So richtig angekommen ist man doch erst, wenn man Salz und Brot von den Nachbarn bekommen hat. Habe ich: Ein gelbes ü-Eidotter mit Salz und ein harter Knust Brot. Meine alternative ältere Nachbarin steckt mit Sicherheit dahinter, die mich immer zum Tee einläd, dann aber geringfügig zu spät kommt, also drei Stunden oder so.
So richtig angekommen ist man doch erst, wenn man an seinem neuen Wohnort gemeldet ist. Das habe ich erledigt, vielleicht habe ich sogar dein Einzugstag ein wenig zu meinem Gunsten nach hinten geschoben, um etwaigen Gebührenforderungen zuvorzukommen. Listig wie ich nun einmal bin.
So richtig angekommen ist man doch erst, wenn man seinen neuen Telefonanschluss freigeschaltet bekommen hat und mit etwas Glück sogar ins Internet kann. Die Telekomtechniker haben früher immer genaue Termine angegeben, zu denen sie dann nicht erschienen sind und viele Wochen später einen neuen Versuch anberaumten, dessen Erfolgsaussichten nicht viel besser ausfallen würden. Mein Techniker wollte am Montag kommen, dem Beginn meines einwöchigen Urlaubs und zwar in dem knappen Zeitfenster von 8:00 bis 16:00 Uhr. Er kam um 7:56, klingelte mich rücksichtslos aus dem Bett und war nach 10 Minuten längst wieder über alle Berge. Ich brauchte einige Minuten, um mich damit abzufinden. Vielleicht war der – verdächtig freundliche – Herr am Ende ein gemeingefährlicher Terrorist und nicht etwa der gemeingefährliche Telekomler, mit dem ich eigentlich gerechnet hatte? Ich probierte etwas herum und es funktionierte auch noch. Alles. Sehr verdächtig.
So richtig angekommen ist man doch erst, wenn man sich halbwegs angenehme eingerichtet hat. Habe ich, aber eben nur halbwegs. Mir fehlt ein flauschiger Teppich, mir fehlen bunte Bilder, mir fehlt ein Esstisch. Solange man von einem Original 60s Reiseklapptisch speist, ist man nicht eingezogen, sondern kampiert. So ähnlich die Lampen. Blanke Glühbirnen und Energiesparlampen. Unschön.
Vor allem aber denke ich an ein sehr großes Bett und ein sehr großes Sofa. (Und an Diverses.)
Und an meine Freunde. Die sollen mich verdammt nochmal besuchen und diese Kiste Bier leermachen, die nicht mit einer meiner Lieblingssorten gefüllt ist. Ich tausche das Leergut dann schnell gegen eine frische Ladung eine meiner Lieblingssorten ein, die dann ebenfalls getrunken werden soll.


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