Urlaub

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Es stimmt: Mir ging es schon bedeutend besser und hoffentlich bin ich bald wieder richtig fit. Aber aus irgendwelchen Gründen kann ich mich im Moment besser an meine Träume erinnern. Vor allem an den Traum von letzter Nacht.

Dieser war eine Spielshow mit Urlaubern als Kandidaten – unwahrscheinlich und traumhaft war bereits die Tatsache, dass ich einer davon war. Wir waren sehr in Eile, unser Schiff zu finden und an Bord zu gehen, aber das schafften wir dann doch noch. Dann gab es Luftaufnahmen der Bielefelder Meerenge mit ihren berühmten sonnenumspielten Steilküsten. Darauf thronen erhaben die prunkvollen Gebäude der mächtigen Doppelstadt, deren Hälften über eine kühn geschwungene Brücke verbunden sind: Dem Ostwestfalendamm.

Dazu gab es die Traumschiffmelodie, bis zum ersten Landgang an irgendeiner Insel. Vielleicht war es das legendäre Hagen, der geheimnisvolle Schicksalsfelsen. Der fröhliche Moderator eröffnete mir und meiner attraktiven Kabinengenossin, dass man unser Gepäck über Bord geworfen und wir so mit vier anderen zu Kandidaten seiner Show geworden waren.  Wir konnten uns nun neues Gepäck zurück gewinnen. Durch verschiedene Spiele. Natürlich waren wir ausser uns vor Freude – so lustig sollte jeder Urlaub anfangen.

Das erste Spiel war, den echten Beckenbauer unter fünf  Personen zu erkennen, die sich sehr ähnlich sahen. Ich gewann 10 Punkte, weil ich als Erster erkannte, das alle fünf echte Beckenbauer waren. Ich gewann einen Kondomspender aus Plastik, im Blumenform und ohne Inhalt.

Weil ich mich darüber beschwerte und mir doch wenigstens so etwas wie eine Badehose ausbat, wachte ich leider auf.

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Da habe ich mal einige wenige Tage frei – vier davon wirklich Urlaub – da denke ich schon nach dem ersten, dass 14 Tage ja viel besser wären. Nicht zuletzt weil die Übergabe meiner Fälle an Kollegen wie immer einige Stunden Arbeit kostete.

Egal, ich trinke einfach meinen Milchkaffe und versuche nicht an die vielen Termine zu denken, die sich ohne zu fragen in meine Woche gequetscht haben und sich nun weigern, sich abgesagen zu lassen. Bei Arbeitsterminen habe ich wenigstens nicht mit Versicherungsmaklern zu tun. Brrr.

Außerdem scheint die Sonne scheinbar nur während meiner Arbeitszeit. Was soll das, hm?

Aber ich will mich nicht beklagen, nicht einmal weil ich aufgrund eines vergessenen Netzteils diesen Beitrag auf meiner winzigen Handytastatur tippen muss. Nein, das ist mir fast egal.

Nichtstun und vielleicht noch einen ganz tollen Besuch machen, das ist es wert. Liegen bleiben und es so gar nicht betreuen.

Letzte Nacht habe ich davon geträumt, wie eine Armee aus original kanadischen Mounties und Punks auf Inlinern einen glorreichen Sieg gegen das Böse erkämpften, während ich Sex hatte. Da hat sich offensichtlich einiges an Spitzenphantasien aufgestaut und das war noch die Anständigste. Ich schreibe also besser nicht weiter…

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… du hast eigentlich Urlaub und Zeit, so vieles zu tun und Stunde um Stunde rinnt dir zwischen den Fingern hindurch. Morgens liegst du endlos im Bett, nein eher stehst du mittags auf, weil du irgendwann Hunger hast und so etwas wie ein schlechtes Gewissen, obwohl du frei hast und das ja mal irgendwann in Freiheit kam. Du bist Müde und dann noch einmal Müde und dann ist wenig passiert und der Tag vorbei. Eigentlich wolltest du viel mehr schreiben, etwas mit Substanz, aber es klappt nicht recht. Zu Müde. Am Ende des Tages liest du endlich online, wen du lesen willst, aber dir fällt gar nicht ein, was du sagen wolltest, die ganze Zeit spürst du dein Herz schlagen, du freust und freust dich und … dann möchtest du doch einfach nur diese Stimme hören und den warmen Körper fühlen, das Herz schlagen hören und schauen, was passiert, keine Wörter… einfach nur zusammen etwas machen. Egal, was. Ohne Druck.

… aber das ist dann vorbei und du pennst einfach ein. Sie ist schon lange vorher eingeschlafen; du lächelst bei dem Gedanken.

Noch etwas mehr als eine Woche. Immerhin ruhe ich mich aus und vielleicht habe ich irgendwann genug geschlafen, so das ich eines feinen Tages wieder “müde” schreiben kann und die Großschreibung wieder da landet, wo sie eigentlich hingehört.

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… und der letzte Bericht ist geschrieben, die letzte Abrechnung ist getippt und der letzte Übergabebogen übergeben. Dafür, dass ich nur zwei Wochen lang Urlaub haben werde und nicht einmal wegfahre, sorgt man schon gut dafür, dass ich besagten Urlaub auch wirklich brauche – völlig unnötig übrigens: Ich bin in jeder Hinsicht erschöpft.

Komischerweise macht die Arbeit in den letzten Tagen besonders viel Spaß, obwohl ich kaum noch dazu komme, irgendetwas anderes zu machen; die paar hastigen Zeilen im Blog und eine oder zwei Mails, mehr habe ich gar nicht geschafft und schon gar nicht irgendeine Art von Hausarbeit.

Ihr ahnt nicht, wie es hier aussieht…

… aber das ist ja auch egal, hoffe ich.

Bevor ich in mich zusammenfallen kann, werde ich noch zwei Tage interner Fortbildung in einem fernen Waldgebiet ohne irgendeine Art von Internet überleben müssen. “Leitbildschulung” inklusive. Das klingt so schwer nach einem finsteren Kult… ob wir etwas Unaussprechliches beschwören werden und den Planeten schon sehr bald unterwerfen?

Bald mehr. Viel mehr. Wenn ich schon kaum noch Kommentare1 und fast keine Emails mehr bekomme – warum fragt ihr mich nicht in der Zwischenzeit etwas? Oder schreibt mir einen Kommentar? Damit ich lerne, dass noch eine Außenwelt existiert, in der man an mich denkt und die es wert ist, verschont zu bleiben.

Muahahahha.

Ach. Ob ich noch so etwas wie ein Leben habe? Ob es jemanden interessiert? Ob mich wer sehen will? Wird sich zeigen.

  1. Außer ich drohe an, das bloggen ein wenig zu bremsen. []

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Na gut, es ist fast zehn – gestern war es dafür noch später. Du merkst es kaum, dass die Arbeit mit all den Vertretungen deine Freizeit fast komplett aufgefressen hat; natürlich müssen all die Berichte auch mal geschrieben werden.

Dir tun Gelenke und Knochen weh, deren Existenz du schon viele Jahre lang vergessen hattest. Oh, das ist auch noch da? Autsch. Gilt der Kopf als Gelenk? Nein? Dann auf jeden Fall als Knochen, das Dings fühlt sich ausnahmsweise nicht hohl, sondern massiv an.

Natürlich wird es nicht immer so sein. Aber du bist einfach nur noch so entsetzlich müde. Es war im alten Jahr genauso viel, aber du hattest das fast jeden Abend jemanden gehabt, dem du so viel erzählen konntest. Oder über irgendetwas reden. Das machte es viel besser. Geht im Moment nicht.

Das einzig gute daran ist, dass du wirklich eine Erkenntnis nicht länger vor dir selbst verstecken kann:

Du brauchst Urlaub. Mehr als nur ein paar Brückentage, Sportsfreund.

Ich glaube, den bekomme ich sogar, den Urlaub. Nur was mache ich dann?

P.S.: BONUS FEATURE:
Das “Nic Cage as Everyone” Blog. Viel Spaß mit der heutigen Sonderbeilage.

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Nach dem mit Abstand schlimmsten Arbeitstag seit Jahren, den ich an dieser Stelle leider nicht beschreiben kann, ist nun endlich eine Woche Urlaub. Zeit für Hausputz und Arztbesuche; beide habe ich Wochen und Monate aufgeschoben.

Und natürlich zum krank werden, wenn das Wetter richtig gut zu werden verspricht. Mein Kopf dröhnt schon und ich kriege nicht gut Luft. Na gut.

Was nun? Man hofft ja eigentlich immer, dass das Privatleben die ganze Zeit auf einen gewartet hat, nach ewiger Vernachlässigung. Bisher suche ich noch. Vielleicht schmollt es.

P.S.: Privatleben gefunden, es ist wohlauf.

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