick. Weg.

Microblogs machen es leichter, in Dialog zu kommen. Kontakt mit Freunden halten, die auch Microblogs haben. Beim selben Anbieter, versteht sich. Aber man ist nicht mehr Kommentator und Autor, sondern Microblogger und Microblogger. Web 2.0 in Vollendung, man agiert auf einer Ebene.

Aber.

Vielleicht sollte man sich zwei Fragen stellen:

  1. Wer soll das lesen? Wer interessiert sich dafür, ob man gleich zum Friseur geht? Ob man gleich schlafen geht? Oder für den Kommentar zur neu angeschafften Kommode eines anderen Twitters? Wenn so ein Haufen befreundeter Leute erstmal in Schwung ist, kann man als Außenstehender kaum noch folgen, ohne die Beiträge einer ganzen Herde von mitteilungsfreudigen Nerds und Geeks gelesen zu haben.
  2. Wenn es nur noch darum geht, einen Zettelkasten von Ideen und Multimedia zu sammeln- warum soll man das veröffentlichen, ohne am Ende wenigstens noch die vielbesungene eigene Note daranzuhängen? Virtueller Exhibitionismus allein ist kein kreativer Akt und würde zumindest mich nicht motivieren.

Ich denke, für mich ist das nichts. Es geht mir nicht um pure Information, es geht mir auch nicht um pure Trivialität – es geht für mich in einem Weblog darum, sich seine eigene Vergangenheit zu schaffen2. Das ist unser Job. Wir erleben und sehen vielleicht alle ähnliche Dinge; vielleicht gibt es kaum etwas originelles und am Ende haben doch die allermeisten Blogger ein ganz durchschnittliches Leben, über das vielleicht gar nichts Neues zu erzählen sein könnte – ein typisches Argument gegen das Webloggen: Das haben andere schon gemacht. Stimmt aber nicht; die anderen sind nicht Du. Wenn das so wäre, gäbe es nur ein einziges Lied über unerfüllte Liebe und alle späteren wären nicht mehr relevant.

Im der Neigung zu immer knapperen und hastigeren Veröffentlichungen auf immer weiter rudimentären und weniger persönlich gestalteten Webplattformen könnte eben dieser persönliche Faktor immer weiter verloren gehen. Gleichzeitig sehe ich einen Trend zu für “Außenstehende” immer schwerer zugänglichen Blogs voller White Noise in Textform. Im Grunde verlagert sich in dieser Form die Konversation per Instant Messenger3 ins WWW, für alle sichtbar. Das bedeutet: Bla bla bla.

Man pumpt immer mehr Text ins WWW und sagt immer weniger.

  1. Ihr begnadeten Leute, die ihr direkt nach dem Aufstehen einen perfekten Mini-Roman in Minuten veröffentlicht, ignoriert diesen Satz bitte – hier lesen auch noch ganz normale Menschen mit. So wie ich. []
  2. Die Formulierung habe ich mal im feinen Hermetischen Café gelesen, leider finde ich den Beitrag nicht mehr. []
  3. ICQ, MSN und so weiter []

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