Eines ist ja wohl mal ganz klar: Etwas muss passieren. Die letzen paar Woche, nein, die letzten paar Monate waren – von ein paar funkelnden Lichtblicken mal abgesehen – doch unter dem Strich eher unerfreulich. Wenn das noch lange so weitergeht, werde ich noch Auflösungserscheinungen zeigen. Falten. Depression. Kernschmelze. Erhebliches Unwohlsein. Fortschreitende Kompostierung. Unerquicklichkeit der schlimmsten Sorte.
Natürlich tritt das nur ein, wenn ich keine Gegenmaßnahmen ergreife, versteht sich. Die richtigen Maßnahmen.
Wenn man sowieso schon weiss, was einen kaputtmacht, ist Psychoanalyse nicht notwendig; ein, zwei Jahre Zeit hätte ich sowieso nicht. Also werde ich meinen eigenen Ansatz verfolgen, der nicht nur absolut wirksam ist, sondern auch noch Spass macht.
Allerdings gibt es diese besondere Therapie noch nicht auf Rezept.
Was ich brauche, ist Zeit mit Spezialmenschen auf angenehmste Weise. Konversation, Film, reichlich Essen und Trinken, bittesehrundherzlichendank. Es sollte alles sehr gut sein. Etwas, an das man sich erinnern wird. Dann werde ich Wochen und Monate davon zehren können und lange nicht so schnell traurig, verzweifelt, faul oder unleidlich.
Ich kann dann sogar besser schlafen und morgen früher aufstehen. Nicht am Morgen direkt danach, natürlich. Aber sonst schon.
Der einzige Nachteil dieser großartigen Therapie ist die Tatsache, das wir sie selbst bezahlen müssen. Aber auch da hilft eine kleine Einstellungsänderung: Denkt nicht „Fressen und Saufen mit meinen Freunden“. Denkt „Gesunde Seele“. Bald erkennt die Krankenkasse das auch an und ihr könnt eure Exzesse auf Schein bekommen. Sogar als Kassenpatient.
Wellness kann auch mal auf angenehme und stillvolle Weise funktionieren, geneigte Leser. Nun müssten die verschreibungspflichtigen Spezial- und insbeondere Lieblingsmenschen erst einmal Zeit haben.
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