Das Gewitter hatte uns auf dem Siegfriedplatz eingekesselt. Erst hatte es uns vom Westen her ausgespäht, dann vom Süden angeblitzt und dann einen Frontalangriff von allen Seiten ziemlich genau zur elften Stunde zu starten. Wir packten die Decken ein und stellten die leeren Bierflaschen an die besonderen Stellen, an denen die Leergutfeen sie finden würden.
Die Blitze erhellen die Nacht als wie ein blaustichiger Mittag und knallen nicht einfach nur senkrecht in die Erde; ich sehe sie sich genauso oft parallel zum Boden mitten in der Luft entladen. Falls es das nicht gibt, dann spinne ich vielleicht. Aber ich habe es gesehen.
Er schlägt einmal direkt neben der Straße ein, auf der ich fahre. Ich sehe es hell in den Boden strahlen und schnell ist es wieder pechschwarze Nacht, bis zum nächsten Blitz.
Die Luft riecht nach Fotokopierer, so wie eine Batterie an der Zungenspitze kribbelt meine Haut. Warum denke ich an Sex? Ich fahre schnell, manchmal kurbele ich trotzdem die Scheibe herunter und halte den Kopf ein Stück heraus, so dass die dicken Tropfen in mein verschwitztes Haar klatschen. Sie sind schwer und warm, sie duften nach Volt und Ampere.
Der Donner entfernt sich erst später, Krachen nach Krachen, nachdem ich den Wagen geparkt und doch noch durchnässt im Haus angekommen bin.
Eigentlich will ich wieder raus.


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