Wetter

Artikel mit dem Stichwort Wetter.

Elektrische Luft

Ich habe es gar nicht donnern hören, aber die luft ist aufgeladen und man riecht die Blitzelektrizität. Ich fahre sogar gern Auto, was mir sonst vollkommen egal ist, die Scheiben sind etwas heruntergekurbelt. Dann steige ich aus, um meine späten Erledigungen hinter mich zu bringen, wegen denen ich erst gar nicht aus dem Haus wollte.

Ich habe kein Problem damit, dass die warmen Regentropfen meine Sachen durchnässen – nein, es ist sehr angenehm. Niemand ist noch außer mir unterwegs.

Alles sieht klarer aus und obwohl ich sehr, sehr müde sein sollte, bin ich voller Energie und Tatendrang. Die Synapsen machen eine Nachtschicht und feuern wilde Phantasien durchs Hirn.

Erinnerungen kommen hoch.

Keine Nacht, in der man allein sein sollte.

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Sowas wie Urlaub

Da habe ich mal einige wenige Tage frei – vier davon wirklich Urlaub – da denke ich schon nach dem ersten, dass 14 Tage ja viel besser wären. Nicht zuletzt weil die Übergabe meiner Fälle an Kollegen wie immer einige Stunden Arbeit kostete.

Egal, ich trinke einfach meinen Milchkaffe und versuche nicht an die vielen Termine zu denken, die sich ohne zu fragen in meine Woche gequetscht haben und sich nun weigern, sich abgesagen zu lassen. Bei Arbeitsterminen habe ich wenigstens nicht mit Versicherungsmaklern zu tun. Brrr.

Außerdem scheint die Sonne scheinbar nur während meiner Arbeitszeit. Was soll das, hm?

Aber ich will mich nicht beklagen, nicht einmal weil ich aufgrund eines vergessenen Netzteils diesen Beitrag auf meiner winzigen Handytastatur tippen muss. Nein, das ist mir fast egal.

Nichtstun und vielleicht noch einen ganz tollen Besuch machen, das ist es wert. Liegen bleiben und es so gar nicht betreuen.

Letzte Nacht habe ich davon geträumt, wie eine Armee aus original kanadischen Mounties und Punks auf Inlinern einen glorreichen Sieg gegen das Böse erkämpften, während ich Sex hatte. Da hat sich offensichtlich einiges an Spitzenphantasien aufgestaut und das war noch die Anständigste. Ich schreibe also besser nicht weiter…

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Gewitter

Das Gewitter hatte uns auf dem Siegfriedplatz eingekesselt. Erst hatte es uns vom Westen her ausgespäht, dann vom Süden angeblitzt und dann einen Frontalangriff von allen Seiten ziemlich genau zur elften Stunde zu starten. Wir packten die Decken ein und stellten die leeren Bierflaschen an die besonderen Stellen, an denen die Leergutfeen sie finden würden.

Die Blitze erhellen die Nacht als wie ein blaustichiger Mittag und knallen nicht einfach nur senkrecht in die Erde; ich sehe sie sich genauso oft parallel zum Boden mitten in der Luft entladen. Falls es das nicht gibt, dann spinne ich vielleicht. Aber ich habe es gesehen.

Er schlägt einmal direkt neben der Straße ein, auf der ich fahre. Ich sehe es hell in den Boden strahlen und schnell ist es wieder pechschwarze Nacht, bis zum nächsten Blitz.

Die Luft riecht nach Fotokopierer, so wie eine Batterie an der Zungenspitze kribbelt meine Haut. Warum denke ich an Sex? Ich fahre schnell, manchmal kurbele ich trotzdem die Scheibe herunter und halte den Kopf ein Stück heraus, so dass die dicken Tropfen in mein verschwitztes Haar klatschen. Sie sind schwer und warm, sie duften nach Volt und Ampere.

Der Donner entfernt sich erst später, Krachen nach Krachen, nachdem ich den Wagen geparkt und doch noch durchnässt im Haus angekommen bin.

Eigentlich will ich wieder raus.

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Wir haben vielleicht nicht gewusst, dass die vergangenen Tage die letzten dieses Sommers sein würden, aber wir haben es doch geahnt und Recht behalten, nicht wahr?

Nicht, dass die Sonne nicht mehr scheint, nein – es kommt noch vor und die Herbstsonne ist glorreich und golden, so wie es sie im Sommer niemals gibt.

Aber die Kälte kriecht einem in die Knochen und das Krächzen in den Hals und es ist nicht leicht, die beiden wieder zu vertreiben; ein Tee oder am besten ein Grog oder ein warmer Gedanke, die würden schon helfen, für eine Weile oder zwei.

Ich werde immer so müde, wenn es plötzlich kalt wird, als ob das Euphorische des Sommers, so traurig er auch für mich war, einem listig aus den Adern gesaugt und nichts nimmt den Platz ein, außer vielleicht ein klassischer Schlafmohnsaft. Da ist auch immer Wehmut, besonders in diesem Jahr. Da kam sie aber nicht plötzlich, sie war schon lange da und machte alles schwer, nur dann und wann konnte man einfach so tun, als wäre sie nie da gewesen.

Nachts liege ich im Bett und kann nicht schlafen, noch nicht, ich spüre die Kälte, obwohl dicke Wände sie sicher abhält. Die kleinen Tiere kratzen und Rascheln unter den Dachpfannen und über meiner Schräge umher.

Man hat sich schon eingerichtet für den Winter.

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Ich glaube, ich befinde mich zwischen zwei Gewittern. Das war vor ein paar Stunden war gewaltig, aber es brauchte zu lange um in Fahrt zu kommen und dann war es doch … zu kurz.

Ich fand das unbefriedigend und warte auf eine neue Runde in meinem überhitzten Zimmer unter der Dachschräge. Komm schon, Wetter. Das schaffst du doch noch!

Mein Rücken knirscht und knackt bei jeder Bewegung; die letzte Nacht war ein wenig viel; nicht dass ich etwas bereue. Ich träume gute Gesellschaft herbei, der ich (zwischendurch) dringend Massage beibringen muss. Eine wirklich angenehme Vorstellung.

In der Ferne donnert es leise; zu leise, denn ich muss bald schlafen – meine Dienste als Fahrer werden wieder einmal viel zu zu früh gebraucht und wenn das Gewitter kommen sollte, dann wird es mich wohl wecken …

Wenn ich einschlafen könnte. Grrrr.

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Seit Wochen fühle ich mich schlecht – und ich meine körperlich, liebe mitleidige Seelen. Ich bin müde, schlapp, schlafe mäßig gut und kann mich nur mit Bier einigermaßen auf den Beinen halten. Mir wird ja schon beim schnellen Treppensteigen schummrig. Nicht immer, hin und wieder.

Gestern Abend war ich mit meinem Bruder laufen. Acht Kilometer, die schön locker gingen. Teilweise konnte ich ihm sogar davonlaufen1.

Heute morgen habe ich nichtmal einen Muskelkater.

Mein Körper ist seltsam.

  1. Nicht an Steigungen, dafür ist er zu leicht []

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