winter

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Wintergehen

Eine wichtige Regel für Leute, die bei diesem Wetter zwei Wochen Urlaub hatten: Am ersten Arbeitstag danach bleibt dein Wagen liegen. Das ist wohl so eine Art Gerechtigkeit gegenüber den Leuten, die sich in den 14 Tagen zuvor durch Eis, Schnee und leere Bierkisten am Abend ohne Hoffnung auf Nachschub den Komfort verleiden lassen musste. Diese Art von Gerechtigkeit lehne ich ab.

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Ich sehe grade Helene Hegemann bei Harald Schmidt und es ist grausig. Herrje, ist das grausig. Meine Güte, ist das grausig. Aber ich muss mir das unbedingt anschauen, ich weiß nur nicht… warum, eigentlich?
Ganz schön: Schmidt sagt: “Die Medien schreiben: Es ist schlimm, was die Medien mit dir machen.” Er hat mit allem recht, was er sagt und er demontiert seinen Gast nicht, obwohl er alles mal anreißt – “geistiger Diebstahl” inklusive – hätte ich gar nicht gedacht. Hegemann gibt sich große Mühe und hat sichtlich Angst. Hätte ich auch.

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Vorhin habe ich mit vom pistanzienpellen ruinierten Fingernägeln die Scheibe an der Fahrerseite meines dieselbefeuerten Kriegsponies mühevoll heruntergekurbelt und hatte nach einer Drehung die verdammte Kurbel in der Hand. Wenn das so weitergeht, muss ich den Wagen einschläfern lassen, verdammt.
Der quält sich ja nur noch.

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Auf dem Heimweg, fast halb elf, da steht auf halber Strecke schon wieder eine dicke Frau bei den Mülltonnen vor einem Mietshaus. Sie raucht nicht, sie atmet nur weiße Dampfwolken in die Winterluft und wankt langsam in die oder in die andere Richtung, wohl um sich warm zu halten. Sie trägst nur einen Jogginganzug und eine dicke, beschlagene Brille. Sie scheint zu warten.

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1264175240448.jpg Man dachte ja eigentlich schon, dass es – das Wetter nämlich – noch eine Weile widerlich bleiben würde, aber das Wetter hat so seine Rückzugsgebiete, in denen bedrohte Arten noch ein wenig länger ihr Dasein fristen können – ich habe die letzten Tage in einem Reservat für “Klirrende Kälte” verbracht. Wider Erwarten war es dort ausgesprochen still, dafür aber gleich doppelt so kalt wie befürchtet. Dieser Ort befindet sich nicht etwa in der Nähe von Spitzbergen, sondern in Niedersachsen.

Also ein hervorragender Ort für eine Fortbildung – wenn man sich während eines Seminars nicht wünscht, doch lieber nach draußen zu gehen, dann kann man die Motivation der Leitung sehr gut nachvollziehen.

Ebenso gut konnte man die Motivation der Leitung nachvollziehen, an diesem Ort keine warme Mahlzeit zu sich nehmen zu wollen und ebenso wenig in den zwangsweise überheizten Zimmern zu übernachten. In beiden Fällen leider viel zu spät.

Ich hab was gelernt, ich bin wieder da.

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Genauso wie dieses alte Partyspiel kommt mir im Moment die Parksituation in meiner zunehmend zugeschneiten Straße vor, wisst ihr.

Jeden Tag wird ein Parkplatz zugeschaufelt und dann findet wieder ein Bewohner keinen Ort für die Nacht … für den Wagen… und muss in einer Nebensgasse die Nacht verbringen. Der Wagen.

Aber am Morgen kommt wieder der Schneepflug und dann wird es wieder eng. Die Schneehaufen werden mehr.

Einer weniger.

Mal sehen wer gewinnt. Ich denke nicht mal ansatzweise daran aufzugeben, meine geneigten Leser. Ich tue das auch für eure Ehre.

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Zugeschüppt

Ehrlich gesagt waren meine Probleme mit dem Winterwetter bisher nicht besonders groß, egal wie sehr ich auch in vergangenen Blogtexten darüber gejammert haben mag. Ich habe zwar einen Außenspiegel zertrümmert bekommen, dafür aber kam ich immer an – vielleicht nicht ganz pünktlich, aber das war wohl unausweichlich.

Heute allerdings… wäre ich mehr als einmal fast nicht von meiner Parklücke losgekommen: Jemand – und ich denke, da verfolgt mich wohl eine bestimmte Person mit unbestimmten Racheplänen – buddelt meinen Wagen ein, so dass er vorn uns hinten von klischigem Schlackerschnee eingekeilt wird und sich fast nicht mehr bewegen kann.

Verzweiflungstaten mit durchdrehendem Radwerk und unangenehmem Gummigestank haben mich entkommen lassen. Aber wer weiß… vielleicht muss ich morgen zuhause bleiben…

Hmm.

Klingt eigentlich nicht so übel, oder?

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Streugut

Die Städte haben also nichts mehr zum streuen – das habe ich auch gemerkt, ohne dass das im Radio verbreitet wird, könnt ihr mir glauben.

Ich habe bestimmt heute an die 20km quer über die Fahrbahn rutschend verbracht, und vor einer guten Stunde bin ich dann endlich zuhause angekommen.

Mit einem (wieder) arg lädierten rechten Außenspiegel.

Und ohne Nerven. Das war heute wirklich lebensgefährlich. Dann habe ich noch eine lebensgefährliche Mail geschrieben. Und – lange nicht so schlimmer, aber immerhin – einen der selbstgebrannten Schnäpse meines Alten Herrn probiert.

An verschwundene Menschen gedacht, Leute die nicht mit mir sprechen. Nicht mehr können oder… ach.

Fühle mich leer. Und rätselhaft hoffnungsvoll.

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Was ist das denn?

Sollte das Schnee sein?

Sollte das Schnee sein?

Erstens: Dieses weiße Zeug, mit dem hier die wundervollen Hinterhöfe zugesaut wurde. Wer ist dafür verantwortlich?

Zweitens: Wo sind diese verdammten Handwerker versteckt, die seit fünf Uhr irgendwo sehr nah am meinem schlafbedürftigen Schädel bohren, schleifen, nerven?

Ich verlange Gerechtigkeit und Informationen.

Und das sofort.

Wusste gar nicht, dass da oben noch jemand über mir wohnt, der da weiße Flusen verstreut, welche mir gerade auffallen. Werde dem nachgehen. Denis, Over.

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