Weblogs

Artikel mit dem Stichwort Weblogs.

Besuche

Ich weiß ja ganz gut, dass mich einige meiner Freunde und einige meiner Lieblingsblogger (ein paar davon sind auch meine Freunde, hoffe ich) regelmäßig lesen, aber wie oft ich von einigen von ihnen besucht werde, ist mir oft nicht klar und dann schäme ich mich, wenn ich sie mit eher erbärmlichen Texten über grippale Infekte1 enttäusche.

Meine Güte, beinahe jeden Tag werde ich von der einen oder andere Person besucht? Jeden Tag?

Ich bin so dankbar dass ihr mir so oft ein paar Minuten eurer Zeit schenkt und wirklich nicht sicher, ob ich das wert bin2 . Aber das habe ich wohl nicht zu entscheiden :)

Aber dann schreibe ich wohl besser… besser, hmm?

Vielleicht sollte ich mal wieder nach einem Thema aus dem Publikum fragen, sozusagen ein Wunschkonzert veranstalten. Ich garantiere nicht dafür, alles aus euren Vorschlägen zu betexten, aber ich bin neugierig, was ihr so auf der Pfanne habt. Kein Skrupel, bitte.

  1. Ich weiß, Themen wie diesen hatte ich schon vor Jahren offiziell abgeschworen. Obwohl ich dachte, bei dem Verbot ging es lediglich um Pickel – ein Irrtum, wie ich eben erfahren habe. []
  2. Natürlich bin ich es für euch wert, offensichtlich: Sonst würdet ihr das hier ja gar nicht lesen. Aber ich bin schon… immer wieder beeindruckt davon und es gefällt mir. []

Schlagworte: ,

Nein – ich will nicht darüber urteilen oder mich darüber auslassen, wie gemein oder dumm oder richtig oder egal es ist, dass eine vielgehypte neue Autorin wie Helene Hegemann ihren Debütroman Axolotl Roadkill1 offensichtlich zu großen Teilen aus Airens Blog oder dessen Roman Strobo abgeschrieben hat.

Das hat der Herr Deef, Herrscher der Gefühlskonserve, schon ganz gut aufgedeckt und ich finde, auch auf eine relativ behutsame Weise. Die Reaktion der anderen Seite fand ich unglücklich. Damit will ich sagen: “Ist mir zu blöd, das auch nur zu zitieren”. Meine Güte – Frau Hegemann ist 17, den Roman schrieb sie mit 16 und das merkt man auch. Die sollen das untereinander klären, am besten diskret; die Kulturseiten der großen Nachrichtenportale haben solange ihren Spaß damit – erstens beim Abschreiben von der Gefühlskonserve und zweitens damit, wie Hegemann sich um Kopf und Kragen redet.

It’s Showtime.

Ich glaube nicht, dass ich je Axolotl Roadkill lesen werde. Ich glaube auch nicht, dass ich Strobo lesen will. Weil ich diese “Was-hab-ich-doch-für-ein-wildes-Leben” Stories einfach nicht mehr ertragen kann. Diese Pose, die ich jedenfalls nicht ernst nehmen kann. Die ist mir zu cool. Und zu blöd. Vermutlich tue ich beiden Unrecht.

Warum also dieser schon jetzt viel zu lange Text?

  1. Ich muss mich schon wundern, warum sich Ullstein nicht mehr vor die minderjährige Autorin stellt, die sich gerade ziemlich blauäugig durch die Fleischwölfe des Popkulturbetriebs drehen lässt. Warum gibt die Interviews? Das tut doch weh.
  2. Ich denke, man kann es den Ullsteinern nicht unbedingt vorwerfen, den Text komplett auf mögliche Plagiate untersucht zu haben, bevor er in Druck kam. Das nicht- es ist ja keine Doktorarbeit oder so. Aber:

    Ich lese nicht besonders viele Blogs, aber doch eine ganze Handvoll und die bekannten und vielleicht sogar guten Weblogs, die hat man irgendwann schon auf dem Schirm. Ich weiß, wie MC Winkel schreibt, ich kenne den Klang der 500beine und natürlich auch den Taubenvergrämer, die Frau Von Welt oder Meriche, die lokale Bielefelder Blogmafia erst recht und so viele mehr. Ich bilde mir ein, dass ich all diese Stimmen unterscheiden kann, wenn sie mir schöne Sätze in den Kopf wispern – erst recht, wenn ganze Seiten von ihnen in andere Werke übernommen worden sind. Ganz sicher aber kommen sie mir wenigstens bekannt vor. Airen ist einer dieser Leute – er hat nie eines meiner Lieblingsblogs geschrieben, aber er hat einen unverkennbaren Stil und natürlich kann er was. Darum hat man schließlich auch sein Buch veröffentlicht, nehme ich mal an.

    Das sind alles mehr oder weniger bekannte Leute, teils mit Hunderten oder sogar Tausenden von Lesern. Ganz offensichtlich allerdings ist kein einziger von diesen Lesern bei großen deutschen Verlagen angestellt. Man stelle sich vor: Da macht man Bücher über die deutsche Gegenwart und die Redaktion für die hippen frischen Bücher von teils sehr jungen Autoren für junge hippe Leser kennt nicht einmal die Top 10 der Bloggerszene2.

Das muss man sich erstmal langsam auf der Zunge zergehen lassen, liebe Gemeinde.

Und das wollte ich eigentlich nur sagen.

  1. Ein Titel übrigens, den man als ehemaliger Aquarianer und Amphibienfreund sofort zu schätzen weiß. []
  2. Korrektur: Die haben vermutlich doch den Werbespot mit Herrn Lobo gesehen. Für den mache ich also eine Ausnahme. []

Schlagworte: , , , , , ,

Ich bin sehr vorsichtig in diesen Weblog, wenn es um die Identität meiner Lieblingsmenschen geht. Immerhin schreibe ich oft über sie; über manche mehr als sie vielleicht ahnen. Ich halte das lieber etwas vage und hoffe, dass sie sich erkennen. Ich hoffe noch mehr, dass sie sich freuen. Aber das nur nebenbei.

Tatsache ist, dass ich gern manchmal einen Namen oder vielleicht nur ein Pseudonym nennen würde; Tatsache ist auch, dass es Leute gibt, die sich auch darüber freuen würden. Ich mache ungern ein Geheimnis daraus, wer mir mehr als nur ein wenig bedeutet – natürlich macht es auch Spaß, die Dinge ein wenig in der Schwebe zu halten und mit Andeutungen zu spielen und die Leute rätseln zu lassen.

Man sollte nur nicht das Gefühl haben, so vorgehen zu müssen. Leider ist genau das meine Einschätzung der Lage in der deutschsprachigen Weblogszene:

Wer nicht nur Emotionen zeigt, sondern auch ganz klar bekennt, wen er oder sie liebt und wenn diese besonders geschätzte Person dann auch noch aktiv im Netz ist und möglicherweise selbst ein Blog oder etwas Ähnliches betreibt, der riskiert damit eine Menge, wie sich gerade in den letzten Tagen ganz deutlich innerhalb meiner persönlichen Radarreichweite gezeigt hat. Es wird sich jemand finden, irgend ein eifersüchtiger Ex, irgendeine gekränkte Nebenbuhlerin, ganz egal: Diese Person wird die vielen Chancen zu kommentieren, die Möglichkeit fremde Namen zu führen verwenden, um das Paar oder die Freundschaft zu zerstören.

Natürlich kann man Namen auf Sperrlisten setzen, man kann alles an Kommentaren moderieren, Mails in den Spamfilter schicken. Man kann sich einen Anwalt suchen. Geht alles. Aber so, vermute ich, geht bald der Spaß an der Sache verloren. Die alte Leichtigkeit ist dann schon längst Vergangenheit.

Ich weiß, welche Namen ich gern mal nennen würde. Vor allem einen.

Aber ich darf das nicht tun.

Egal ob es der “richtige” Name ist oder nicht; neben meinem bekanntermaßen ganz und gar echtem Schriftzug wäre er nicht mehr sehr lange geheim.

Ich hasse den Gedanken, dass das Internet für Blogger inzwischen zu einem Minenfeld geworden ist. Oh, du kannst schreiben was du denkst, aber auch wenn du alle Gesetze beachtest, wird es Folgen haben. Wenn nicht für dich, dann für andere. Wenn nicht jetzt, dann irgendwann.

Es gibt immer noch Freiheit im Internet, aber in erster Linie ist es ist Freiheit für die ganz besonders feigen kleinen Arschlöcher genau das zu tun, was sie wollen.

Wie damals auf dem Schulhof.

Schlagworte: , , , ,

Ein Herz für Blogs

Nun, hier ist also mein Beitrag zur großen Blogempfehlungsaktion von Stylespion – etwas über deutschsprachige Blogs sollte ich schreiben, die nicht das ganz große Publikum abdecken. Tatsächliche lese ich kaum welche der sogenannten A-Blogger – nur Anke Gröner (weil ich so gern anderer Meinung bin, was ihre Filmbesprechungen angeht) und 500beine (weil man den lesen sollte, wenn man so etwas wie – wahlweise – Seele oder Verstand oder Geschmack sein Eigen nennt).

Tatsächlich ist es für mich etwas zwiespältig, ob manche Blogs überhaupt empfohlen werden wollen oder es vielleicht vorziehen, von einer eher kleinen Leserschaft frequentiert zu werden, die sich mehr oder weniger von selbst entwickelt. Bloggen unter Freunden sozusagen – diese Weblogs mag ich in der Regel am liebsten, diejenigen, deren Autoren vielleicht sogar auch mich lesen. Nicht alle tun das (aber die hier folgenden lese ich trotzdem).

Das hermetische Café lese ich schon jahrelang, ohne es je ordentlich zu verlinken- das hole ich nach. Kid37 macht schöne Bilder und schreibt dazu ein paar Zeilen, nicht viele meistens – aber dafür treffsicher. Ich kenne den Autor nicht, aber nach einer Weile bekommt man das Gefühl, es wäre so. Ich mag Blogs, die einen eigenen Klang haben, so etwas wie eine Stimme, die man raushört. Das hat dieses.

Wenn es darum geht, dann muss ich wohl auch wieder Meriche erwähnen, die in einer gerechten Welt von einem Vorschuss für den großen deutschen Roman leben würde. Vielleicht tut sie das auch, lächelt fein und sagt es niemandem. Das würde mir gefallen. Mach weiter, du aufrechte Seele.

Ich bin nicht ganz sicher wie ich Little James’ Blog nennen soll – es hat mehr als einen Namen, scheints – es ist jedenfalls angenehm geschrieben. Auch wenn sie manchmal über Fussball berichtet, was ganz sicher außerhalb meiner Präferenzen liegt. Ich lese einfach trotzdem weiter.

Der Stadtschreier brüllt gar nicht so laut, er schreibt nur ganz ehrlich aus seinem Leben in der irischen Hauptstadt.

Der Alltagsbrei mit Butterkäfer ist in letzter Zeit glücklicherweise wieder aktiver geworden; die Autorin macht nicht nur flink geschnörkelte Texte, sondern auch ebensolche Musik. Empfehlung.

Looka denkt nach und manchmal ist das wie Jazz, bemerkte ich vor einer Weile. Stimmt immer noch, finde ich. Und mehr kann ich gar nicht über ihn(?) schreiben.

Das soll erstmal reichen – ich habe auch ausgelassen, wer grade offizielle Blogpause macht. Wer fehlt trotzdem?

Schlagworte: , ,

Soeben nach einem Blick in meinen Feedreader festgestellt, dass laut Anke Groener das langvermisste sowie unvergessene Schriftstellwerk wieder aktiv ist. Das ist sehr gut. Das Blog hat selbst keinen neumodischen Kram wie zum Beispiel Feeds, aber man sollte es auf jeden Fall lesen; wie damals eben. Mein erstes Lieblingsweblog.

*

In einer Diskussion in einer Kneipe die Theorie entwickelt, dass Männer zu viel an ihre Haare denken, wenn diese sie zu verlassen beginnen. Manche scheinen 80% der Zeit an ihre verflossenen (Haare) zu denken und beklagen, dass sie nicht zuletzt deswegen keine Frauen und infolgedessen keinen guten Sex mehr bekommen; der Lösungsansatz wäre, lieber wieder wie in alten Zeit zu 80% der Zeit an Sex zu denken und weniger an Kopfbewuchs oder die unfreiwillige Scheidung von diesem.
Besagter Lösungsansatz stammt allerdings von einem Mann, der vor dem Besuch der Toilette seinen Mantel anlegt, um nicht zu frieren. Sie ist also zumindest kritisch zu sehen. War selten so froh, Haare zu haben.

*

Die Katze faucht seit einiger Zeit unmotiviert die Badewanne an. Stellt die Pfoten auf den Rand, schaut hinein, faucht entschlossen und legt sich dann unter das Waschbecken zum Mittagsschläfchen. Hmm.

Schlagworte: , ,

  1. Wenn ich schon Jeans kaufen muss – dann will ich welche mit Knöpfen. Die sehen cooler aus und gehen wirklich nur dann auf, wenn ich es wirklich will – und sie klemmen nichts, das mag auch ein Grund sein. Aber die will scheinbar niemand kaufen. Ich habe mich bei einigen Herstellern beschwert, aber sie behaupten, ich wäre der einzige, der auf Knopf besteht. Empörend.
  2. Kauft euch Sechs Herrengedecke und einen Sessel aus Plüsch.

    Die optimale Ausstattung für einen feinen Abend. Wenn ihr noch jemand Nettes erwartet – kauft zwei, dann hat der (oder noch besser, die) auch noch einen adäquaten Sitzplatz und – viel wichtiger – ordentlich was fürn Kopf.
    Sechs Blogger und eine Bloggerin – darunter 500beine und MC Winkel. 320 Seiten.
    Ich wüßte sicher noch vier weitere Leute, die ich gern in einem solchen Buch sehen würde, aber nicht viel mehr; das ist sicher ein feines Buch mit guten Schreibern.
  3. Auf manche Telefonnummern sollte man nicht einmal anspielen. Manchmal bin ich ein ganz großer Idiot. Ich sollte mich besser auf Artikel über Unterwäsche beschränken; vor allem über die eigene. Sorry, tut mir wirklich sehr leid. Ich hoffe, Du kannst mir noch einmal verzeihen und meldest Dich mal.
    Nur bei Menschen, die ich so richtig gern habe, verfehle ich niemals ein Fettnäpfchen.1
  4. Das Weblog von Lady Maguerite ist nun wohl endgültig aus blog.de verschwunden, vermutlich aufgrund von Inaktivität gelöscht. Sie hat hier und anderswo liebenswürdige Kommentare geschrieben und ich habe ihre neuen Sachen gelesen, sobald ich die Chance bekam. Sie ist eines Tages einfach nicht mehr zurückgekehrt.  Natürlich macht man sich Sorgen, ich bin da ja sowieso eher schnell dabei – natürlich hatte sie vielleicht auch einfach keine Lust mehr auf die Bloggerei. Ich kannte sie nicht näher, vermisse sie aber dennoch und ihres war eines der verstummten Blogs, die ich trotzdem immer wieder besucht habe, in Hoffnung auf ein Lebenszeichen. Aber nun sind all die Worte einfach verschwunden und nur noch Erinnerung ist da, nichts mehr nachzulesen.

    Ich finde das traurig.

  1. Nein, das muss nicht jeder verstehen; es reicht, wenn eine Person es versteht. []

Schlagworte: , , ,

« Ältere Artikel

Switch to our mobile site