Nach einem gar nicht mal so schlechten Tag auf der Arbeit quasi im Gehen während der Beladung des Gorgmobils mit meinen Mitfahrern schnell etwas futtern und dann direkt ins Kino – für gut drei Stunden – nach 2 Stunden Schlaf in der Nacht davor – geht das gut?
Komischerweise ja. Man kann Watchmen: Die Wächter auf jeden Fall das Kompliment machen, mich wachgehalten zu haben und unterhaltsam zu sein, stellenweise auch mehr: Ich kann bestätigen, dass meine Begleiter schwer beeindruckt waren.
Aber die kennen auch den Comic nicht. Der Film schnippelt rechts und links, oben und unten alles weg, was man nur weglassen kann und versucht, sich auf die Geschichte der Helden auf dem mehr oder weniger unfreiwilligen Altenteil zu konzentrieren. Das ist immer noch eine verdammt gute, facettenreiche, epische Geschichte. Die Vorlage war viel mehr als das und es zeigt sich in Zack Synders Verfilmung anschaulich, dass die Vorlage tatsächlich so umfangreiches, geschickt verwobenes Garn ist, in ganzen wohl wirklich unverfilmbar: Es war als Comic gedacht und kann nur (!) seine volle Wirkung entfalten.
Aber das ist alles Fangeschwafel. Comicfan Snyder hat einen richtig guten Watchmen-Film gemacht. Man könnte ihm die nicht immer überzeugenden Spezialeffekte vorwerfen. Man könnte ihn fragen, warum wirklich jede Einstellung übertrieben künstlich verdreckt aussehen musste – vermutlich, um die düstere Grundstimmung kurz vor dem Atomkrieg auszudrücken. Nixons Nase. Warum Dr. Manhattans enormer blauer Schwanz1 viel größer ist als im Comic.
Der Film ist schon in Ordnung. Das Ende nicht ganz dasselbe, aber die große Frage ist noch da.
- Es ist nur ein Computereffekt, Ladies! [↩]


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