Weihnachten

Artikel mit dem Stichwort Weihnachten.

Weihnachten!

Nun aber wirklich mal: Nachdem der letzte Abend mit dem wundervollsten Lachanfall des Jahres ausklang und ich den ganzen Morgen kleine freche Kinder bespaßt habe… ist auch für mich die Zeit gekommen, verdammt familiär zu werden. Für eine Weile.

Dazu: Immer noch das allerschönste und allerkaputteste Lied und mit Sicherheit das tollste Duett zum Fest, in einer noch kaputteren Liveversion. Egal, wie oft das in letzter Zeit schon gezeigt wurde: Ich mags. Vor allem die letzte Strophe, nach einer inspirierten Reihe gegenseitiger Beleidigungen:

I could have been someone
So could anyone
You took my dreams
From me when I first found you
I kept them with me babe
I put them with my own
Can’t make it all alone
I’ve built my dreams around you.

Ja.

Frohe Weihnachten, ihr alle.

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Vor Weihnachten ist meine Arbeit am schwersten; die Stunden werden mehr und die Krisen häufen sich. Ich komme nach Hause, es ist dunkel, nass und kalt und eigentlich kannst du nur noch einschlafen und vielleicht etwas essen. Schreiben, ach ja – die Berichte – dazu komme ich kaum. Nicht nur wegen der Müdigkeit, ich bin einfach in jeder Hinsicht zu erschöpft, um mehr als anspruchlosestes Fernsehprogramm zu schauen. Wenigstens leert das mein Hirn und am nächsten Morgen geht es dann wieder. Dann wache ich zu früh auf und schreibe in Gorgmorg oder eine Mail.

Ich fühle mich gar nicht weihnachtlich, meine Wohnung ist nicht geschmückt und wenn “Last Christmas” im Radio läuft, schalte ich aus. Aber ich freue mich auf Weihnachten. Das geht.

Ich habe dann nämlich frei. Nicht mehr als die Feiertage, aber immerhin. Es wird nie wieder wie früher sein – meine Familie hat sich gründlich zerstritten und wir werden wieder nur zu viert sein, mein Bruder und meine Eltern, dazu meine Wenigkeit. Dafür hatte ich auch kein Problem beim rechtzeitigen und lückenlosen Geschenkefinden! Es wird auch keinen Streit geben, wir sehen uns sowieso ziemlich oft und hatten dafür reichlich Gelegenheit. Trotzdem, ich werde auf andere Gedanken kommen und fürchterlich gut essen. Danach sitzen wir sicher am Kamin; das wird schön.

Ich werde meine Freunde sehen und dabei vielleicht einmal ausgeschlafen sein, um nicht nach zwei Stunden einzunicken.

Ich werde die Feiertage lang überhaupt gar keinen festen Plan haben und darauf freue ich mich am meisten.

Ich wünsche mir, dass sie Grund zum lächeln hat. Ich lächle schon, wenn ich nur an sie denke und das tue ich oft. Dafür bin ich sehr dankbar und wenn sie hier wäre… ach, das hat schon mit Liebe zu tun. Viel sogar.

Passt also, irgendwie.

Irgendwie also freue ich mich auf Weihnachten.

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Mal ehrlich: Da entkomme ich aus dem einen überfüllt, außerdem gerade ungut beschallten Laden, nur um die lang gesuchten (wenngleich durch Erkältung dezimierten) Wichtigen Leute™ gerade beim Eintreten zu beobachten – sie haben buchstäblich Stunden gewarten und wollen unbedingt rein. Okay, wir wollen raus, ich und der einzige Weise unter den Geschmacklosen Trinkern dort drinnen. Als ob ich an diesem Abend überhaupt irgendwo richtig anwesend gewesen wäre.

Und so lange ich halbwegs durch Zufall oder Vorsehung in genau dem öden Laden, den ich nun wirklich nicht mehr sehen wollte: Die Stätte meiner überaus deprimierenden Weihnachtserinnerung vom letzten Jahr.Die einzige Person, die nicht völlig besoffen war und mit mir reden wollte war diejenige, die mich im letzten Jahr noch nervös machte (in a good way). Ich wurde nach 10 Minuten voller Belanglosigkeiten und viel Gekicher minus Charme richtig müde und schämte mich dafür. Nichts mehr mit Nervösität und zielgerichteten Bemühungen, sondern eher etwas Sorge um sie und im Kopf die verzweifelte Suche nach einer elegant dahingequatschen Ausrede, die mir die Flucht ermöglichen würde.

Ein paar Hände geschüttelt und dann war da wieder die typische Leere, die mich seit Jahren beim Ausgehen an Heiligabend überkommt. Ich sollte es ganz lassen, zuhause bleiben und zur Abwechslung mal leicht angefuselt bequeme Geschichten verbloggen.

Draußen sitzt eine mittelalte Lady im Mantel, die sich kaum grade auf der Bank halten kann. Sie starrt mich an und grinst. Ich setz mich also. Was ich denn so dumm rumstehe, hmm? Keine Ahnung, sag ich. Warum sie denn so dumm rumsitze? Sie habe wenigstens ein klares Ziel – mit dem Typen von vor sieben Jahren zu reden, das wär ihr Ziel. Der käme gleich. Sie wär’ ja nicht so wegen Abschleppen hier. Ich auch nicht, um ehrlich zu sein. Aber warum dann? Keine Ahnung, sag ich. Frohe Weihnachten auch; der Siebenjährige taucht auf und ich ab.

Also wieder zurück in Laden #1. Keiner mehr da. Abgesehen von Tpen, die einen auf dem Klo dumm von der Seite anmachen, weil sie sich prügeln wollen. Da hat man doch grade Wichtigeres zu tun, Jungs!

Nur hinter der Theke, da ist ein ein bekanntes, fröhliches Gesicht – ein guter Bekannter, den wir hier vor nicht allzu langer Zeit versetzt haben, weil wir mal wieder anderswo versackten. Er hatte sich so gelangweilt, dass er sich mit der Bedienung unterhalten hat und nun doch noch den Job bekommen hat, den er grade noch brauchte. Der freut sich und ich mich dann auch ein wenig – karrierenfördernd zu spät kommen, das kann wirklich nur ich.

Auf der ganzen Rückfahrt stelle ich mir die wundervolle Traum-WG vor und lächle entgegenkommende Polizeifahrzeuge lieblich an.

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Letztes Jahr war es schlimm für mich, dieses Jahr wird es auf jeden Fall besser, fast sicher bin ich mir da. Weihnachten ist für mich eher eine traurige Sache gewesen in letzer Zeit: Man sieht nicht, wen man sehen wollte oder man fühlt sich noch viel einsamer und verlorener als während des restlichen Jahres. Nicht, dass es dieses Mal so grundlegend einen anderen Verlauf nehmen wird als in schlechteren oder glücklicheren Tagen, aber ich habe doch Hoffnung darauf, dass die Zukunft gute Änderungen bringt. 

Ich kann ja gar nicht so viele Grüße und Wünsche schreiben, wie ich gern wollte, in diesen Internetzeiten mit hunderten von Kontakten. Mit etwas Glück sehe ich ein paar von meinen Freunden und das ist schon einmal eine gute Sache; die ganzen Feiertage mit der Familie zu verbringen ist ein Graus. Andererseits … kenne ich auch Leute, die diesen Graus ganz gern hätten und die an Heiligabend ganz allein zuhause herumsitzen. Nichts gegen ein wenig Spießigkeit, ein wenig Sich-Mühe-Geben oder Nettsein-wollen – damit habe ich überhaupt kein Problem. Ich erlaube mir großherzig, mich darauf zu freuen. Geschenke zu machen, das tue ich gern, allerdings lieber an Tagen, an denen es nicht von mir erwartet wird.

Ein paar von euch da draußen geht es nicht so gut, wie ich es mir wünsche, aus welchen Gründen auch immer und daher kann es für mich auch nicht ganz ohne Wehmut gehen. Ich wünschte, ich könnte euch sehen und fürchterlich viel ungesundes Zeug mit euch zusammen vertilgen, dazu völlig angemessen unbezahlbare Tropfen bester Sorte, nicht zu knapp! Nur das mit dem Singen, das bekomme ich sicher nicht stilecht hin. Ah, wäret ihr nur hier. Aber vielleicht lest ihr mich ja. Vielleicht liest du mich ja.

Ein paar gute Tage und ein wenig Ruhe wünsche ich euch.

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Heute Abend muss ich mit meinem Noch-Kolleginnen zum Essen gehen, Weihnachtsfeier ist geplant, beim Griechen: Ich liebe es, ins Restaurant zu gehen, aber Weihnachtsfeiern verabscheue ich leidenschaftlich. Dieses Mal wird gewichtelt. Und zwar wild durcheinander. Gut, dass sie nicht nach Namen gefragt haben, die kann ich mir nämlich immer noch nicht merken und so habe ich ein kleines Päckchen Entspannungsbad1 genommen. Das können die in jedem Fall gut brauchen.

Und ich wohl auch. Ich fahre absichtlich selbst, damit ich mich nach dem ersten Glas verdrücken kann. Die reden alle vom wilden letzten Mal und ich habe nun -erst recht als einziger Mann- … wohlbegründete Sorgen um mein Wohlergehen und Seelenheil.

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Ich denke, ich werde dieser Tage mal wieder etwas über Technik schreiben, genauer gesagt über ein Stück Software. Ich nehme sogar an, dass dieses Exemplar Code auch für die nicht-Techies interessant sein könnte, vor allem die unter euch, deren Taschen von Übertrieben Ausgestatteten Mobiltelefonen ausgebeult werden.

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Ich bin schockiert, wie schnell manche Leute andere abschreiben, die sie noch wenige Tage vor einer Meinungsverschiedenheit als Freund/Freundin/Sweetheart beschrieben hätten, nur weil man sich mal zankt. Das schließt mich ein, manchmal stehe ich richtig neben mir und ich kann mir Sekunden später nicht mehr erklären, warum ich eigentlich so hart agiere. Nun – in einigen Fällen kann ich es mir schon erklären und ich bereue da auch gar nichts. Aber sonst … ich bin wohl so eine Art überdurchschnittlich anhänglicher Mutant. Was ich nicht bereue, nie bereut habe. Wenigstens kann man sich auf mich verlassen, sogar wenn man von mir verlangt, früh aufzustehen. Dann etwas weniger, aber es geht… einigermaßen. Nobody’s perfect.

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Morrissey geht nächstes Jahr auf Tour und ich erwäge ernsthaft, enorme Eintritts- und Reisekosten auf mich zu nehmen und hinzugehen. Einmal im Leben und so; ihr versteht schon.

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Ich habe schon ein paarmal vom Igel geschrieben, der am Haus meinen Eltern wohnt. Mein Vater hat ihm in spontaner, nicht selten in heftiger Form auftretender Bastelwut eine Art Haus gebaut, neben seiner inzwischen angenommenen Futterstelle. Der Herr I. hat das Angebot auch angenommen und hat direkt neben dem etwas unansehnlichen (aber soliden!) Holzkasten seinen gewohnten Laufhaufen aufgeschichtet. Eine nicht ganz befriedigende Lösung für den (menschlichen) Bauherrn.

  1. Ein Günstiges, nichts von dem guten Zeug für meine Freunde und mich selbst []

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Mit den Jahren wird es immer schwieriger, sich erfüllbare Wünsche für Weihnachten auszudenken. Man hat ja schon viel und braucht möglicherweise weniger an käuflichem Zeit; das meiste kann man sich ja auch selbst zulegen. Die unbezahlbaren Sachen, die werden mehr, viele davon sind gar nicht mit Geld zu bekommen.

Unschätzbar Kostbares nämlich.

Wenn ich mir schon etwas für mich selbst wünschen soll, dann wünsch ich mir nicht etwas, sondern Jemand, nicht Irgendwen natürlich, schon gar nicht Irgendeine. Nicht zum besitzen, sondern zum sehen und reden und all dem noch schöneren. Und die Frau mit Hund und dem Ave Maria und den strahlendsten Funkelaugen, die jemals vielsagende Blicke auf mich abgeschossen haben – ich wüsste auch gleich, was ich ihr schenken würde, hätte ich die Macht dazu. Und sie weiß schon, was; das muss ich gar nicht schreiben, oder?

Wenn ich auch euch denke, diejenigen die ich kenne, dann wüsste ich wirklich, was ich euch schenken würde. Zumindest materiell. Darin bin ich gut. Könnt mich ruhig in den Kommentaren fragen, i dare you!

Jedenfalls schenke ich euch nun ein wirklich gutes sowie einfaches Glühweinrezept zum selbermachen, das nicht so süß, dafür aber wohlschmeckend und gar nicht eklig ist. Ich kann mich also doch zum Positiven ändern; meine alte und zu Recht kritisierte Neigung zur Glühweinverallgemeinerung ist weg. Trinkt ihn bitte nicht in Pappbechern; nehmt Tassen und wärmt eure Hände und Herzen und, falls nötig, auch alle anderen bedürftigen Regionen. Falls ihr glaubt, dass gerade niemand an euch denkt und fernwärmt.

Glühwein in Gut

Für zwei Gläser

  • Saft einer Orange
  • 200 ml Traubensaft
  • 200 ml Rotwein, mittelgut
  • 2 TL Glühweingewürz1

Vorsichtig erhitzen und bloß nicht kochen, 10 Minuten ziehen lassen, durch ein Sieb gießen und dann servieren. Süßen nach Geschmack, ich mache das nie.
Wer mal auf den Alkohol verzichten will, könnte anstelle des Weines auch noch einmal dieselbe Menge Traubensaft nehmen.

Noch ein Wunsch von mir: Passt gut auf euch auf, es ist wirklich saumäßig glatt auf den Straßen da draußen. Und, hm, fahrt nicht mehr nach dem vierten Glühwein. Nicht dass ich mich am Ende schuldig fühle.

  1. Ich nehme eines von der Firma Gewürzmühle Brecht, aus dem Bioladen oder Reformhaus. Das schmeckt laut Packung fein aromatisch-süßlich. Sososo. []

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