web 2.0

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Ich hatte eigentlich immer von mir gedacht, dass ich mir eine ganz vernünftige Einstellung zum Internet und dem ganzen Web 2.0 Trubel gezimmert hätte: Nämlich die, es in Maßen zu nutzen und nicht total die Kontrolle zu verlieren oder genervt zum Web-Emigranten zu werden.

Nichts davon ist mir passiert.

Anstatt dessen fiel mir auf, dass ich Unmengen ungelesene Artikel in meinem Feedreader hatte – über 100 allein in in meiner Favoriten-Kategorie, wo sich die feine Elite meiner Lieblingsblogs versammelt hat. Es war mir ziemlich egal.

Und dann fiel mir ein, dass ich seit Monaten am selben Buch lese und nicht weiterkomme. Das mich die ganzen Sachen überhaupt nicht interessieren, dass scheinbar kaum jemand etwas zu sagen hat – oder aber, immer dasselbe – das dafür regelmäßig.

Ich habe auch schon lange keine Geschichte mehr zuende geschrieben.

Damit will ich nicht sagen, dass ich von Twitter, Facebook und Co. frustriert bin, ich werde mich dort nicht abmelden. Aber die Flut unglaublich wichtiger Information rauscht an mir vorbei wie ein Zug, für den ich nicht einmal ein Ticket habe.

Soll er eben abfahren.

Die solln mich alle mal in Ruhe lassen, denke ich so vor mich hin und fühle mich fast gar nicht schuldig dabei.

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Ich gebe zu: Das ist kein Rezept. Aber ich habe ein kleines Formular eingebaut. Ihr könnt mir Fragen stellen. Ich antworte.

Hier: http://www.formspring.me/Gorgmorg

Ich bin gespannt auf eure Fragen und beantworte alles, gebe aber keine Garantie auf erschöpfende Auskünfte.

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Schnipsel

Ich habe endlich wieder WLAN und das ist gut, denn das bedeutet “Krams lesen und Schreiben im Bett” – für mich ein großer Luxus. Soeben gebe ich mich diesem Luxus hin und fühle mich recht dekadent und zufrieden. Die besten Dinge im Leben kann man bekanntlich am besten im Bett tun.

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Der erste Tag zurück auf der Arbeit war merkwürdig, arbeitsreich und etwas exotisch – man hat im öffentlichen Dienst scheinbar immer etwas Angst, dass sich Leute flugs “kaputtschreiben” lassen. Daran muss ich mich noch gewöhnen.

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Ich habe begonnen, über meinen Schatten zu springen und scheintote Kontakte aus ICQ und meinem Adressbuch zu löschen; damit meine ich Leute, mit denen ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesprochen habe und auch keinen Wunsch danach verspüre; außerdem welche, die ich beim besten Willen nicht einordnen kann: Wer ist das, verdammt noch mal? Fühle mich dabei gleichzeitig erleichtert und ein wenig schuldig.

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Ich habe ein kleines Blog über Mobiltelefone aufgemacht, das war eine spontane Sache. Mal sehen, ob es uns Spaß macht. Es heißt Endgerät. Besucht doch mal!

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Es ist manchmal schon ein ziemlich unangenehmes Gefühl, dass das Internet eigentlich nie etwas vergisst; selbst eigentlich “gelöschte” Daten finden sich mit etwas Glück und Mühe noch eine Weile in Googles Zwischenspeicher; längst verblichene Versionen von Webseiten auf Archive.org’s “Wayback Machine” und andernorts. Trotzdem, wirklich verwertbare Informationen über das Privatleben einer realen Person zu finden – das ist nicht mit ein paar Mausklicks getan: Internetrecherche ist richtige Arbeit, wie wohl jeder Studi leidvoll erleben durfte. Ich mache es zum Beispiel nie. Und ich kann euch sagen: Ich bin ganz schön neugierig.

Nun kommen aber Leute daher, die all die Informationen über bestimmte Personen bündeln und in einer Suchmaschine zusammenfassen. Was fürchterlich praktisch ist – denn man kann ja auf zig Plattformen zurückgreifen, in denen nur zu gern persönliche Daten und Verbindungen zu anderen Leuten gut nutzbar veröffentlicht werden. Zum Beispiel die durch besonders nervige Werbemails auffallende “Freunde-Suchmaschine” StayFriends, die einen davon überzeugen will, mit alten Mitschültern Kontakt zu halten. Da hat sie bei mir aber mal den genau den Richtigen … egal, schweifen wir nicht weiter ab.

Schon in dieser Form ein sehr nützliches Werkzeug nicht nur für die rachsüchtige Ex, sondern erst recht für den einen oder anderen Personalchef, der so nur den Namen eines Bewerbers eingeben muss und in wenigen Sekunden aufschlussreich über dessen Betragen auf beispielsweise einem gepflegten Windelfetisch-Forum informiert wird. Mit Bildern. Und Videos. Und gelegentlich auch seiner privaten Telefonnummer.

Das Ganze haben die Erfinder auf den scheinbar freundlich gemeinten Namen “yasni” getauft.

Aber das Ding ist noch viel besser. Du musst nicht etwa hinnehmen, was da über dich verbreitet wird – nein, du brauchst dir auch keinen Anwalt zu nehmen, nicht doch! Du kannst dich registrieren und die Suchergebnisse bearbeiten. Wie großzügig. Natürlich kannst du dort auch noch gleich dein Weblog, deinen FlickR Account oder ein Passbild hinterlegen.

Eigentlich sind Leute, die unter ihrem Namen einigermaßen aktiv im WWW waren, fast schon gezwungen zu registrieren: Man will ja nicht, das die eine oder andere peinliche Sache dort auftaucht – Eitelkeit ist ein großer Motivator. Und schon ist die Glaubwürdigkeit der Daten – sollte ich “der Handelswert” sagen? – um einiges verbessert. Da Google und Co immer weiter indexieren und immer mehr Daten hereinkommen, wird man per Newsletter darüber informiert, dass man wieder einmal vorbeischauen und seine PR frisieren muss, bevor Klient, Chef oder – schlimmster aller GAUs – Mutti reinschaut:

“Es gibt neue Informationen über sie, Sir. Sie sollten sich das am besten selbst anschauen. Schnell.”

Eigentlich ziemlich clever: Man vermittelt den Eindruck, beim agieren im Netz eine nachträgliche Kontrolle über den Informationsfluss zu haben. Gleichzeitig gibt es einen spürbaren sozialen Druck, sein Profil immer wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Nun ja, ich kann mir den Aufschrei der Netzgesellschaft lebhaft vorstellen, wenn Google ein Angebot dieser Art auf den Markt werfen würde – hier findet genau das ganz offenherzig statt, was dem Konzern aus USA seit langem vorgeworfen wird. Das könnte man “geschäftstüchtig” und “schlau” nennen – oder auch “perfide”.

Ein Webangebot, das ich überhaupt nicht mag. Trotzdem nutze ich es, quasi gezwungenermaßen. Das muss denen erst mal einer nachmachen.

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Der Morn hat nach einigen anderen Seiten wieder so etwas in der Art einer Datingcommunity/eines Social Network/Oder so gebaut. Ich habe wohl mit Fug und Recht behaupten, dass sein vorheriger Anlauf namens Aufeinander.de mein Leben sehr zum Positiven verändert hat. Zwar habe ich keine Kinder und bin nicht verheiratet oder gar verlobt – aber ich habe Menschen kennengelernt, die sich sonst wohl nie in mein Leben verirrt hätten. Und die waren wirklich toll; einige davon schreiben sogar fantastische Weblogs. Vielleicht habt ihr ja auch so viel Glück? Schaut euch das Machwerk doch mal an.

peepmachine.com: “

Ich habe was neues gebaut und brauche Tester. Schaut’s euch mal an: www.peepmachine.com. Viel Spaß!

(Via mornography.de.)

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